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Let’s Talk Money – Die Finanzierung meines Auslandssemesters

Let’s Talk Money – Die Finanzierung meines Auslandssemesters

Ich habe es zwar bereits angeschnitten, aber hier geht’s um die Wurst, ähm…, ich meine: um das Geld. Hier findet ihr heraus, wie ich mein Auslandssemester finanziere, was hier besonders günstig bzw. teuer ist und einige Tipps und Tricks, wie man in Spanien gut über die Runden kommt.

Finanzierung

Meine fünf Monate in spanischen Valladolid finanziere ich relativ vielseitig, und zwar durch:

1. Auslands-BAföG

Obwohl ich in Deutschland keinen BAföG-Anspruch habe, habe ich trotzdem den Antrag für das Auslands-BAföG ausgefüllt. Ich hatte nicht viel Hoffnung, dass ich tatsächlich diese Förderung bekomme, aber schlussendlich bekam ich einen Brief, dass ich mit knapp 200 € pro Monat unterstützt werde. Für das Auslands-BAföG in Spanien ist das Studentenwerk Heidelberg zuständig und es lohnt sich auf jeden Fall, den Antrag zu stellen.

2. Erasmus+-Förderung

Neben dem Auslands-BAföG gibt es noch die Möglichkeit der Erasmus+-Förderung, wenn du an einer Hochschule studierst, die Teil der Erasmus+-Netzwerks ist. Die Höhe der Unterstützung ist abhängig von den Lebenshaltungskosten des Landes, in dem man studieren wird, sodass ich insgesamt einen Betrag von 810 € zu Beginn des Auslandssemesters bekommen habe. Diesen Betrag gilt es sich gut einzuteilen und das hat soweit auch ganz gut geklappt.

3. Arbeit/Angespartes

Neben „externen“ Unterstützern habe ich auch selber durch Arbeiten und Sparen im Vorfeld des Auslandssemesters ein bisschen Geld angespart. Darüber hinaus unterstützen mich Mami und Papi auch noch. Alles in Allem habe ich dadurch eine gute Grundlage geschaffen, um finanziell im Ausland keine Sorgen haben zu müssen, auch weil in Spanien die Lebenshaltungskosten etwas niedriger sind als in der Heimat.

Worauf man trotzdem aufpassen sollte:

  • Gebühren: Am Anfang meines Auslandsaufenthaltes wurde ich zugegebenermaßen von den Gebühren überrascht, die man hier zahlen muss. Insgesamt sind sie nicht übermäßig teuer, aber habt besser auf dem Schirm, dass der erste Monat ungewöhnlich kostspielig sein kann. Beispielsweise musste ich die Anmeldegebühr für die Uni, den Spanischkurs für ausländische Studenten, eine Aktivierungsgebühr für die neue SIM-Karte, eine Karte für den ÖPNV und das Bike-Sharing-System bezahlen. Jeder einzelne Punkt ist an sich gar nicht so teuer, aber im Nachhinein habe ich dann doch über 300 € allein hierfür ausgegeben.
  • Reisen: Dieser Punkt muss nicht unbedingt teuer sein, die Sache ist eher die, dass es auf Dauer wirklich teuer wird, wenn man fast jedes Wochenende unterwegs ist und hier in Spanien kann man wirklich sehr viel reisen. Vor allem von Valladolid aus kann man in viele recht kleine typisch spanische Städte fahren, egal ob für einen Tag oder mehrere. Darüber hinaus werden auch viele Reisen organisiert, einerseits vom ESN (z.B. nach La Coruña, Barcelona oder Ibiza) und andererseits von einem ehemaligen Tourismusstudenten, Fernando, der fast jedes Wochenende Reisen anbietet: Sei es nach Madrid, Bilbao, Sevilla, Granada, Porto, Segovia oder Salamanca, es ist für wirklich jeden was dabei.
Feuerwerk untertags
Die Reise zu den Fallas nach Valencia mit Freunden war zwar kostspielig, hat sich aber trotzdem gelohnt!

Was in Spanien vergleichsweise günstig ist:

  • Wohnen: Vor allem hier in Valladolid ist es wirklich auffallend, wie viele „Zu verkaufen“- oder „Zu vermieten“-Schilder in leeren Fenstern hängen. Und das liegt nicht daran, dass es so viele Neubaugebiete gibt, es herrscht einfach ein heftiger Wohnungsleerstand. Wirtschaftlich gesehen ist das natürlich bescheiden, aber für ausländische Studierende erleichtert das die Wohnungssuche immens und auch der Preis fällt signifikant (Angebot und Nachfrage und so, ihr wisst Bescheid, ne?). Das heißt, ich zahle vergleichsweise viel, aber trotzdem nur 220 € monatlich mit allem Drum und Dran für ein großes möbliertes Zimmer in einer guten Wohnung mit.
  • Abendunterhaltung: Um diesen etwas euphemistischen Ausdruck zu rechtfertigen, geht es in diesem Absatz nicht nur um das unter Erasmus-Studenten beliebte Feiern (was auch sehr günstig ist: Wenige Diskos kosten Eintritt), sondern ebenfalls um all das, was man in seiner Freizeit so unternehmen kann. Wer zum Beispiel Tapas liebt, kommt in Valladolid auf seine Kosten: In fast allen Bars hier gibt es für höchstens 2,50 € einen Wein mit einer kleinen Tapa, und auch ohne die Tapas rentiert es sich allemal. Auch Kino ist in Valladolid sehr günstig, zwar gibt es in der Stadt „nur“ 3 Kinos, aber trotzdem ist für fast jeden Geschmack was dabei. Studenten kommen hier für 4 € unter der Woche gut weg und es gibt auch einige Tage, an denen die Filme in OV laufen.
Ein Metalleimer voller Bier
7 Bier für 7 €: Schwer dazu Nein zu sagen.
  • Friseur: Was mir hier gleich am Anfang aufgefallen sind die unzähligen Friseure und auch Barbershops, die es hier in Valladolid gibt. Der Preis ist allerdings um einiges günstiger als in Deutschland, sodass Jungs sich nicht selten für 6 € die Haare schneiden und waschen lassen können.

Fazit

Alles in Allem ist es günstiger in Valladolid als in Augsburg zu wohnen. In eigentlich allen Bereichen sind die Kosten in Spanien ähnlich denen in Deutschland, eher sogar ein Stückchen günstiger. Das Einkaufen im Supermarkt oder auch auf Obst- und Gemüsemärkten ist ein wenig günstiger und auch beim Ausgehen kommt man kostengünstig über die Runden. Das gibt mir finanziellen Spielraum um mehr zu reisen und die Zeit im Ausland noch mehr zu genießen.

Zum Schluss ein Tipp vom Profi (mir):

  • Mercadillos: Flohmärkte sind immer eine gute Idee um Geld zu sparen. Hier gibt es zum Beispiel „originale“ Marken-Turnschuhe für 10 €. Jeden Samstag gibt es in der Stadt einen kleinen Flohmarkt und am Sonntag einen großen etwas außerhalb. Abgesehen davon schlägt mein Second-Hand-Herz natürlich nur beim Klang des Wortes „Mercadillo“ höher und man kann sich dort günstig Sachen besorgen, die man eigentlich gar nicht braucht. Wunderbar. 🙂
Reihe voller bunter Nike-Sneaker
Originale Marken-Sneaker auf dem Flohmarkt. Na klar.
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