5. September 2025
Die San Francisco Bay Area ist ein Magnet für Menschen, die die Welt gestalten wollen. Doch zwischen Laboren, Vorlesungen und Start‑ups kann man sich als Neuankömmling auch schnell verloren fühlen. Anschluss finden heißt hier mehr als nur neue Freund*innen zu gewinnen – es bedeutet, Teil eines aktiven Ökosystems zu werden, das Wissenschaft, Kunst, Sport und Entrepreneurship miteinander verbindet.
Freizeit‑Sport: Mitmachen statt nur zuschauen
Nicht jede*r, der für ein Semester nach Berkeley kommt, möchte sich direkt einem hochkompetitiven Ligateam anschließen. Zum Glück gibt es eine große Auswahl an Freizeit‑ und Intramural‑Sportarten, bei denen du ohne Vorkenntnisse mitmachen kannst (Freizeit‑Teams innerhalb der Uni, keine offiziellen Ligen). Unter dem Dach von Cal Rec Sports können Studierende „fit bleiben und Spaß haben – mit intramuralen Sportarten, Fitnesskursen und Trainingsmöglichkeiten auf dem Campus.“ Ob lockerer Fußball, Volleyball, Badminton oder Ultimate Frisbee – die Angebote richten sich an alle Leistungsniveaus. So kannst du dich sportlich auspowern und gleichzeitig neue Leute kennenlernen, ohne dich zu verpflichten, jedes Wochenende um Punkte zu kämpfen.
Softball
Wer Lust auf Sport hat, aber keinen vollgepackten Athleten‑Terminkalender möchte, findet studentisch organisierten Softball Teams eine spannende Alternative. Das Team „Isothermal PBRs“ (unser Softball‑Team; PBR steht hier für ‚Pabst Blue Ribbon‘, eine Biermarke) versteht sich als Möglichkeit, Fastpitch‑Softball ohne den hohen Aufwand des NCAA‑Teams zu spielen. Wir spielen von Juni bis August jede Woche und haben zu Beginn der Saison auch mal trainiert. Wir spielen gegen andere Teams der UC Berkeley und sind diese Saison sogar bis ins Halbfinale gekommen. Ein entspannter Ausgleich ohne viel Druck wie dieser hat mir auf jeden Fall sehr gut getan. Auch gab es immer wieder Veranstaltungen des Teams, was eine perfekte Gelegenheit ist, neue Freunde zu finden und bestehende Freundschaften zu stärken. Ehrlicherweise sind solche Events immer ein wenig aufregend oder einschüchternd, aber aus Erfahrung kann ich sagen, die Überwindung, wirklich zu den Spielen zu gehen ist unfassbar wertvoll. Die Menschen sind meistens sehr hilfsbereit und nett und man hat direkt Spaß und Kontakt zu potentiellen Freunden. Auch Sprachbarrieren sind normalerweise kein Problem solange man halbwegs gut Englisch spricht.

Tanz – Main Stacks Dance Team & TrueLement
Für kreative Köpfe, die sich über Bewegung ausdrücken wollen, gibt es gleich mehrere Tanzgruppen. Main Stacks Dance Team nutzt Tanz als Medium zur persönlichen Entwicklung und Gemeinschaft. Das 2008 gegründete Team fördert seine Mitglieder durch Training, Wettkämpfe und soziale Aktionen; es legt Wert auf Wachstum, Demut und eine starke Community.
TrueLement (TL) ist ein weiterer Tanz‑Club mit langer Tradition. Gegründet 1998, ist TL für „upbeat, diverse und energiegeladene Performances“ bekannt und bietet den Mitgliedern eine einzigartige Erfahrung, die sie physisch und mental fordert.
Musik – The Intermission Orchestra
Wer die Musik aus Anime, Videospielen und Filmen liebt, sollte die Intermission Orchestra at Berkeley kennenlernen. Laut ihrer Selbstbeschreibung bietet das studentische Orchester „orchestrale, Rock‑ und Jazz‑Interpretationen von Musik aus Videospielen, Filmen und Anime“ und besteht aus engagierten Freiwilligen. Das Ensemble bringt regelmäßig kostenfreie Konzerte auf den Campus und schafft eine kreative Gemeinschaft für Nerds und Musiker*innen zugleich. Hier ist die Barriere mitzuspielen auch nicht so hoch wie im Symphonie Orchester der UC Berkeley. Ich hatte leider meine Viola nicht dabei und war deshalb „nur“ auf deren Konzerten mit Freunden – super, um ein wenig abzuschalten.
Football – die California Golden Bears als Fans erleben
Zwar ist das American‑Football‑Team der California Golden Bears eine hochklassige NCAA‑Mannschaft (NCAA = größter College‑Sportverband in den USA), doch die Spiele sind offen für alle Studierenden. Das Team repräsentiert die University of California, Berkeley in der NCAA Division I FBS, spielt im California Memorial Stadium und hat seit seiner Gründung 1886 fünf nationale Titel gewonnen. Statt selbst zu spielen, kannst du als Fan Teil der legendären „Blue & Gold“‑Stimmung werden und bei Heimspielen mit anderen Studierenden jubeln – eine einfache Möglichkeit, Anschluss zu finden. Gleiches gilt natürlich auch für Basketball oder Fußball. Ich war beispielsweise auf mehreren Basketball Spielen und die Stimmung ist immer super – ständig Unterhaltung ohne Pause, sehr amerikanisch.