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Broodjes verdienen leicht gemacht

Broodjes verdienen leicht gemacht

Das Leben in den Niederlanden ist teuer. Von Wohnkosten über den Lebensmitteleinkauf bis hin zu den Studiengebühren – im Vergleich zu Deutschland müsst ihr schon tiefer in die Taschen greifen.

Doch kein Grund zur Panik! Denn auch wenn ihr keine Unmengen an Erspartem zur Verfügung habt, könnt ihr doch mit einem Nebenjob euren Geldbeutel wieder auffüllen. Und mit welchen Tricks ihr einen Job an Land ziehen könnt, vorallem ohne die niederländische Sprache sprechen zu können, verrate ich euch jetzt.

Eure Deutschkenntnisse sind Gold wert

Auch wenn ihr kein Niederländisch sprechen solltet, seid ihr doch Experten in der deutschen Sprache. Und genau das kann es euch ermöglichen, einen Job in den Niederlanden zu ergattern. Da wir uns im Nachbarland von Deutschland befinden, sind nämlich viele Nebenjobs, insbesondere im Bereich Kundenservice, explizit für Deutschsprachige ausgeschrieben. So könnt ihr auf niederländischen Jobportalen wie beispielsweise hier oder auf dieser Seite gezielt nach solchen Nebenjobs Ausschau halten. Und wer weiß, ob ihr nicht am Ende sogar das ein oder andere holländische Wort aufschnappt. Eure Sprachkenntnisse zu verbessern, während ihr auf der Arbeit im wöchentlichen Kontakt mit Niederländern seid, liegt nämlich nicht fern.

Remote geht immer

Wenn ihr keine Lust darauf habt, einen Job in der Niederlande zu suchen, wie wäre es denn dann mit einer Anstellung innerhalb Deutschlands? Insbesondere aufgrund der Pandemie ist die Anzahl an und die Beliebtheit von Remote-Jobs, das heißt Jobs, die ihr auch von der Ferne ausüben könnt, deutlich gestiegen. Somit könnt ihr ganz einfach nach Nebenjobs suchen, die ihr dann letztlich gemütlich von eurem Zimmer aus in Utrecht erfüllt. Stellen im Bereich Social Media und im Kundenservice bieten sich hierfür besonders an. Das ist umso praktischer, wenn ihr plant, nach eurem Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurückzukehren. Da ihr remote arbeitet, müsst ihr dann logischerweise nicht erneut auf die Jobsuche gehen, sondern könnt euren Nebenjob auch weiterhin von Deutschland aus erfüllen.

Erkundigt euch bei eurer Universität

Aufgepasst – Jobausschreibungen der Universität können zu echten Goldgruben führen. Nicht nur großzügig bezahlt, sondern auch im Lebenslauf liest sich die Ausübung eines universitären Jobs sehr gut. Wenn ihr Glück habt, findet sich womöglich sogar eine Stelle in eurem Fachbereich. Das gibt euch die Chance, eure akademischen Fähigkeiten auszubauen, fachbereichspezifische Kenntnisse zu erlangen und zu verbessern und praktische Erfahrung zu sammeln. So könnt ihr ganz entspannt, während ihr an eurer zukünftigen Karriere feilt, nebenher Geld verdienen. Gibt es eine solche Stelle an eurer Universität nicht, zögert nicht bei eurer Fakultät und Professoren nachzufragen. Manchmal können mithilfe finanzieller Mittel der Universität auch Stellen explizit für euch geschaffen werden. Meine Mitbewohnerin hat es auf diese Weise beispielsweise geschafft, eine Stelle als Forschungsassistentin an Land zu ziehen. Einen kleinen Haken gibt es in diesen Fällen dann allerdings oft. Insbesondere im Forschungsbereich sind die Stellen zeitlich auf die Länge des Forschungsprojektes begrenzt, was bedeuten kann, dass ihr nicht für das ganze Semester oder akademische Jahr finanziell abgedeckt seid. Eine andere Möglichkeit, in Verbindung mit eurem Studium einen Nebenjob zu finden, ist die Suche nach bezahlten Praktikumsstellen.

Utrecht ist von Amsterdam nicht weit entfernt

Zwar ist Utrecht eine internationale, weltoffene Stadt mit vielen internationalen Studierenden. Leider sind jedoch viele Stellen für niederländisch sprechende Jobinteressierte vorgesehen. Daher erhöht es die Chancen bei der Jobsuche und -auswahl natürlich sehr, wenn ihr der niederländischen Sprache mächtig seid. Aber auch wenn ihr kein Niederländisch sprechen könnt und bei der Jobsuche in Restaurants, Bars oder Läden kein Glück hattet, habt ihr – wenn ihr in Utrecht wohnt – ein Ass im Ärmel. Denn glücklicherweise befindet sich Amsterdam, eine Stadt mit 821.000 Einwohnern und mit mehr als 170 Nationalitäten gleich um die Ecke. Das Angebot an Jobs für Englisch sprechende Studierende ist hier deutlich höher. Insbesondere im Bereich Service und Tourismus könnt ihr hier eine Anstellung finden. So habe auch ich letztlich meinen Traumjob in der Hauptstadt der Niederlande gefunden. Zudem könnt ihr auch in Amsterdam dem ein oder anderen (internationalen) Studierenden begegnen, der ebenfalls gerade erst in die Niederlande gezogen ist und wie ihr auf der Suche nach Freunden ist.

Probiert es trotzdem

Aus persönlicher Erfahrung kann ich euch bei Zweifeln über die sprachlichen Voraussetzungen eines Nebenjobs nur empfehlen: Probiert es einfach trotzdem! Ich wollte beispielsweise unbedingt als Fremdenführerin auf einem elektrischen Boot über die niederländischen Kanäle schippern. In Utrecht wurde ich auf der Suche nach einem solchen Nebenjob nicht fündig. Eine solche Traumstelle habe ich dann tatsächlich erst in Amsterdam gefunden. Ein Problem gab es da jedoch – die Jobausschreibung verlangte, dass Bewerbende neben Englisch (entsprechende Touren werden auf Englisch angeboten) auch Niederländisch sprechen können müssen. Da ich die Stelle jedoch so gerne bekommen wollte, habe ich es trotzdem versucht und eine Bewerbung abgeschickt. In meinem Motivationsschreiben erklärte ich kurzerhand, warum meine fehlenden bis schlechten Niederländischkenntnisse kein Problem darstellen würden und legte dar, wie entschlossen ich bin, in diesem Job zu arbeiten. Und zwei Tage später hatte ich doch tatsächlich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in meinem Posteingang. Ich möchte hiermit keineswegs sagen, dass das immer so ablaufen muss. Für einige Nebenjobs ist die niederländische Sprache zu beherrschen, sicherlich unumgänglich. Lässt sich jedoch in der Jobbeschreibung zwischen den Zeilen lesen, dass Bewerbende, die beide Sprachen sprechen, lediglich bevorzugt werden, dann lasst euch nicht einschüchtern! Vielleicht landet ihr wie ich am Ende in eurer Traumposition.

Ein paar Hinweise zum Schluss

Als Student aus dem EU-Ausland könnt ihr zwar ohne Arbeitserlaubnis oder Einschränkungen (zum Beispiel bezüglich der Arbeitszeiten) in den Niederlanden arbeiten. Jedoch gibt es einige Besonderheiten zu beachten.

Bürgerservicenummer

Wenn ihr in den Niederlanden arbeitet, müsst ihr euch zuvor bei der jeweiligen Gemeinde registrieren und eine sogenannte BSN (Bürgerservicenummer) vorweisen können.

Niederländische Krankenversicherung und Beantragung des Krankenversicherungszuschusses

Darüber hinaus müsst ihr leider auch eine niederländische Krankenversicherung abschließen. Alles zum Krankenversicherungssystem findet ihr auf dieser Seite zusammengefasst. Glücklicherweise besteht die Möglichkeit, einen Krankenversicherungszuschuss zu beantragen, der euch finanziell extrem entlasten kann. Alle Infos hierzu findet ihr hier.

Prüfung des Anspruchs auf niederländische Studienfinanzierung für EU-Studenten

Schafft ihr es mindestens 56 Stunden pro Monat in den Niederlanden zu arbeiten, dann habt ihr möglicherweise auch Anspruch auf die niederländische Studienfinanzierung für EU-Studierende. Zu den Vorteilen zählt zum Beispiel das kostenfreie Reisen mit der Bahn innerhalb der gesamten Niederlande wahlweise an den Wochenenden oder unter der Woche. Solltet ihr keinen Anspruch auf Studienfinanzierung inne haben, könntet ihr trotz allem einen Anspruch auf das kostenfreie Reisen für Studenten an Wochenenden bzw. unter der Woche haben. Einen Versuch ist die Prüfung eures Anspruches daher allemal wert.

Steuern bezahlen

Bezieht ihr Einkünfte aus den Niederlanden, müsst ihr auf diese Steuern bezahlen. Wie das funktioniert und alles Wissenswerte zum Abgabensystem der Niederlande findet ihr hier. Praktischerweise könnt ihr für einen eurer Nebenjobs eine sogenannte loonheffing erhalten. Das bedeutet, dass ihr Rabatt auf die Steuern, die ihr bezahlen müsst, bekommt. Hierzu müsst ihr nur eurem Arbeitgeber Bescheid geben (falls dieser euch nicht ohnehin danach fragt), der anschließend alles Weitere in die Wege leitet. Habt ihr mehr als einen Nebenjob, macht es Sinn, die loonheffing für den Job zu verlangen, bei dem ihr mehr Geld verdient beziehungsweise mehr Stunden arbeitet.

Konformität mit Studiendarlehen und Stipendium

Und zu guter Letzt: Habt ihr einen Anspruch auf ein Studiendarlehen oder ein Stipendium, dann stellt eure Nachprüfungen an! Überschreitet ihr nämlich die Zuverdienstgrenze, kann dies Auswirkungen auf diesen haben.

Wie ihr seht, ist die Jobsuche in den Niederlanden gar nicht so schwer. Es erfordert sicherlich ein bisschen mehr Aufwand als zu Hause. Jedoch gibt es euch auch die Chance, einzigartige Erfahrungen zu sammeln, nebenher eure Sprachkenntnisse zu verbessern und tiefer in die Kultur einzutauchen. Und mit am wichtigsten: Durch einen Nebenjob in den Niederlanden könnt ihr letztlich eure Broodjes (Niederländisch für Brötchen) verdienen.

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