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7 gute Gründe in den Niederlanden zu studieren

7 gute Gründe in den Niederlanden zu studieren


Dass ich es super finde, in den Niederlanden zu studieren, ist keine Überraschung. Sonst hätte ich nach meinem Bachelorstudium sicher nicht noch einen Master in Amsterdam angeschlossen. Welche akademischen, beruflichen und privaten Gründe meiner Meinung nach für die Niederlande als Zielort für ein Studium im Ausland sprechen, erfahrt ihr hier.

1. Auf Englisch studieren

Fast alle Masterstudiengänge in den Niederlanden sind jetzt schon auf Englisch. Durch die verengelsing van het onderwijs (Anglisieren der Bildung) wurden in den letzten Jahren auch immer mehr Bachelorstudiengänge auf Englisch angeboten. Auch wenn ich in einem anderen Blogbeitrag dazu ermutige, sich zu trauen, auf Niederländisch zu studieren, hat es natürlich einige Vorteile, auf Englisch zu studieren. Vor meinem Studium habe ich insgesamt für circa 12 Monate in den USA gelebt. Obwohl ich also schon gutes Englisch sprechen konnte, hat sich mein schriftliches und akademisches Englisch durch den Bachelor enorm verbessert. Zusätzlich zeigt ein abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium auf Englisch zukünftigen Arbeitgebern, dass du die Sprache verhandlungssicher (C1 – C2 Niveau) beherrschst.

2. Viele internationale Studierende

Ein Studiengang, der auf Englisch angeboten wird, lockt natürlich viele internationale Studierende an. Meine Freund*innen kommen aus allen Ecken der Welt: Bulgarien, Australien, Russland, Indien, Italien, Österreich, Finnland, Norwegen, aber auch Deutschland und natürlich den Niederlanden. Ich konnte viel über andere Kulturen gelernt und habe nun in der ganzen Welt Freund*innen, die ich besuchen kann. Zugegebenermaßen hat dies aber auch einen klaren Nachteil. Regelmäßig ziehen Leute, die ich  lieben gelernt habe, wieder zurück in ihre Heimatländer oder ganz woanders hin. Dadurch hat sich mein  Freundeskreis über die Jahre oft verändert.

3. Kleinere Gruppen und mehr Begleitung

Bei so gut wie jedem Modul, das ich belegt habe, hatte ich neben der Vorlesung ein bis zweimal wöchentlich Tutorials mit 18 bis 25 Studierenden. Mit gefällt das gut, weil ich engen Kontakt zu anderen Studierenden habe und gelernt habe, das Gelernte anzuwenden. Außerdem hatten wir das komplette erste Jahr als Gruppe einen persönlichen Tutor, der regelmäßig Tutorials über Themen wie akademisch Schreiben, Lernstrategien und Fächerregistrierung gegeben hat. Vor einem Jahr habe ich selber begonnen, dieses Fach zu unterrichten und mache den Job auch dieses Jahr während dem Master wieder. Diese Lernstruktur findet sich in fast allen Studiengängen in den Niederlanden so oder so ähnlich wieder.

Man sieht eine PowerPoint-Folie. Ich stelle mich darauf auf Niederländisch vor. Man sieht ein Foto von mir.
In einem der Kursräume am Roeterseilandcampus gebe ich seit zwei Jahren selber Seminare als Tutorin.

4. Gute Unis mit guter Ausstattung

Die Ausstattung der Unis in Holland ist sehr gut. Die Unigebäude, die ich bisher in Holland gesehen habe, waren oft in den letzten paar Jahren neu gebaut oder in schönen alten Gebäuden mit guter Ausstattung (ich habe mir bisher die Unis in Gronigen, Maastricht, Amsterdam und Den Haag angesehen, weiß aber aus Erzählungen, dass das für fast alle gilt). Gerade die Naturwissenschaftlichen Fakultäten haben häufig gut ausgestattete Labore.

Ein Mädchen steht auf einer Brücke vor dem Universitätscampus. Die Sonne scheint.
Hinter mir sieht man den Roeterseiland Campus von der Universität von Amsterdam. Erst vor ein paar Jahren wurde das Gebäude fertig gestellt.

5. Es ist im Ausland, aber auch nicht zu weit weg

Ein entscheidender Grund für mich, meinen Bachelor und meinen Master in den Niederlanden zu machen, ist die Nähe zu Deutschland. Wenn ich „nur“ für ein paar Monate ins Ausland gehe, habe ich kein Problem damit, weit entfernt von meiner Heimat zu leben. Bei einem ganzen Auslandsstudium war es mir aber wichtig, dass ich immer schnell zu meiner Familie fahren kann. Mit dem Zug bin ich von Amsterdam aus in etwa vier Stunden bei meinen Eltern. Das ist näher als einige meiner Freunde, die in Deutschland studieren. Ich fahre neben den Weihnachts- und Sommerferien ein bis zwei Mal pro Semester zu meiner Familie.

Man sieht ein Foto vom Kölner Hauptbahnhof.
Home Sweet Home — Da ich aus dem Rheinland komme, kann ich innerhalb von vier Stunden mit dem Zug zu meiner Familie in Deutschland fahren. Diesen Luxus haben lange nicht alle internationalen Studierenden in Amsterdam.

6. Weniger autoritär

Der Umgang zwischen Professor*innen und Studierenden ist in Holland wesentlich lockerer als in Deutschland. Die meisten Professor*innen stellen sich in der ersten Vorlesung mit dem Vornamen vor. Doktor XY oder Professor*in XY als Anrede zu gebrauchen, ist also eher ungewöhnlich und wird von vielen als veraltet angesehen. Außerdem gebrauchst du in persönlichen Gesprächen nahezu immer das holländische „je“ was dem deutschen „du“ gleichzusetzen ist. In meinem Empfinden trägt diese Form der Kommunikation dazu bei, dass du das Gefühl hast, den Lehrenden an der Uni auf Augenhöhe zu begegnen. Mir persönlich gefällt das sehr gut. Ich habe den Eindruck, Lehrende sind nicht „besser“, weil sie promoviert haben oder habilitiert sind, sie wissen einfach mehr auf dem Gebiet, das wir Studierenden erlernen möchten und teilen dieses Wissen.

7. Es ist finanzierbar

Wenn du dich umschaust, wo du im Ausland auf Englisch studieren könntest, fällt dir schnell auf, wie glücklich du mit den niedrigen Studiengebühren in Deutschland sein kannst. Die USA, Großbritannien (abgesehen von Schottland, dort kannst du als EU-Bürger*in deinen Bachelor umsonst machen), Kanada, Australien und Neuseeland haben alle astronomische Jahresbeiträge, die sich kaum einer ohne Stipendium leisten kann. Holland ist neben den skandinavischen Ländern eines der wenigen Länder, die viele englischsprachige Bachelor- und Masterstudiengänge zu niedrigeren Preisen anbieten (allerdings werden in vielen Länder stetig mehr englischsprachige Master angeboten – nachschauen lohnt sich!). In den Niederlanden liegen die jährlichen Gebühren bei etwas über 2000 Euro. Das ist natürlich immer noch mehr als in Deutschland, aber zumindest einfacher zu finanzieren als beispielsweise ein Studium in England.

Und deswegen …

… gibt es viele gute Gründe, in den Niederlanden zu studieren. Für mich war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, mein ganzes Studium hier zu machen. Nicht desto trotz muss natürlich jeder für sich entscheiden, ob ein ganzer Bachelor und/oder Master im Ausland etwas für einen ist. Eine Sorge kann ich aber jedem/jeder nehmen: Mit einem Studium in den Niederlanden machst du auf jeden Fall nichts falsch!

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