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Erasmus in Italien: Was Du beachten musst

Erasmus in Italien: Was Du beachten musst

Ein Auslandssemester ist mit viel Arbeit verbunden. Nicht nur während, sondern vor allem vor der Abreise. Fünf W-Fragen, die mir bei der Vorbereitung auf mein Erasmus-Semester in Palermo geholfen haben.

Wann?

So früh wie möglich anfangen! Es gilt, einige Fristen zu beachten. Zuallererst die Bewerbungsfrist deiner Hochschule. Diese erfährst Du auf der Homepage oder persönlich im International Office. Ich studiere an der Universität Siegen, dort war die Frist Mitte Januar für das Wintersemester und Mitte Juni für das Sommersemester. Ehrlich gesagt war ich fürs Wintersemester zu spät dran, sodass ich nun im Sommer ein Auslandssemester absolvieren werde.

Für eine erfolgreiche Bewerbung brauchst Du ebenfalls einige Zeit, da Du dir von einem Dozenten ein Empfehlungsschreiben ausstellen lassen musst. Auch nachdem Du angenommen worden bist, gilt es, einigen Papierkram zu erledigen. Vor allem die Erstellung eines Learning Agreements nimmt einige Zeit in Anspruch, da du zwei Unterschriften, eine von deiner Heimatuniversität und eine von deiner Gastuni, brauchst. Ich musste dies sogar zwei mal tun, da sowohl die Uni Siegen als auch die Uni Palermo verschiedene Formate für ein Learning Agreement haben.

Wo?

Wo Du willst! Am einfachsten ist es, an einer Partnerhochschule deiner Fakultät oder deines Studiengangs zu studieren. So habe ich es gemacht. Lass Dich einfach inspirieren. Bei mir war es einfach: Da ich schon immer mal in Italien leben wollte, anstatt das Land nur einige Tage während eines Urlaubs zu erleben, um tiefer in die Kultur und Geschichte eintauchen zu können, entschied ich mich sehr schnell.

Allerdings fiel meine Wahl als Historiker zuerst auf die Universität Bologna, die 1088 gegründet wurde und als eine der ältesten Hochschulen der Welt gilt. Da dort jedoch in meinem Studienbereich nur Kurse auf Italienisch angeboten werden war dies leider nicht möglich. Meine zweite Wahl fiel dann auf Palermo.

Warum? Nunja, erstmal ist die Uni hier auch schon über 200 Jahre alt. Und die Stadt liegt am Meer. Außerdem gilt sie als Treffpunkt von Orient und Okzident, da sie quasi seit ihrer Gründung immer von verschiedenen Großmächten beherrscht wurde, die ihre jeweiligen Kulturen im Stadtbild verankerten.

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, als Freemover im Ausland zu studieren. Mehr Infos dazu könnt ihr bald bei einem anderen Correspondent, Safin finden, der als Freemover nach Los Angeles geht. Hierbei bekommt ihr jedoch keine Erasmus-Förderung. Das bringt mich zur nächsten Frage:

Wie finanziere ich es?

Die Förderung der Europäischen Union ist natürlich eine super Sache. Doch in Italien, sogar ganz im Süden, reicht diese leider nicht aus, um mehrere Monate davon leben zu können. Ich habe, sobald mein Entschluss feststand, mehr gearbeitet und konnte so jeden Monat etwas Geld zurücklegen. Außerdem habe ich einen kleinen Bildungskredit der KfW aufgenommen, um vor Ort nicht plötzlich ohne Geld dazustehen. Ich versuche jedoch, einen Großteil davon nicht auszugeben. So kann ich den Kredit hoffentlich möglichst schnell zurückzahlen.

Wie komme ich hin?

Von Süddeutschland aus gibt es mehrere Bahnverbindungen nach Norditalien und sogar direkt nach Rom. In Italien selbst ist Bahnfahren darüber hinaus dank staatlicher Subventionen sehr billig. Gerade, wenn ihr mehr Zeit habt rate ich, den Zug zu nehmen. Es ist entspannter, einfach kurz vor Abfahrt direkt zum Zug zu gehen, anstatt zwei Stunden vorher da sein zu müssen, um erstmal durch diverse Sicherheitskontrollen zu müssen. Außerdem seht ihr so viel mehr von der Landschaft. Ich bin von Rom aus einen ganzen Tag nach Palermo gefahren, die Hälfte der Strecke direkt am Meer entlang. Für unschlagbare 26 € mit Gepäck. Derselbe Flug hätte mit CO2-Kompensation, z.B. bei Atmosfair oder myclimate , über 100 € gekostet.

Warum?

Das Erlernen einer neuen Sprache, das Essen, Lust am Reisen oder schlicht für den Lebenslauf, die Gründe sind zumeist ganz individuell. Ich wollte vor meinem Master-Abschluss unbedingt nochmal im Ausland leben, denn wer weiß, wann ich noch einmal Gelegenheit dazu habe. In den nächsten Wochen werde ich auf dieser Seite meine Eindrücke aus Sizilien teilen.

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