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72 Stunden in Stockholm

72 Stunden in Stockholm

Reisen gehört zum Auslandssemester dazu. Zumindest, wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht. Letztes Wochenende durfte ich trotz Corona die Hauptstadt Schwedens erkunden. Wie ich das Wochenende sicher und trotzdem spannend verbracht habe, lest ihr hier.

Ein Städtetrip in Zeiten von Corona?

Das wichtigste vorweg: Reisen sollte man grundsätzlich nur, wenn die Behörden vor Ort das erlauben. In Schweden ist das Reisen innerhalb des Landes möglich. Um auf der Reise möglichst sicher zu sein, war es mir wichtig, eine Zugverbindung außerhalb der Stoßzeiten zu wählen und während der gesamten Zugfahrt eine FFP2-Maske zu tragen, da in Schweden keine Maskenpflicht gilt und ich mich schützen möchte. Außerdem habe ich vor und nach meinem Wochenende einen Corona-Selbsttest gemacht, den ich mir von meinen Eltern aus Deutschland schicken lassen habe.

Corona Travel
Reisen innerhalb Schwedens sind trotz Corona erlaubt. Trotzdem: Vorbereitung ist alles!

Tag 1: Norrmalm, Södermalm und ein Sonnenuntergang über dem Wasser

Freitag morgen hieß es erstmal ausschlafen. Ein komischer Start für einen Städtetrip, aber da ich mich ja für einen Zug nach der Rush Hour entschieden habe, ging es für mich gut ausgeruht erst um 10:30 Uhr zum Göteborger Hauptbahnhof. Es gibt viele Zugverbindungen, die die zwei größten Städte Schwedens miteinander verbinden. Wenn man etwas Glück hat, kommt man auch preislich gut weg. Für die Hin- und Rückfahrt habe ich insgesamt circa 40€ gezahlt.

Drei Stunden und zwei Podcasts später fuhr ich in Stockholm ein. Da Stockholm eine sehr laufbare Stadt ist, brauchte ich mir kein Ticket für die Bahn kaufen. Vorteile: Die tägliche Portion Bewegung ist gesichert, ich habe Geld gespart und volle Bahnen vermieden. Falls ihr längere Strecken doch lieber mit der Bahn fahren wollt, gibt es hier Tagestickets ab circa 10€ oder 72h Tickets ab circa 21€ für Studierende.

Nachdem ich im Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofes eingecheckt hatte, wollte ich den Rest des Tages nutzen, um die direkte Umgebung zu erkunden. Das Stockholmer Stadtzentrum kann man in Norrmalm, Södermalm, Östermalm, die Altstadt Gamla Stan, Kungsholmen und Djurgården unterteilen. Da mein Hotel in Norrmalm war, habe ich den Freitagnachmittag dort verbracht. Zugegeben ist das nicht die schönste Ecke Stockholms. Es lohnt sich auf jeden Fall die Adolf-Friedrich-Kirche von außen anzuschauen, ein Stück Torte bei Mr. Cake zu essen und danach am Ufer entlang bis zur Strömbron Brücke zu laufen. Von dort aus kann man den Blick auf den Reichstag und das Stockholmer Schloss genießen. Danach lief ich über die Brücke nach Gamla Stan, aber die Altstadt habe ich mir für Samstag vorgenommen. Also ging es weiter geradeaus und nach Södermalm.

Södermalm ist ein recht hipper Teil Stockholms. Hier sammeln sich Second Hand Shops und Cafés. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt echt Hunger, also habe ich mich auf die Suche nach gutem Essen gemacht. Das kann in Stockholm schnell teuer werden. Ich bin letztendlich bei Phil’s Burger gelandet und kann es wärmstens empfehlen.

Zum Abschluss des Tages ein Geheimtipp: Monteliusvägen bietet eine wunderbare Aussicht über Stadt und Wasser, gerade zum Sonnenuntergang. Ein gebührender Abschluss des ersten Tages.

Monteliusvägen
Auf Monteliusvägen gibt es die vielleicht beste Aussicht über die Stadt.

Tag 2: Gamla Stan– Das Touri-Programm

Der zweite Tag beginnt etwas früher. Ich hatte mir vorgenommen, einen Tag für die klassischen Sehenswürdigkeiten einzuplanen. Gut gesättigt vom Frühstücksbuffet bin ich zu Fuß zu Gamla Stan gelaufen.

Gamla Stan ist die Insel, die die Altstadt Stockholms beherbergt. Die romantischen Gassen aus dem 17. und 18. Jahrhundert lassen Herzen höher schlagen. Dazu kommen noch pompöse Gebäude und Kirchen, und man fühlt sich schon fast wie im Märchen. Zur Übersicht hier eine Liste sehenswerter Gebäude und Orte in und um die Altstadt, die man gesehen haben sollte:

  • Das House of Nobility (Riddarhuset)
  • Die deutsche Kirche (Tyska Kyrkan)
  • Stortorget, der Hauptplatz in der Altstadt
  • Die Sankt Nikolai Kirche (Storkyrkan)
  • Das Stockholmer Schloss (Kungliga Slottet)
  • Das Royal Armory Museum (Livrustkammaren)
  • Das Reichstagsgebäude (Riksdagshuset)

Puh, darauf erstmal eine Fika (so nennen die Schweden ihre Kaffeepause). Dafür habe ich die Altstadt verlassen, da hier hauptsächlich Restaurants und Cafés mit überteuerten Preisen für Touris zu finden sind. Für die schwedische Kaffeepause lohnt sich ein Besuch bei Vete-Katten, einer traditionsreichen Konditorei aus dem Jahr 1928. Ich habe gehört, die schwedischen Semla sollen legendär sein, bei meinem Besuch gab es jedoch keine. Trotzdem auf jeden Fall ein schönes Café mit leckerem Kaffee. Wer doch in der Altstadt essen möchte, findet bei Hermitage ein günstiges und gutes vegetarisches Buffet

Vete-Katten
Eine gute Fika ist bei jedem Schweden-Trip unausweichlich.

Tag 3: Museen über Museen

Stockholm ist wohl die Stadt der Museen. Auf der Suche nach den besten Museen war ich zunächst maßlos überfordert, weil die Auswahl einfach riesig war.

Für den letzten Tag meines Trips habe ich mich für Skansen entschieden. Das Freilichtmuseum liegt auf der Insel Djurgården, wo sich eine Vielzahl der Stockholmer Museen befindet. Skansen zeigt Exponate rund um das Leben in Skandinavien vor der Industrialisierung. Außerdem leben im Freilichtmuseum viele verschiedene nordische Tiere, wie zum Beispiel Wölfe, Bären, Schweine und Kühe (mein Highlight waren definitiv die kleinen Bären). Ich hätte hier den ganzen Tag verbringen können! Mit circa 14€ für Studierende ist der Eintrittspreis auch vollkommen gerechtfertigt. Am liebsten wäre ich an dem Tag noch ins Vasa Museum, ins Nationalmuseum, ins ABBA Museum oder ins Nordiska Museum gegangen. Aufgrund der Corona Pandemie waren diese Museen aber noch nicht uneingeschränkt geöffnet. Den Nachmittag habe ich bei strahlendem Sonnenschein mit einem Spaziergang um Djurgården verbracht. Auf dem Heimweg zurück nach Norrmalm läuft man durch den Hafen (Strandvägen), wo ich nicht nur den Tag, sondern auch mein Wochenende, perfekt in einer Bar am Wasser ausklingen lassen konnte.

Mir hat Stockholm super gefallen. Aufgrund der Corona Pandemie und auch wegen des plötzlichen Frühlingseinbruches habe ich vermutlich nicht alles, was Stockholm so hergibt, gesehen. Die Zeit an der frischen Luft war jedoch wunderschön. Als ich meine Postkarten auf der Rückfahrt im Zug geschrieben habe, sind mir jedenfalls nur schöne Dinge über mein Wochenende eingefallen.

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