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9 französische Mentalitäten, die wir auch etablieren sollten

9 französische Mentalitäten, die wir auch etablieren sollten

Mein Erasmusjahr neigt sich dem Ende zu, und damit auch immer mehr meine Zeit in Frankreich. Ein Jahr südfranzösische Mentalität, was macht das mit einem und was nehme ich davon mit?

1. Die Art, Käse zu schneiden

Bevor ich nach Frankreich kam, habe ich Käse noch in ganz normalen Scheiben abgeschnitten. Nachdem ich hierfür aber in Toulouse oft seltsame Blicke und Rüffel geerntet habe, bin ich nun auch umgestiegen und schneide Käse nun wie einen Kuchen. Der Sinn dahinter: Jeder soll gerecht gleich viel von der leckeren Mitte bekommen.

Käse

2. Wörter behalten, die es im Deutschen nicht gibt

Es gibt doch einige Wörter und Ausdrücke, die ich im Französischen dadurch zu schätzen gelernt habe, dass es sie im Deutschen nicht gibt. Wenn man sich dem dann einmal bewusst ist, fehlen sie einem plötzlich im Deutschen.

Beispiele:

  • Soirée (abends Freunde zu einer kleinen Runde einladen)
  • Apéro (vorglühen mit Snacks essen)
  • n’importe quoi (z. B. ein Abend war „n’importe quoi“, wenn er komplett verrückt war, es sind sehr viele gute und schlechte unvorhergesehene Dinge passiert, es war Chaos im guten wie im schlechten Sinne)
  • vachement (sehr, extrem, wirklich, wird zur Betonung benutzt. Wenn man es aber wortwörtlich übersetzt, heißt es kuhmäßig, da la vache die Kuh ist. Warum also nicht mal kuhmäßig gut anstatt saugut sagen?)
  • Kosenamen werden häufiger benutzt (Freunde nennen sich untereinander Chaton, Bébé, Chérie, Minou,… im Deutschen hört sich Kätzchen, Baby, Liebling, süße Katze als Bezeichnung für Freunde dann doch eher seltsam an)

3. Baguette, Käse und Saucisson zum Apéro

Wenn es in Deutschland mal Snacks zum Vorglühen gibt, sind das meistens Chips. Warum nicht mal Baguette, Käse und Saucisson?

4. Offen sein

In Frankreich, vor allem im Süden, sind die Menschen viel offener, man kommt viel leichter ins Gespräch und es ist ganz normal, mit Fremden zu reden. Es gibt weniger Tabus und Themen wie Sexualität oder Feminismus, bei denen Deutsche etwas verklemmt erscheinen, werden hier ganz offen diskutiert.

5. Engagement an der Universität

Was mir in Toulouse besonders aufgefallen ist, ist die Motivation, sich an der Uni zu engagieren. Die meisten Studenten sind in mindestens einer Hochschulgruppe (Association), einem der Uni-Sportteams sowie in einem der Studierendenbüros (Bureau des Étudiants, Bureau des Arts, …), die zahlreiche Aktivitäten und Projekte organisieren und durch Hochschulwahlen gewählt werden. Dadurch fühlt man sich viel mehr mit seiner Uni verbunden und bildet auch untereinander viel mehr eine große Unifamilie.

6. Ein goûter gegen 16 Uhr

Wenn die Pause zwischen Mittag- und Abendessen viel zu lang erscheint, kommt der goûter gegen 16 Uhr gerade recht. Dabei isst man noch mal eine Kleinigkeit, meistens etwas Süßes.

7. Kräuter der Provence zu absolut allem essen

Ja, es stimmt tatsächlich, Kräuter der Provence machen jeden Salat, Auflauf, Quiche oder auch sonst so ziemlich alles besser. In jedem französischen Haushalt findet man deswegen mindestens ein übergroßes Glas mit Herbes de Provence.

Kräuter

8. Im Bus, in Geschäften und im Supermarkt Danke und Auf Wiedersehen sagen

Speziell in Toulouse ist es normal, sich beim Verlassen eines Geschäftes oder eines Busses zu bedanken, Auf Wiedersehen zu sagen und noch einen schönen Tag oder Abend zu wünschen. Dadurch wirkt die Welt gleich viel freundlicher und man ist besser gelaunt. Wieso machen wir das eigentlich in Deutschland nicht?

9. Mehr in Cafés gehen

Im Sommer gibt es nur wenige Tage, an denen man nicht zumindest einmal kurz in einem Café draußen auf der Terrasse sitzt oder abends in einer Bar, man trifft sich viel seltener zu Hause. Das ist eigentlich eine schöne Angewohnheit, so kommt man viel mehr raus, lernt neue Leute kennen und entdeckt neue Lieblingsorte.

À bientôt!

Clara

 

 

 

 

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