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Auf einen Tee in Sarajevo

Auf einen Tee in Sarajevo

Zugegebenermaßen wusste ich über Bosnien-Herzegowina vor meiner Reise nicht besonders viel. Mir ist vor einiger Zeit allerdings zufällig ein Bild von der Brücke in Mostar in die Hände gefallen und seitdem steht der Ort auf meiner Bucket List. Als dann das Angebot für den Trip kam, musste ich einfach zusagen.

Frau steht am Ufer eines Flusses. Im Hintergrund eine Brücke.
Mostar kann ich jetzt auf meiner Bucket List abhaken!

 

Wie schon bei meinem ersten längeren Wochenendtrip nach Wien, Bratislava und Budapest, war ich wieder mit dem Erasmus Student Network Ljubljana unterwegs. Dieses Mal ging es in den Balkanstaat Bosnien-Herzegowina.

Sarajevo erkunden

Die Reise begann schon früh am Freitagmorgen um 01:00 Uhr mit einer sehr langen Busfahrt von Ljubljana nach Sarajevo. Mit all den Grenzüberquerungen und Pausen sind wir nach etwa zehn Stunden in der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina angekommen. Direkt nach der Ankunft ging es für uns in die Innenstadt, wo ein lokaler Guide auf uns gewartet hat. Er führte uns durch die Altstadt und erzählte uns einiges über die Geschichte der Stadt. An den Gebäuden konnte man gut die verschiedenen Einflüsse der Vergangenheit erkennen. Moscheen aus der Zeit des osmanischen Reichs stehen nur wenige Meter entfernt von katholischen Kirchen, die während der österreich-ungarischen Herrschaft erbaut wurden. Außerdem gib es eine alte Synagoge und auch serbisch-orthodoxe Kirchen sind in der Stadt zu finden. Unser Guide bezeichnete Sarajevo wegen der Präsenz der verschiedenen Religionen auch als das Jerusalem Europas. In der Vorstadt dagegen ist das Stadtbild von typischen Plattenbauten aus der Zeit des kommunistischen Jugoslawiens geprägt. An einigen Häusern sind die Spuren des Bosnienkriegs in den 1990er Jahren durch Einschusslöcher noch deutlich zu sehen. Bekannt ist die Stadt vor allem auch für das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau, welches einer der Hauptauslöser für den ersten Weltkrieg war. Außerdem fanden 1984 die olympischen Winterspiele in Sarajevo statt, die die internationale Aufmerksamkeit auf die Stadt lenkten. Auch heute kann man in den Bergen rund um Sarajevo Wintersport betreiben. Nach der Führung hatten wir noch einige Stunden Zeit die Stadt selbst zu erkunden. Unser Guide hat uns empfohlen unbedingt den bosnischen Kaffee zu probieren, der in traditionellem Kupfergeschirr zubereitet wird. Da ich persönlich Kaffee nicht besonders gut vertrage, habe ich mich allerdings für einen türkischen Tee entschieden. Der hat mir sehr gut geschmeckt! Nach der Tee-Pause und ein wenig Souvenir shopping, ging es in unser Hotel.

Magisches Mostar

Für den nächsten Tag stand ein Ausflug nach Mostar auf dem Plan. Die Stadt liegt im Süden des Landes am Fluss Neretva und ist bekannt für ihr Wahrzeichen – die Brücke aus dem 16. Jahrhundert, die von einem osmanischen Architekten entworfen wurde. Von Sarajevo aus dauerte die Busfahrt etwa drei Stunden. In Mostar angekommen gab es eine Führung durch die Altstadt und geschichtliche Hintergründe zur Stadt. Mostar wurde im Krieg zu etwa 80 Prozent zerstört und auch heute sind noch einige Häuser nicht wieder aufgebaut. Die Brücke fiel ebenfalls den Bomben zum Opfer, sie wurde aber nach dem Krieg wieder neu aufgebaut. Mittlerweile gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Nach der Führung hatten wir wieder einige Stunden Freizeit, um die Stadt zu entdecken. Besonders macht Mostar für mich das mediterrane Flair. Die Stadt gehört zu den heißesten in Europa und auch bei meinem Besuch im November hatten wir angenehme 20 Grad Celsius. Entlang der schmalen Gassen finden sich viele kleine Läden, die Souvenirs und Kunsthandwerk verkaufen. Außerdem gibt es viele Restaurants und Cafés, die lokale Spezialitäten anbieten. Nach einem schönen Tag ging es wieder mit dem Bus zurück nach Sarajevo.

Heimreise über Banja Luka

Am dritten Tag machten wir uns nach dem Frühstück im Hotel auf den Rückweg nach Ljubljana. Auf halber Strecke liegt die zweitgrößte Stadt Bosnien-Herzegowinas, Banja Luka, die wir bei der Gelegenheit besichtigten. Wie schon in den Städten zuvor, bekamen wir auch hier eine kurze Stadtführung, um uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehen zu können. Hierzu gehören die alte Burganlage, eine Moschee und eine serbisch-orthodoxe Kirche. Nach einigen Stunden und einem Mittagessen später, ging es in den Bus für die letzte Etappe der Heimreise. Spätabends kamen wir wieder in Ljubljana an.

Insgesamt hat mir der Trip gut gefallen. Für ein einziges Wochenende würde ich die langen Fahrtzeiten allerdings nicht mehr in Kauf nehmen, sondern gleich einen längeren Aufenthalt in der Region planen. Besonders gut gefallen hat mir Mostar, allerdings hat mich auch Sarajevo positiv überrascht und beeindruckt. Bosnien-Herzegowina hatte ich vor diesem Trip nicht wirklich als Reiseziel auf dem Schirm, jetzt bin ich aber sicher, dass ich noch einmal mit ein wenig mehr Zeit wieder kommen möchte, um das Land noch besser kennenzulernen.

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