studieren weltweit
In 5 Schritten zum Forschungspraktikum

In 5 Schritten zum Forschungspraktikum

Wege ins Ausland gibt es viele. Wie ich zu meinem Auslandspraktikum gekommen bin und wie man dieses am besten plant, erfahrt ihr hier.

Ich wollte schon immer einmal ins Ausland. Dieser Wunsch bestand bereits lange, aber war sehr unkonkret. Ich hatte keine genauen Vorstellungen davon, wann, wie und wo ich hinwollte. Nachdem ich mich über verschiedene Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten während des Studiums informiert hatte (z.B. über ERASMUS), gefiel mir ein Praktikum am besten.

Auch ein Praktikum kann man sich anrechnen lassen

Im Vergleich zu einem Auslandssemester ist die Dauer eines Praktikums variabler. Ein Praktikum kann nur wenige Wochen oder einige Monate dauern. Es ist intensiver und strukturierter als die Vorlesungszeit und es gibt keine Prüfungen. Trotzdem kann man sich ein Praktikum mit Fachbezug meist als Studienleistung anrechnen lassen. Da Englisch, oder besser gesagt, schlechtes Englisch die Sprache der Wissenschaft ist, kam mit der Entscheidung zu einem Praktikum der Wunsch ins englischsprachige Ausland zu gehen.

Wie ich die Finanzierung organisiert habe

Der nächste Schritt für mich war der der Finanzierungsmöglichkeiten, denn: ohne finanzielle Förderung keinen Auslandsaufenthalt. Ich informierte mich im Internet über verschiedene Möglichkeiten und stieß auf das Projekt „RISE-weltweit„, welches für „Research Internships in Science and Engineering“ steht. Im International Office meiner Hochschule versuchte ich weitere Informationen einzuholen. Das Programm erschien mir ideal, da es ein wie von mir gewünschtes Forschungspraktikum mit einem rundum-sorglos-Paket anbot. Der DAAD vermittelt dabei Studierenden natur- und ingenieurswissenschaftlicher Fächer Praktika an internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Die Bewerbungsvoraussetzungen sind folgende:

  • im Bachelorstudium eingeschrieben sein
  •  im zweiten Fachsemester oder einem höheren Semester studieren
  • Biologie, Chemie, Physik, Geowissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Medizin, Pharmazie,  angewandte Mathematik, angewandte Informatik oder verwandte Disziplinen studieren

Mein Studienfach Psychologie war nicht darunter. Auf meine Nachfrage beim DAAD wurde mir schnell und freundlich mitgeteilt, dass Psychologie unter die verwandten Disziplinen fällt.

Dann hieß es bis zum Zeitpunkt der Bewerbung abwarten. Diese lief wie folgt ab: Nach der Registrierung im Bewerberportal wurden Praktika auf der ganzen Welt in einer Datenbank vorgestellt. Für Psychologie gab es glücklicherweise einige Angebote, hauptsächlich in den USA, Kanada und Brasilien. Man kann sich auf maximal 3 Angebote bewerben. Ich suchte mir die für mich thematisch interessantesten beiden Angebote: Musikkognitionsforschung in Kanada und das brasilianische Gesundheitssystem. Zu beiden Themen habe ich einen persönlichen Bezug: meine Freizeitgestaltung besteht hauptsächlich aus Musik und ich hatte mich bereits früher mit dem Vergleich des deutschen und brasilianischen Gesundheitssystem auseinander gesetzt. Für die Bewerbung auf ein Projekt benötigt man folgende Unterlagen:

  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Motivationsschreiben für das jeweilige Projekt
  • „Transcript of Records“ der bisherigen Studienleistungen
  • Liste relevanter Kurse
  • Nachweis von Englischkenntnissen durch ein Sprachzeugnis (mindestens B2)
  • Eventuell ein weiterer Sprachnachweis
  • Gutachten eines Hochschullehrers

Nachdem die Bewerbung abgeschickt war, hieß es erneut warten. Obwohl es nicht möglich ist, eine Präferenz für ein Projekt anzugeben, hoffte ich auf eine Zusage für Kanada. Als diese kam, fiel ich aus allen Wolken und der Organisationsmarathon begann. Glücklicherweise kümmerte sich der DAAD um die Auslandskrankenversicherung und Finanzierung. Die Finanzierung setzt sich aus einer Reisekostenpauschale und einem monatlichen Betrag zusammen, die beide vom Zielland abhängig sind.

Nach der Zusage kam noch mehr Orga

Das wichtigste für meinen Aufenthalt in Kanada war das Visum. Erfreulicherweise (Achtung, Ironie) waren die Visumsbestimmungen kurz zuvor vollständig geändert worden, sodass es nahezu unmöglich war an die notwendigen Informationen zu gelangen. Um herauszufinden, welches Visum ich benötige, fragte ich meine Praktikumsbetreuerin und absolvierte einen Orientierungstest auf der Internetseite der kanadischen Regierung. Auf dieser Seite wurden die neuen Bestimmungen erklärt und die Bewerbung online vorgenommen. Sehr hilfreich war für mich auch die Seite für das Working Holiday Visum, da man für ein Praktikum in Kanada eine Arbeitserlaubnis braucht und dort alles Schritt für Schritt erklärt war. Diese Seite hat mir einige Nervenzusammenbrüche erspart. Für einige Nervenzusammenbrüche gesorgt haben bei mir hingegen die Visaregularien. Eine der neuen Regelungen war, dass die Visa ausgelost werden. Das Working Holiday Visum ist sehr beliebt und die Plätze heiß umkämpft. Meine Zusage kam gerade noch rechtzeitig. Jetzt musste ich folgende Unterlagen einreichen:

Notfalls hätte ich mit einem Touristenvisum einreisen können. Dabei hätte allerdings das Risiko bestanden, wieder zurückgeschickt zu werden, was ich natürlich vermeiden wollte. Neben dem Kampf um ein Visum musste auch der um eine Wohnung ausgetragen werden. Für Kanada empfehle ich Facebookgruppen der jeweiligen Universitäten oder die Seite www.kijiji.ca. Nachdem einige dubiose Anfragen meinerseits und noch mehr seriöse Angebote von seitens der Vermieter abgelehnt wurden, fand ich auf Facebook eine nette Wohngemeinschaft. Tatsächlich blieb dies bis zum Schluss meine einzige Möglichkeit für eine durchgängige Unterkunft, da ich sowohl in den Semesterferien als auch zum neuen Semester da bin. Viele Vermieter bieten zwar summer sublets, also die Möglichkeit zur Untermiete während der Ferien an, möchten ab Semesterbeginn aber einen Vertrag über eine Jahresmiete abschließen.

Und schließlich: Meine Reiseroute nach Kingston

Nachdem diese wichtigen Punkte geklärt waren, buchte ich einen Flug nach Toronto, das etwa 2,5 Stunden mit dem Auto von Kingston entfernt liegt. Um vom Flughafen nach Kingston zu gelangen, nahm ich einen Airport Shuttle von Megabus. Dieser fährt leider nur dreimal am Tag, weshalb ich lange warten musste. Obwohl der Bus winzig und klapprig war (ich dachte zuerst, der Shuttle würde uns zu einem richtigen Bus bringen und hatte ihm die lange Fahrt gar nicht zugetraut), war die Fahrt sehr angenehm und der Busfahrer sehr freundlich. Für umgerechnet 40 Euro war er zwar teurer, aber deutlich zuverlässiger als die Mitfahrgelegenheit, die am Tag zuvor abgesagt hatte.

Das war mein Weg nach Kanada. Jetzt bin ich hier, sitze mit dem Laptop auf meinem Bett und schreibe. Den Weg hierhin habe ich schonmal geschafft. Für alle, die ihn noch vor sich haben (und die nicht unbedingt nach Kanada wollen), habe ich hier die wichtigsten Schritte zum Auslandspraktikum noch einmal zusammengefasst:

Weltkarte

Am Anfang steht die Frage „Wo möchte ich hin?“

Kommentare
  1. anas safadi

    8. Juni 2018

    Hallo
    Ich möchte ein Praktikum in Ihrem Institut machen.
    Ich bin sehr intelligent und fleißig.
    Ich möchte die klinische Forschung und die Medizintechnik zur Behandlung aller Krankheiten entwickeln.
    Ich möchte mein ganzes Leben der medizinischen Forschung widmen.
    Ich möchte die menschlichen Organe aus Stammzellen herstellen.

    1. Homebase

      12. Juni 2018

      Hallo Anas,
      bei uns kann man keine Praktika absolvieren. Wir informieren nur über Angebote und Fördermöglichkeiten für einen Aufenthalt im Ausland (also nicht in Deutschland).
      Falls du dich für das Medizinstudium in Deutschland interessierst, schau gerne hier vorbei:
      https://www.study-in.de

      Viel Erfolg,
      dein „studieren weltweit“-Team

Kommentieren

Bitte beachte, dass dein Kommentar nach dem Absenden erst von unserer Redaktion gesichtet werden muss. Aus diesem Grund kann das Erscheinen deines Kommentars etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Mehr über #Praktikum

Infos und Erlebnisse von Forschungs-, Unternehmens- oder Schulpraktika im Ausland