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Barcelona oder München: Wo würde ich lieber auf Wohnungssuche gehen?

Barcelona oder München: Wo würde ich lieber auf Wohnungssuche gehen?


15 Uhr: Nach der vierten Wohnungsbesichtigung des heutigen Tages zieht es mich ans Meer. Bei 28 Grad am Strand zu entspannen sticht wohl sowieso jedes Argument für München aus. Auch so ist die Wohnungssuche in Barcelona ein Stück leichter als in München – aber ein Selbstläufer ist sie trotzdem nicht.

Prinzipiell läuft die Wohnungssuche auch in Barcelona über diverse Internetseiten. 

Idealista 

Idealista ist die wohl bekannteste Website, die mich ein bisschen an WG-Gesucht erinnert. Hier sind die meisten Wohnungen inseriert und der Ablauf ist relativ selbsterklärend. Man erstellt sich ein Profil und kann sich anschließend mit Suchkriterien alle verfügbaren Wohnungen samt Beschreibung und Bildern anzeigen lassen. Bei Interesse schreibt man dem Vermieter eine E-mail oder, hier in Spanien, auch sehr oft einfach via WhatsApp bezüglich einer Wohnungsbesichtigung.

Badi

Badi ist etwas moderner und wird meiner Meinung nach häufiger als App auf dem Handy verwendet, da man anhand des eigenen Profils und der angegebenen Vorlieben und gefilterten Suchkriterien ein Match mit Wohnungsanbietern erzielen kann. Man bekommt hier auch täglich automatisch generierte Anfragen, da eine Übereinstimmung erzielt wurde. Natürlich kann man auch ganz normal im Browser die Landkarte durchforsten. Oftmals werden die Wohnungen bei Badi und bei Idealista gleichzeitig angeboten.

Spotahome

Die Wohnungssuche bei Spotahome läuft quasi über eine Agentur. Mitarbeiter der Website besichtigen die Wohnungen und machen die Bilder, die dann anschließend im Netz landen. Man muss hier also nicht selbst auf Visite gehen, sondern kann von zuhause aus eine Wohnung mieten. Diesen Service lässt sich die Website mit einer Gebühr vergüten, die bei einem Aufenthalt von einem Jahr auf die Monate verteilt nicht unbedingt Wucher erscheint. Happycasa, Uniplaces und DePisoenPiso funktionieren ähnlich.

Alternativen

Es ist immer ratsam, bei Facebook die Erasmusgruppen zu durchforsten und nach einer Wohnung zu fragen. Außerdem kommt man direkt in Kontakt mit Gleichgesinnten und es bilden sich oft Kleingruppen, die dann gemeinsam auf Suche gehen oder sich die Agenturkosten teilen. Freunde und Bekannte sind auch eine gute Anlaufstelle. Manchmal hat man Glück. Man kann auch AirBnb Hosts anschreiben und fragen, ob sie mit einem Sonderpreis für Langzeitmieter einverstanden wären.

Meine Wohnungssuche

Ich selbst habe mein WG-Zimmer über Idealista gefunden. Auch wenn ich mir vorgenommen hatte, erst vor Ort zu suchen, habe ich in der letzten Woche vor dem Abflug etwas Panik bekommen und dann trotzdem schonmal die Internetseiten aufgerufen und einige Vermieter angefragt. Da ich die Wohnungen jedoch noch nicht besichtigen konnte und sie meistens ein paar Tage später dann schon vermietet waren, hat das die Gemütslage eigentlich eher verschlechtert. Es kann dennoch sicherlich nicht schaden einmal reinzuschnuppern, um einen ersten Einblick zu erhalten, welche Art von Wohnungen einen überhaupt erwarten und um die Stadtgebiete kartentechnisch kennenzulernen.

Wohnungsschlüssel in El Born
Wohnungsschlüssel

Letztendlich habe ich relativ kurzfristig ein AirBnb für eine Woche gebucht und vor Abflug bereits die ersten Besichtigungen vereinbart. Ich habe sicher 100 Mails verschickt, auf ein Drittel davon eine Antwort erhalten und fast 15 Wohnungen angeguckt. Am sechsten Tag habe ich dann eine passende Wohnung gefunden und nach einem kurzen Kennenlernen der Mitbewohner die Zusage erhalten. Dies ist eigentlich auch eher unüblich, da die Vermieterin in den meisten Fällen nicht in der Wohnung lebt und die Besichtigung selbst durchführt und man die Mitbewohner erst danach kennenlernt.

Jeder muss selbst entscheiden, wie er seine Prioritäten setzt. Ich denke es ist fast unmöglich, in diesem kurzen Zeitraum das perfekte Zimmer zu finden. Mein Hauptaugenmerk lag auf einer guten Lage, Tageslicht, einem erschwinglichen Preis und ob es erlaubt ist, Besuch aus der Heimat zu empfangen. Meistens sind die Wohnungen hier leider so aufgebaut, dass die Schlafzimmer nach innen gerichtet sind und das Wohnzimmer das Sonnenlicht empfängt. Letztendlich hätte ich fast am zweiten Tag schon eine Wohnung genommen, aber mich dann dagegen entschieden, ohne zu wissen was noch kommt. Auf der einen Seite bleibe ich zwar nur ein paar Monate aber auf der anderen Seite dann eben schon ein paar Monate und deshalb bin ich dieses Risiko eingegangen, weil ich kein gutes Bauchgefühl hatte.

Ab wann mietet man am besten?

Da ich erst zu Beginn des Monats anreisen konnte, war das AirBnb auch nicht die beste Lösung, da man meistens trotzdem die Miete für den gesamten Monat zahlen muss, auch wenn man erst in der Mitte einzieht. Daher würde ich empfehlen ,bereits gegen Ende des vorherigen Monats anzureisen. Im September suchen sowieso die meisten Menschen nach einer Wohnung und es empfiehlt sich eine verfrühte Anreise. Dennoch war dies immer noch  günstiger als eine Agentur anzuschreiben, da mein Aufenthalt verhältnismäßig kurz ist. Ich würde sagen, dass mein Weg schon teilweise stressig und nicht immer aussichtsreich, aber zielführend war.

Wer sich jedoch jeglichen Stress ersparen möchte, dem empfehle ich am besten zusammen mit anderen Studierenden den Weg über eine Agentur. Ansonsten wäre es natürlich perfekt, wenn man einen Vermieter über eine der oben genannten Websites anschreibt, dieser einem die Wohnung per Videocall zeigt, keine Reservierungsgebühren verlangt und einen absolut vertrauenswürdig am Tag der Ankunft mit den Schlüsseln empfängt – soll es geben.

Keinesfalls sollte man jedoch Einzelpersonen ohne irgendeinen Vertrauensbeweis oder Gegenwert z.B. in Form der Hausschlüssel Geld überweisen, da einfach zu viele Betrüger unterwegs sind.

Stadtgebiete in Barcelona

Ich habe bei mich bei meinen Suchkriterien auf

  • Barri Gótic (Altstadt, enge Gassen, sehr zentral)
  • El Born (auch Altstadt, weniger touristisch, Strandnähe)
  • Eixample (moderne Viertel, nördlich des Zentrums) und
  • Gràcia (Einheimische, Familien) konzentriert.
Die Wohnungsvirtel von Barcelona als Skizze
Wohnungsviertel

Ich habe mein Zimmer letztendlich in El Born bekommen und bin darüber sehr glücklich. Die hohen Altbauten und engen Gassen vermitteln einen besonderen Charme. Auch die Innenarchitektur ist oft in historischem Stil erhalten und nicht immer unbedingt einladend, jedoch sieht man gerne darüber hinweg, wenn man in so einer tollen Lage wohnen darf und sowieso seine Zeit damit verbringt, die Stadt zu erkunden.

Hier gilt es noch anzumerken, dass die Zimmer nicht immer voll möbliert sind, beziehungsweise einige „Essentials“ wie Kissen und Decke fehlen. Auch bei mir waren lediglich Schrank, Bett und Schreibtisch vorhanden, weshalb ich einen Abstecher zu IKEA machen musste. Dies sehe ich jedoch nicht als Nachteil. Zumindest einer der drei IKEAs in Barcelona ist je nach Wohnlage immer gut mit den öffentlichen Transportmöglichkeiten zu erreichen.

Zu sehen ist der Eingang des IKEA
Entrada = Eingang

Ein kleiner Exkurs

IKEA ist schließlich auch immer ein Erlebnis und es war interessant zu sehen, wie spanische Traditionen in die Gastronomie eingepflegt wurden. So gab es beispielsweise Gazpacho, eine Suppe aus ungekochtem Gemüse, für einen Euro, aber natürlich auch die bekannten Fleischbällchen. Besonders aufgefallen sind auch die verschobenen Essenszeiten. Wenn die deutschen um 15 Uhr nur noch Kaffee trinken, dann ist die Schlange für das Mittagessen hier größer denn je, auch wenn das Extrem IKEA ein schlechtes Bespiel dafür ist. Ich war unabhängig davon noch nie so lange in einer Schlange angestanden. Spanische Mentalität?

Aber jetzt zurück zum Thema

Macht euch eine Liste mit euren Prioritäten. Setzt euch ein Preislimit. Die Mieten liegen im Durchschnitt zwischen 400 und 600 Euro. Wollt ihr unbedingt spanische Mitbewohner, wollt ihr unbedingt ein großes Bett, muss ein Balkon sein? Dann steht dem Aufenthalt nichts mehr im Weg. Auch für mich geht das Erasmussemester jetzt erst so richtig los. Ohne eigenes Zimmer hat es sich einfach unvollständig angefühlt.

Definitiv würde ich lieber in Barcelona als in München erneut auf Wohnungssuche gehen wollen. Neben stressigen Stunden war auch immer Zeit für Sonne, Strand, Tapas und Meer.

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