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Ghana: Zwischen Auslandspraktikum und Ehrenamt

Ghana: Zwischen Auslandspraktikum und Ehrenamt

In Accra bin ich sowohl Praktikantin am Goethe-Institut Ghana als auch freiwillige Helferin an der New Horizon Special School. In diesem Beitrag teile ich mit dir meine Beweggründe, an beiden Einrichtungen zu arbeiten.

Während meines Auslandssemesters in Slowenien habe ich nicht nur als Austauschstudentin an der University of Ljubljana, studiert, sondern mich auch einmal in der Woche am Goethe-Institut Ljubljana engagiert. Wenn ich im Ausland studiere/arbeite und für längere Zeit an einem Ort bin, suche ich mir weitere Aktivitäten, um meinen Horizont zu erweitern und neue Menschen kennenzulernen. Für Ghana habe ich mich am Goethe-Institut beworben und konnte mich dann vor Ort für die Freiwilligenarbeit an der New Horizon Förderschule vorstellen.

Praktikantin am Goethe-Institut

In meinem Beitrag „Warum ich zum neunten Mal ins Ausland gehe“ erläutere ich kurz die Beweggründe meines Aufenthaltes in Ghana. In die Arbeit des Goethe-Instituts konnte ich, wie bereits erwähnt, in Ljubljana  schon einmal rein schnuppern. Da ich nur einmal wöchentlich ausgeholfen habe, musste ich mich lediglich auf einen Aufgabenbereich konzentrieren. Dort habe ich das Sprachcafé geleitet und bei kleineren Anliegen geholfen. Dieser kleine Einblick reichte aber schon aus, um meine Neugier hinsichtlich der Arbeit an Goethe-Instituten zu wecken. Aus diesem Grund habe ich mich dann dazu entschieden, für eine längere Zeit an einem der zahlreichen Institute weltweit zu arbeiten.

Sprachabteilung, Kulturarbeit oder doch Verwaltung?

Die Arbeit des Goethe-Instituts ist vielfältig. Sie gliedert sich in drei große Bereiche: Sprachabteilung, Kulturarbeit und Verwaltung. Innerhalb der Kulturarbeit werden Veranstaltungen organisiert und durchgeführt. Die Verwaltung hingegen übernimmt administrative Tätigkeiten. Da ich Germanistik auf Lehramt studiere, weckt die Sprachabteilung mein Interesse, weil…

  • innerhalb der Sprachabteilung sprachwissenschaftliche Themen wie Zwei- und Mehrsprachigkeit vorkommen,
  • Methoden für Deutsch als Zweit-/Fremdsprache angewandt werden,
  • die Sprachabteilung im direkten Kontakt zu den Deutschlernenden steht,
  • ich hier die aus dem Studium erworbenen Fertigkeiten ausprobieren und testen kann
  • und ich innerhalb der Sprachabteilung als zukünftige Lehrerin erste Lehrerfahrungen sammeln kann.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich mich sehr für Sprachwissenschaften interessiere. Deswegen belegte ich im Studium einige Module zur Zwei- und Mehrsprachigkeit sowie Deutsch als Zweit-/Fremdsprache. Ziel meines Praktikums ist es, mich auf akademischer Ebene weiterzuentwickeln. Ich möchte mir neue Methoden und Strategien für einen sprachsensiblen Unterricht aneignen und das Leben einer in Vollzeit arbeitenden Person am „eigenen Leib“ spüren.

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Das ist ein Ausschnitt meines Büros. Hier sitze ich am Laptop und schaue mir meinen Blog an 😉

Freiwilliger Einsatz an der Förderschule

Durch mein Praktikum am Goethe-Institut gehe ich meinen akademischen Anliegen nach. Ich bilde mich im Rahmen meines Studiums fort und erweitere meine Kenntnisse im Bereich der Germanistik. Mein soziales Engagement an der New Horizon Special School erfüllt mich dazu noch im persönlichen Sinne.

Als Tutorin für Maschinenbaustudierende, Baby- und Kleinkindschwimmkursleiterin, Vertretungslehrerin an einem Gymnasium und Sommercampleiterin für Kindergartenkinder habe ich in Deutschland sehr viel Erfahrung in sozialen Berufen gesammelt. Mit meinen Tätigkeiten decke ich Altersklassen von drei Monaten bis hin zu 30 Jahren ab. Deswegen habe ich schon Arbeitserfahrungen in der Säuglings-, Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. An einer Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt zu arbeiten, war mir dagegen bisher unbekannt. An der Förderschule lerne ich Tag für Tag neue Förder-, Entwicklungs- und Bildungsmaßnahmen kennen, die ich als Lehramtsstudentin zuvor nicht gekannt habe. Die Arbeit geht über meinen bisherigen Wissenshorizont hinaus. Täglich begegne ich neuen, spannenden Situationen und wachse an meinen Erfahrungen. Weil ich die Arbeit komplett freiwillig mache, habe ich sehr viel Spaß dabei, den Lernenden zu helfen und sie auf ihrem Bildungs- und Entwicklungsweg zu unterstützen.

Meine Arbeitszeiten an Werktagen

Unter der Woche bin ich als Vollzeitpraktikantin am Goethe-Institut eingestellt. Ich arbeite von Montag bis Freitag von 09:00 bis 16:00 Uhr. Dazwischen habe ich eine einstündige Mittagspause. Die Arbeitszeiten am Institut variieren sehr, je nachdem, wie viel an diesem Tag ansteht. An der Förderschule helfe ich dreimal die Woche aus. Da sich die Schule in der Nähe des Instituts befindet, kann ich morgens von 07:00 Uhr bis 08:45 Uhr Unterstützung bieten. Danach mache ich mich auf den Weg zur Arbeit am Institut.

Und was mache ich am Wochenende?

Jeden Sonntag versuche ich, ein Waisenhaus zu besuchen und mit den Kinder und Jugendlichen Zeit zu verbringen. Wir spielen Spiele und haben alle zusammen sehr viel Spaß!

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