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Medizinstudium & Erasmus – das ist doch wie Pommes & Senf!?

Medizinstudium & Erasmus – das ist doch wie Pommes & Senf!?

„Das Studium dauert eh schon so lange!“ – „Da kann man sich doch fast nichts anrechnen lassen!“ – Passt ein Auslandsaufenthalt ins Medizinstudium? Ich sage: Ja!

Wer ich bin?

Ich heiße Nico und bin 23 Jahre alt. Ich komme aus Bayreuth und studiere Medizin in München. Die nächsten vier Monate werde ich im schönen Barcelona verbringen.

Die Zeit läuft…

Für mich war eigentlich bereits nach dem Physikum im fünften Semester klar, dass ich ein Auslandssemester machen möchte. Deshalb habe ich regelmäßig Fächer aus höheren Jahren vorgezogen, um mir ein Semester dafür freizuschaufeln. Wenn es mit dem Auslandsaufenthalt nicht geklappt hätte, hätte ich die freie Zeit einfach für meine Doktorarbeit genutzt. Zumindest hätte ich keinen großen Nachteil gehabt, da sich die zusätzliche Belastung meiner Meinung nach in Grenzen hielt.

Prinzipiell hätte ich es auch nicht schlimm gefunden, wenn ich ein Semester länger studiert hätte, da ich noch relativ jung bin und man je nach Umfang der Doktorarbeit sowieso sehr oft ein Freisemester nehmen muss. Hier sollte natürlich jeder seine eigenen Prioritäten für den Ablauf des Studiums setzen. Ob es sich gelohnt hat, werde ich in vier Monaten bewerten können. Dem Urteil meiner Vorgänger zufolge stehen die Chancen jedoch nicht schlecht. Es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten, keine Zeit zu verlieren.

Anrechnung von Leistungen

Das Medizinstudium unterschiedet sich von Land zu Land sehr. Auch wenn die gelehrten Inhalte der Fächer weitestgehend gleich sind, ist die Art und Weise der Vermittlung sehr unterschiedlich. Ich musste den zuständigen Lehrkoordinatoren des jeweiligen Fachbereichs in Deutschland eine Angabe der Klinik in Spanien, der Zeiträume, der ECTS Punkte, und einen kurzen Abriss über das Curriculum vorlegen, sodass die Veranstaltungen jeweils auf Gleichwertigkeit geprüft werden konnten. Führt man diese beiden Punkte zusammen, wird die Problematik schnell deutlich.

Da es in Spanien keine Famulaturen (medizinische Praktika in den Semesterferien) gibt, sondern während des Semesters umfassendere praktische Veranstaltungen stattfinden, ist dies kein großes Hindernis gewesen. Um hier jedoch wirklich den gleichen Lehrumfang abzuleisten, muss man natürlich genauso viele Fächer wie in Deutschland belegen. Die Klausuren in Spanien sind Erfahrungsberichten zufolge tendenziell schwerer und man darf auch die Sprachbarriere nicht unterschätzen, da man die medizinischen Fachbegriffe nicht so einfach mit dem Alltagsgebrauch vergleichen kann. Generell kann ich jedem also nur empfehlen, sich frühzeitig zu informieren, Gedanken über die Gestaltung des Studiums zu machen und die eigenen Möglichkeiten auszureizen. 

Ich habe mir vorgenommen, vor Weihnachten die Heimreise anzutreten. Dann kann ich im Januar zum Semesterende meine letzten vier Klausuren an meiner Uni in Deutschland mitschreiben, mich in Spanien mehr auf die Praktika, weniger auf die Klausuren konzentrieren und im Sommer entspannt und scheinfrei ins 10.Semester starten. Ich bin mit dieser Entscheidung sehr zufrieden. 

Pommes und Senf? – Es wird sich zeigen …

Das Wort Senf mit Pommes geschrieben

 

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