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Es wird Zeit Abschied zu nehmen…

Nach sechs Monaten hier in Valencia wird es für mich Zeit nach Hause zu fliegen und das Erasmus zu beenden. Ich habe in den letzten Monaten nicht nur wahnsinnig viel erlebt, sondern auch viel gelernt, sowohl akademisch als auch über mich selbst als Person. Als ich mich für mein Erasmus in Valencia entschieden habe, war ich voller Erwartungen. Ich hatte dieses perfekte Jahr im Kopf: Sonne, neue Freundschaften, Reisen, unendlich viel Zeit, um alles auszuprobieren, was ich schon immer machen wollte. Ich dachte, ich wüsste ungefähr, was auf mich zukommt. Heute weiß ich: Man weiß es nie. Und genau das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis, die ich aus dieser Zeit mitnehme.

Mein Erasmus war nicht nur leicht, nicht nur aufregend und schon gar nicht nur „instagramperfekt“. Es war intensiv, manchmal überfordernd, manchmal einsam – und gleichzeitig unglaublich bereichernd. Pläne haben sich verändert, Prioritäten haben sich verschoben und ich musste lernen, mit Situationen umzugehen, die ich so nie eingeplant hatte. Genau dadurch habe ich aber mehr über mich selbst gelernt, als ich es mir je hätte vorstellen können.
In diesem Beitrag möchte ich mein größtes Learning aus dieser Zeit mit dir teilen – und dir ein paar Gedanken mitgeben, die ich selbst gerne schon früher wirklich verstanden hätte.

Mein wichtigstes Learning aus meiner Zeit im Erasmus in Valencia

Ich hatte mich bereits im Vorhinein sehr lange auf diese Zeit im Erasmus gefreut und war sehr lange gespannt, wie es wohl sein würde. Als ich im August letzten Jahres in Valencia angekommen bin, hätte ich aber nicht wissen können, dass es nie so kommt wie man es sich vorstellt, und dass das Leben voller Überraschungen steckt, die alles komplett auf den Kopf stellen können.

Ich war fest davon überzeugt, ein ganzes Jahr in Valencia zu verbringen, und genug Zeit zu haben, um alles was ich ausprobieren möchte, zu erleben, aber als ich im Dezember erfahren hatte, dass es meiner Familie nicht gut geht und ich an Weihnachten nach Hause gekommen war und von der Situation erschrocken war, war für mich klar, dass ich früher nach Hause kommen werde! Das war eine große unvorhergesehene Umstellung, mit der ich niemals hätte rechnen können! All die Zeit, die ich in Zukunft noch gehabt hätte, und all das was ich noch geplant hatte, irgendwann mal zu machen, war nicht mehr möglich.

Ich musste also das Beste aus der Situation machen und aufhören an die Zukunft zu denken, sondern anfangen im hier und jetzt zu leben! Und das tat ich auch! Ich genoss seitdem jedenTag und habe mich mit dem Gedanken vertragen, dass ich alles ausprobieren muss, solange ich noch kann! Der Fakt, dass nichts für immer ist, und alles schneller enden kann als man denkt, war das größte Learning aus dieser Zeit. Das Leben kann jeden Moment ein Ende finden, man kann nur hoffen ein langes und erfülltes Leben zu führen, aber eine Versicherung dafür gibt es leider nicht!

Ich habe für mich daraus gezogen, dass ich nie aufhören darf, neugierig zu sein, neue Orte sehen zu wollen, neue Hobbys auszuprobieren, neue Menschen kennenzulernen und neue Sichtweisen auf das Leben zu erfahren. Der Gedanke: „Dafür hab ich ja noch ein ganzes Leben Zeit“ stimmt leider nicht ganz! Vor allem wenn man jung ist, lebt man am sorgenfreiesten und hat noch wenig Verantwortung zu tragen. Deswegen ist es meiner Meinung nach wichtig, sich in jungen Jahren selbst auszuprobieren, und zu verstehen was einem gefällt, damit man sich so früh wie es geht selbst versteht, kennen- und lieben lernt. Für ein erfülltes Leben ist das die Grundlage, und die ist in meinen Augen nicht verhandelbar. Deswegen finde ich jede Möglichkeit aus der Komfortzone und der eigenen bekannten Situation herauszukommen, viel wichtiger als sich immer darauf zu konzentrieren, was man bereits kennt. Ein Umzug in eine andere Stadt oder ein anderes Land, ein Arbeitswechsel oder ein Urlaub in ein fremdes Land, werden dir immer helfen, dich selbst besser kennenzulernen. Es ist nicht gesagt, dass jede Erfahrung dir gefallen wird, oder dass du dich mit neuen Situationen wohl fühlen wirst, aber sicher ist, dass sie dich immer wachsen lassen werden, und das ist das wichtigste!

In meiner Zeit in Valencia hatte ich Schwierigkeiten mit der Sprache und fühlte mich manchmal in der Uni einsam und als Außenseiter. Ich hatte auch ein Problem damit Leute kennenzulernen, mit denen ich das Gefühl hatte, ich würde richtig connecten. Mein Erasmus war eine Zeit mit vielen Höhen und Tiefen, die mich sehr geprägt hat, und mich sehr viel Neues über mich selbst gelehrt hat. Diese Zeit, und die Erfahrungen die ich sammeln durfte, wird mir keiner wegnehmen können. Es ist ein Gut, welches tief in meinem Kopf verankert ist, und mich mein ganzes Leben lang begleiten und prägen wird!

Was ich dir auf deinen Weg mitgeben möchte:

Ich möchte dich natürlich dazu ermutigen ein Erasmus zu machen, weil ich der Überzeugung bin, dass es in deinen jungen Jahren eine sehr formende Erfahrung für dich sein kann! Gleichzeitig möchte ich dir ein paar kleine Ratschläge auf deine Reise mitgeben.

  1. Du bist du selbst, und das ist gut so. Das ist etwas, womit ich persönlich immer zu kämpfen hatte: mich zu akzeptieren, so wie ich bin. Ich war schon immer selbstkritisch und konnte mir Fehler nie wirklich eingestehen. Jeder von uns ist aber nur ein Mensch, und niemand ist perfekt! Wir werden immer wieder hinfallen, mindestens noch 1000-mal in unserem Leben. Wir lernen nie aus und müssen uns damit abfinden! Im Erasmus lernt man sehr viele Leute kennen, doch viele der Beziehungen sind oberflächlich. Oberflächlichkeit ist heutzutage leider immer verbreiteter, besonders unter jungen Menschen und in Großstädten. Wenn beides aufeinandertrifft, wie es meist im Erasmus der Fall ist, kann man sich einsam und anders fühlen, als würde man nicht verstanden werden. Ich habe mich oft so gefühlt, besonders weil ich in einem anderen Land mit einer anderen Kultur gelebt habe und zu einem gewissen Grad immer der Außenseiter war. Solltest du dich manchmal nicht verstanden, einsam oder anders fühlen, brauchst du nicht an dir zu zweifeln oder zu denken, du wärst „falsch“.
  2. Hör nicht auf, Neues zu erleben! Deine Zeit auf der Welt und im Erasmus ist begrenzt. Auch wenn du ein ganzes Jahr irgendwo verbringen solltest, vergeht die Zeit schneller, als du denkst. Du hast im Erasmus die Möglichkeit, viele neue Sachen zu erleben und Neues auszuprobieren. Sammle Erfahrungen, entdecke neue Hobbys und bleib immer neugierig! Nur weil du ein paar Monate in einer Stadt gelebt hast, heißt es noch lange nicht, dass du sie wirklich kennst! Nimm jeden Tag als Geschenk.
  3. Sammle deine Erfahrungen, höre aber auch auf dich selbst! Ich möchte damit sagen, dass du zwar alles schätzen und jede Erfahrung mitnehmen solltest, gleichzeitig auch auf dich und deinen Körper achtgeben musst! Wenn du viel erlebst, immer auf Trapp bist und andauernd sozialisierst, kann es manchmal etwas viel werden. Nimm dir also auch mal die Zeit nur für dich selbst, und gönn dir eine Pause! Höre auf deinen Kopf und auf deinen Körper und bleib auch mal zu Hause! Finde für dich selbst deine perfekte Mitte zwischen Erleben und Ausruhen, denn du bist nur ein Mensch und keine Maschine.

Ich hoffe, ich dir ein paar kleine Tipps näher bringen, die dir bei deinem zukünftigen Erasmus helfen. Wenn du mehr über meine Zeit im Erasmus in Spanien erfahren möchtest, dann folg mir gerne auf Tiktok und auf Instagram unter: „daringoesspain“.

Wir sehen uns beim nächsten Mal.

Hast du noch Fragen?

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