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(Podcast-Transkript zu Folge 4) Ein wahnsinniges Theater: Campusleben in den USA  

00:00:00:02 – 00:00:09:00

David

Ich bin da reingegangen und dachte: Oh Gott, ich habe keine Luft zum Atmen! Also es war so eng und ich habe mir das letzte Mal ein Zimmer geteilt mit meinem Bruder. Das ist auch schon ewig her, als wir Kinder waren. 

00:00:09:00

[Sound] 

00:00:10:02 – 00:00:22:00

David

Es war sehr intensiv. Aber wie du schon sagst, es war halt einfach cool. Es hat sich null angefühlt wie „Arbeit“ oder „Uni“ oder so, sondern man hat halt einfach ein cooles Projekt auf die Beine gestellt.

00:00:22:00

[Sound] 

00:00:22:13 – 00:00:32:22

David

Dadurch, dass ich ja innerhalb meines Semesters die Spring Break-Ferien hatte, also eine Woche keine Uni, bin ich dann nach Mexiko Cancun geflogen.

00:00:33:10 – 00:00:36:15

Lene [Moderatorin] 

Ahhh, na klar, Spring Break, da gehts erst mal nach Cancun.

00:00:38:11 – 00:00:39:23

David

Bisschen Spanisch lernen. Hola.

00:00:41:01 – 00:00:41:23

Lene 

Gute Ausrede.

00:00:46:00

[Sound] 

00:00:46:10 – 00:01:12:06

Intro mit Lene 

Willkommen an Bord von „studieren weltweit – der Podcast“. Mein Name ist Lene, eure Moderatorin. Wir sind ready to take off. Teil der Crew ist heute David. Von ihm möchte ich wissen, wo man während des Auslandsaufenthalts unterkommen kann. Schnallt euch an, klappt den Tisch runter, schiebt die Rückenlehne zurück. Auf gehts in die Auslandserfahrung.

00:01:13:00

[Sound] 

00:01:13:15 – 00:01:15:10

Lene 

Ja, erst mal herzlich willkommen, David.

00:01:15:17 – 00:01:18:12

David

Ja, hallo. Vielen Dank, Lene. Ich freue mich, hier zu sein.

00:01:18:23 – 00:01:21:00

Lene 

Ich freue mich auch, dass du dabei bist. Sehr schön. 

00:01:21:00

[Sound] 

00:01:22:02 – 00:01:35:14

Lene 

David war im Sommersemester 2022 in Virginia in den USA und hat dort ein Auslandssemester im Hauptfach Theater gemacht. Das Ganze wurde über ein Auslands-Bafög finanziert und den Rest hat er selbst bezahlt. 

00:01:35:00

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00:01:36:00 – 00:01:45:04

Lene 

Starten wir gleich mal mit der Frage: Was hat dich eigentlich dazu geritten, in die USA zu gehen? Warum wolltest du unbedingt in die USA?

00:01:46:11 – 00:03:05:22

David

Ja, gute Frage. Nein, tatsächlich, wenn ich ehrlich bin, stand das für mich schon sehr früh fest. Ich glaube sogar schon in der Oberstufe. Denn meine große Leidenschaft ist nämlich das Schauspiel und das Theater. Und da haben mich vor allem viele amerikanische Filme schon damals sehr geprägt. Nicht nur, weil sie natürlich sehr populär sind auf der ganzen Welt oder vor allem auch in Deutschland, sondern auch, weil ja die Schauspieler:innen, die ja aus Amerika stammen, sage ich eben mal, vor allem in Deutschland Vorbilder sind.

Und deswegen war ich immer so fasziniert von den USA. Also vor allem der Entertainment-Aspekt hat mich immer sehr fasziniert, weil ich immer dachte, oh krass, alles, was da gemacht wird an Film, Musik ist ja auf der ganzen Welt erfolgreich und das hat mich schon damals angefuchst. Und dann hatte ich während der Schulzeit nicht die Möglichkeit, an einem USA-Austausch teilzunehmen.

Ich habe aber gedacht: „Ne, das will ich irgendwie auf jeden Fall noch mal nachholen, um eben hoffentlich dann mehr über diese Schauspiel- und Theaterwelt kennenzulernen. Und hatte dann in meinem ersten Semester in Hannover die Infoveranstaltung vom Hochschulbüro für Internationales besucht. Und da habe ich gedacht, also im ersten Semester in der Orientierungswoche: „Ja, das klingt gut und das muss ich im Auge behalten.“

00:03:07:00

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00:03:08:03 – 00:03:29:00

Lene 

Falls ihr noch gar keine Idee habt, wo es hingehen soll, dann schaut doch einfach mal auf studieren-weltweit.de. Dort gibt es unter „Welt erleben“ eine Karte mit allen Ländern, über die bereits berichtet wurde und aktuell noch berichtet wird. Wenn euch ein Beitrag besonders interessiert, könnt ihr darunter auch jederzeit Fragen stellen. 

00:03:29:00

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00:03:29:11 – 00:03:41:16

Lene 

Und hat das alles mit der Vorbereitung so geklappt, wie du dir das vorgestellt hast?

Wie war das so? Musstest du sehr viel ausfüllen und ja, wie war eigentlich der Bewerbungsprozess, um in die USA zu kommen?

00:03:42:15 – 00:04:51:10

David

Ja, der Bewerbungsprozess ist ein Studium für sich, würde ich mal behaupten. Also ich glaube, wenn man mich jetzt im Nachhinein fragt, ist es so, dass ich mir das nicht so aufwendig vorgestellt hätte. Und ich hatte mich, bevor es losging, ein Jahr vorher schon mit der Bewerbung auseinandersetzen können. Auseinandersetzen heißt nicht, dass ich jetzt schon aktiv irgendwas aufgeschrieben habe oder was losschicken musste, sondern erst mal gucken musste, was brauche ich alles.

Und das hat ja angefangen mit der normalen formellen Bewerbung, die man dann einreichen muss in der Universität. Aber eben auch diese ganzen anderen Dinge, also Referenzschreiben von Dozierenden, Notenspiegel, Empfehlungsschreiben von ich glaube sogar einer unabhängigen Person, Lebenslauf und das natürlich alles auf Englisch. Also die Liste geht wirklich sehr lang. Und was noch dazukommt, ist die Finanzierung, mit der ja auch, wie sagt man, kommt und fällt alles? Da kommt und fällt ja alles.

00:04:51:11 – 00:04:53:20

Lene 

Ich bin auch nicht so gut mit Sprichwörtern, also mich kannst du da nicht fragen.

00:04:53:21 – 00:05:15:17

David

Ok. Das wird ganz wild, wenn ich so was versuche, deswegen. Ja, das kam dann parallel. Ich hatte so zusagen gefühlt zwei Vorbereitungen oder zwei Bewerbungsprozesse. In dem Sinne, dass ich einmal mich natürlich für ein College erfolgreich bewerben musste und dann auf der anderen Seite noch erfolgreich eine Finanzierung bekomme. Ja, es war auf jeden Fall ein Auftrag.

00:05:16:01 – 00:05:18:05

Lene 

Wie war dein erster Tag in den USA?

00:05:19:16 – 00:06:39:19

David

Mein erster Tag in den USA, der war sehr chaotisch. Und zwar, ich habe ja in Richmond, also mein College ist ja in Richmond und ich bin aber nicht von Hannover nach Richmond direkt geflogen, weil diese Preise noch mal ganz andere Preiskategorien hatten. Sondern ich habe gedacht: „Ja, das liegt an der Ostküste, das hat einen Bahnhof.“ Also das College hat direkten Zugbahnhof vor der Tür, und das ist ja nicht selbstverständlich in den USA, muss man sagen. Dann habe ich gedacht, hier, dann gucke ich mal nach, was in der Zuglinie so alles an der Ostküste liegt. Und dann lag glücklicherweise New York auch da. Und da habe ich gedacht: „Komm, dann nehme ich noch ein paar Tage New York mit und gehe dann runter.“ 

In New York angekommen, hatte ich mir eben ein Hotel gebucht und war so euphorisch, als ich dann am Flughafen ankam, dass ich gar nicht mehr auf dem Handy geguckt habe, welches Hotel das genau ist. Ich bin aus dem Flugzeug raus und steig ins Taxi. Das war wirklich der erste Moment so zusagen dann in den USA. Und dann fragte mich der Taxifahrer: Ja, wo wollen Sie denn hin? Und dann habe ich gesagt: „Ich glaube, das war ein Hilton Hotel oder so was – und dann sagte ich: Ja ins Hilton Hotel in Manhattan.“ Und dann hat er zu mir gemeint: „Ja, da gibt es fünf Stück von. Welches denn genau?“ Und ich hätte ja zu dem Zeitpunkt noch keine mobilen Daten auf dem Handy und konnte ihm nicht sagen, welches Hilton Hotel. Dann hat er mir sein Handy gegeben. Ich habe die gegoogelt, habe aber einfach nicht erkannt, welches meins ist und dann hat er für mich die ganzen Hotels angerufen. 

00:06:40:23 – 00:06:50:07

Lene 

Nicht schlecht. Ja, das ist doch ein super Start. Also ich meine klar chaotisch. Aber was für ein cooles Aufeinandertreffen. Vor allem, dass er dich auch so unterstützt hat.

00:06:51:03 – 00:06:54:03

David

Da habe ich gemerkt, die Amerikaner sind sehr freundlich.

00:06:54:03 – 00:07:10:24

Lene 

Das habe ich auch schon oft gehört, dass man in den USA oft auf Leute trifft, die sehr, sehr offen sind und sehr nett und sehr freundlich. Hattest du mehrere Möglichkeiten, wo du, also auf welche Universität du gehst oder gab es da nur die in Richmond?

00:07:12:03 – 00:07:21:07

David

Ich musste mich in diesem Programm, an dem ich dann eben teilgenommen hatte, von der Uni, musste ich mich an zehn Universitäten insgesamt bewerben, quer durchs Land verteilt.

00:07:22:05 – 00:07:28:05

Lene 

Zehn Universitäten? Und da musstest du überall noch was dazu schreiben? Du musstest ja überall die Bewerbungen anpassen oder??

00:07:29:13 – 00:08:08:16

David

Nein, nein, zum Glück war das eine dicke Bewerbungsmappe, die dann alle zehn bekommen haben. Ich musste zum Glück nicht irgendwie noch die Region anpassen oder am besten noch so in die Fakultät mich einlesen und dann begründen, warum ich die jetzt gut finde. Tatsächlich ne. Zehn Stück insgesamt. Und dann ist es eben das College, wenn auch Macon College geworden und das hätte ich ablehnen können. Und dann hätte man noch nach einer anderen Variante geguckt. Jedoch war das Risiko dann, dass die Alternative nicht in den zehn Unis sind, die ich angegeben habe, sondern woanders. Die zehn waren ja wirklich Unis, wo ich dachte okay, ne, da kann ich mir gut vorstellen, ein Auslandssemester zu machen. Das nehm ich dann auch direkt.

00:08:09:04 – 00:08:23:03

Lene 

Schön, sehr schön. Und das bedeutet, die ersten paar Tage warst du dann in New York. Dann bist du zur Uni gegangen und jetzt kommen wir zur spannenden Frage: Wie hast du denn dort deine Wohnung gefunden? Wie hast du das denn organisiert?

00:08:24:12 – 00:10:06:14

David

Das war wirklich eine sehr wilde Reise, muss ich sagen, von Anfang an. Und zwar – ich muss dazu noch vorab sagen, das Programm, an dem ich teilgenommen habe, das heißt ISEP-Exchange und ist so zusagen ein All-inclusive-Rundum-Programm. Das bedeutet, wenn man dort teilnimmt oder dort genommen wird für ein Auslandssemester, dann hat man da nicht nur Verpflegung, also Essen und so drin, sondern auch eine Unterkunft.

Die Unterkunft jedoch, dafür musste man sich noch mal intern über das College-System bewerben. Und dann hatte ich – ich bin ja im Januar geflogen und ich glaube, das war auch erst im November oder Dezember, ich meine November – habe ich die Bewerbung für das Housing, die Housing Application wie man so schön sagt, ausgefüllt und die war wirklich sehr detailreich. Also da konnte man viel angeben, musste man aber nicht.

Und das waren dann wirklich so Fragen, das hat angefangen bei deinem Namen, Alter, Geschlecht, Religion, auch Sexualität. Und auch von wegen, ob du lieber in einem ruhigen Haus leben möchtest oder nichts gegen Lärm hast oder so was. Und da habe ich, so wie ich halt auch mich beschreiben würde, eigentlich ziemlich offene Angaben gemacht. Also gesagt, ja, ist mir eigentlich egal, ob ich in einer großen WG lebe oder in einer kleinen WG mit nur Männern, nur Frauen oder gemischt.

Da war ich sehr, sehr offen für und habe dann auch ganz viele Angaben gemacht. Ja und habe das dann abgeschickt. Und dann hatte ich irgendwie – wann war das denn, ich glaube im Dezember oder im Januar erst – gesagt bekommen, wo ich hinkomme. Und das Housing oder das Dorm, also Dorm, das sind ja immer diese kleinen College-Zimmer …

00:10:06:22 – 00:10:07:17

Lene 

Studenten-Wohnheime.

00:10:08:08 – 00:10:30:00

David

Genau, Wohnheime, in denen man zu zweit dann lebt. Da habe ich dann die Info bekommen, dass ich in das sogenannte Mary Branch-Gebäude reinkomme, in dem dann auch mit mir zusammen Felix drin gewohnt hatte. Felix ist ein anderer Austauschschüler, Austauschstudent aus Finnland gewesen. Das wusste ich dann im Januar, dass ich dorthin komme mit ihm.

00:10:30:14 – 00:10:43:00

Lene 

Das klingt ja so ein bisschen wie ins kalte Wasser geschmissen, so: Überraschung, das ist jetzt dein neuer Mitbewohner. Das heißt, ihr konntet euch vorher auch noch gar nicht kennenlernen. Ihr musstet euch dann vor Ort kennenlernen?

00:10:43:17 – 00:10:52:08

David

Ja, wir hatten tatsächlich den Zufall und das Glück muss man sagen, dass wir uns in New York kennengelernt haben, also die drei Tage vorher im Endeffekt, weil er auch zufälligerweise dort war.

00:10:52:08 – 00:10:55:03

Lene 

Und auch noch im Hilton und im selben Taxi.

00:10:55:16 – 00:11:29:20

David

Nee, genau das wäre gut gewesen. Vielleicht hätte er den Hotelnamen gewusst. Er war tatsächlich mit seinem Vater vorher noch in einem anderen Hotel und ist dann in ein Hostel gewechselt. Übrigens, ich habe mir nur ein Hilton gegönnt, weil das komischerweise so günstig war.

Und es war auch kein von wegen vier Sterne, es war wirklich Low-Budget. Und wir hatten uns in New York dann auch getroffen, direkt als ich da war und waren dann unter anderem bei einem Basketballspiel. Haben da noch Leute von seinem Hostel kennengelernt, mit dem wir zusammen dann in Bars unterwegs waren. Also wir hatten schon so kurz Zeit, uns kennenzulernen, bevor wir dann auf engsten Raum zusammengelebt haben.

00:11:30:00

[Sound] 

00:11:31:01 – 00:11:48:00

Lene 

Das, von dem David hier spricht, ist das International Student Exchange Program, welches Studierende bei der Finanzierung und auch bei der Organisation von Auslandsaufenthalten unterstützt. Weitere Infos findet ihr auf der Internetseite der ISEP und natürlich auch in den Shownotes. 

00:11:48:00

[Sound] 

00:11:49:01 – 00:12:04:10

Lene 

Wie war das in dem Dorm, also Studentenwohnheim? Du hast gesagt engster Raum. Kann man sich das dann so vorstellen, dass das echt nur ein Zimmer ist, und man teilt sich dann Dusche und Küche mit anderen Menschen? Oder wie muss ich mir das vorstellen?

00:12:04:21 – 00:13:24:22

David

Ja, ich muss sagen, ich dachte ja vorher, mich kann nichts schocken. Ich muss schon zugeben, als ich den ersten Tag dann da war und in dieses Mary-Branch- Gebäude gegangen bin, war ich wirklich sehr schockiert, aber nicht im positiven Sinne. Das lag einerseits daran, dass das Gebäude sehr alt ist oder alt war, einen Teppichboden hatte und dann unser Zimmer – wie viel Quadratmeter waren da – ich würde echt sagen, das waren so maximal 20 Quadratmeter zu zweit. Also man ist reingekommen, das war wie so eine Zelle fast schon. Und da standen unsere beiden Betten da, zwei Schreibtische, zwei Kommoden. Ja, und dann ist das eh schon voll gewesen. Und da bin da reingegangen und dachte: Oh Gott, ich habe keine Luft zum Atmen.

Also es war so eng und ich habe das letzte Mal mir ein Zimmer geteilt mit meinem Bruder. Und das ist ja schon ewig her, als wir Kinder waren. Das war für mich echt so ein Realitätscheck, wo ich dachte: „Oha, ich habe das so auf die lockere Schulter genommen, dieses ich teile mir ein Zimmer mit jemandem.“ Und dann kam noch hinzu: Auf unserer Etage haben noch ungefähr 15 andere Jungs gelebt.

Das waren alles Baseballspieler, also Sportler. Und dementsprechend hat es auch in dieser Etage nach, sage ich mal Sport gerochen, um es positiv auszudrücken.

00:13:25:03 – 00:13:26:11

Lene 

Testosteron und Männlichkeit.

00:13:26:11 – 00:13:44:14

David

Ja, genau, ja Männlichkeit. Und wir hatten ein Bad und da waren nur zwei Duschen und zwei Toiletten. Und die waren wirklich … Also, es gab keine Hygienestandards da. Ich weiß ja nicht, wie du tickst, ich bin eigentlich auch ziemlich locker, so würde ich mich beschreiben. Aber das ging gar nicht. Es war wirklich sehr, sehr unhygienisch. 

00:13:44:16 – 00:13:47:00

Lene 

Und das waren nur Männer bei euch, oder wie?

00:13:47:11 – 00:15:32:18

David

Ja, nur Männer. Und da sind wir auch direkt beim nächsten Thema. Also ich und Felix konnten einfach nicht mit denen connecten. Die waren so sehr für sich, die waren halt auch irgendwie vom Mindset ganz anders, finde ich. Also sehr, ja, um es mal jetzt wirklich ein bisschen böse auszudrücken, meiner Meinung nach so ein bisschen toxisch-maskulin.

Also die waren so sehr auf „Saufen“ und „wir gehen jetzt mal feiern jedes Wochenende“ und „egal wie spät es ist“ und so. Und da waren wir halt null auf einer Wellenlänge. Hinzu kam eben noch, dass sie von Anfang an auch nicht Interesse an uns hatten. Wir haben uns am Anfang schon Mühe gegeben und mit denen so ein bisschen Small Talk geführt, aber man hatte jetzt nicht das Gefühl, dass sie dachten: Cool, das sind jetzt irgendwie Leute aus einem anderen Land, die wollen wir mal kennenlernen, was über die Kultur erfahren. Die waren schon sehr in ihrem eigenen Space mit ihrem Sport. Man muss aber auch sagen, dass generell Sportler in den USA auf dem College – auch die Baseballspieler – wirklich sehr krass eingespannt sind. Das ist ja wie ein Vollzeitjob. Aber das war halt von Anfang an leider sehr schade, dass man einfach nicht das Gefühl hatte, man ist da nicht so herzlich aufgenommen worden.

Ich hatte in meiner Online-Bewerbung eben auch angegeben, dass ich Teil der LGBTIQ-Community bin. Und dass ich auch natürlich kein Problem habe, mit Leuten aus der Community zusammenzuleben. Und bei denen war das aber so, dass die zum Beispiel gegenüber solchen Themen oder solchen Menschen halt überhaupt nicht offen waren. Das hat man sehr schnell gemerkt. Die Art und Weise, wie sie miteinander geredet haben, wie sie über andere geredet haben – das war einfach ja, so ein „machohaftes Verhalten.“

Und das war halt auch noch mal ein Grund für mich, wo ich dachte, oh krass, also wenn die jetzt wüssten, dass ich nicht hetero bin, dann kann es sein, dass es hier noch größere Probleme gibt.

00:15:33:00 

[Sound] 

00:15:34:01 – 00:16:05:17

Lene 

Falls ihr noch nicht wisst, wofür die LGBTI+ Community eigentlich steht, dann hier mal kurz die Basics: LGBT ist eine Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexuelle and Transgender und soll somit alle Geschlechter und Geschlechteridentitäten und sexuelle Orientierungen zusammenfassen. Mit der Zeit wurde aus der Abkürzung LGBT das LGBTQ+. Die Regenbogenflagge ist eines der Symbole der LGBTQ+ Community.

00:16:05:00

[Sound] 

00:16:06:23 – 00:16:27:24

Lene 

Ja, und das in Kombination mit dieser vorhin beschriebenen toxischen Maskulinität. Das kann natürlich schnell aufeinandertreffen. Kam es denn auch wirklich dazu, dass ihr zusammengeknallt seid? Oder konntest du das über das Semester noch ganz gut runterschlucken und bewältigen?

00:16:29:16 – 00:18:53:13

David

Also wir sind zum Glück nie aufeinander geknallt. Das liegt aber auch daran, dass ich jemand bin, würde ich mal behaupten, der eigentlich fast mit jedem Schlag Mensch klarkommt. Das heißt, ich kann mich dann halt auch trotzdem noch oberflächlich unterhalten mit meinem Room Mate oder Nachbarn, der jetzt einfach nur über Baseball reden kann und Bier. Da kann ich dann auch noch kurz meinen Senf dazugeben. 

Aber ich habe dann schon früh gemerkt, dass das meine Stimmung schon so ein bisschen runterzieht. Meine Kurse, die ich hatte, waren alle gut, da war ich ja mit den Theaterleuten zusammen. Das ist immer eine megabunte Gruppe und die waren auch total herzlich und offen und mich hat das dann aber irgendwann schon so runtergezogen. Am Anfang dachte ich egal, komm, ich konzentriere mich auf die guten Sachen. Aber irgendwann dachte ich, ich habe irgendwie gar keine Lust, wenn ich dann mit meinen Kursen fertig war, zurück in mein Dorm zu gehen – es ist ja sowieso alles voll eng gewesen, du hast nicht viel Space für dich gehabt. Und ich habe dann gedacht, irgendwas muss ich jetzt ändern.

Und mich hat natürlich auch verwirrt, dass, obwohl ich in der Bewerbung eben angegeben habe, ich kein Problem hätte, mit Leuten aus der Community zusammenzuleben oder selber eben Teil der Community bin, dass ich dann in ein Dorm geschickt oder ein Studentenwohnheim-Gebäude geschickt wurde, was offensichtlich nicht unbedingt offen dafür ist. Und das hatte mir auch zum Beispiel mein Zimmernachbar Felix, der damit eigentlich kein Problem hat, aber auch offen gesagt, dass er da tatsächlich bei dem Bewerbungsbogen ein „Nein“ angekreuzt hat. Dass er eben nicht gerne mit Leuten der Szene zusammenwohnen möchte, also der Community. Aus welchen Gründen auch immer.

Ich hatte mit Felix persönlich nie Probleme, aber er hat dann im Nachhinein auch gesagt: Hey David, das kann ja gar nicht sein, dass sie dich dann so zusagen hier reinschicken. Um das einfach noch mal zu unterstützen, weil ich hatte mit ihm dann mal offen darüber gesprochen und er hat mir sogar angeboten damals, ob wir zusammen zum Housing Office gehen wollen. Es gab eben dieses Extra-Büro für die ganzen Wohnheime und Student:innen. Und da habe ich zu ihm gemeint: Ne, warte mal ab, ich spreche mal mit Kommiliton:innen aus der Theater-Fakultät. 

Und da habe ich dann durch Freunde erfahren, dass es ein Extra-Haus gibt für LGBTIQ-Student:innen und da war eben ein Zimmer frei. Worauf ich dann direkt eine E-Mail geschrieben habe und meinte: Hey, ich fühle mich sehr unwohl und würde gerne in ein anderes Zimmer gehen. Und die haben sofort reagiert und ich konnte dann – in Mary Branch habe ich, glaube ich, nur drei Wochen gelebt und bin dann ins Pride House.

00:18:53:13 – 00:19:18:12

Lene 

Pride House, schöner Name. Und das bedeutet jetzt noch mal ganz kurz, um zurückzuspulen. Da gab es dann doch diesen Moment, wo du dich schlecht gefühlt hast, und da hast du dann als Erstes auch Felix als deinen Ansprechpartner gesucht? Oder wie bist du dann mit deinen Gefühlen umgegangen? Du hattest ja auch erzählt, du hast mit deiner Theatergruppe darüber geredet. Hast du auch Kontakt zu Freunden und Familie aus Deutschland aufgenommen?

00:19:20:03 – 00:21:06:23

David

Also am Anfang habe ich die Strategie gewählt, gar nicht so viel drüber nachzudenken. Manchmal dachte ich, komm, so schlimm ist das gar nicht. Ich habe die ganze Zeit zu mir selbst gesagt: So schlimm ist das nicht. Oder es wird noch besser. Oder irgendwann öffnen sich die Jungs und man kann halt mit denen connecten. Mir gings auch in dem Moment ja gar nicht darum, dass die irgendwie offen gegenüber Themen sind, sondern dass man sich vielleicht anfreundet.

Aber dann dachte ich, egal, ich habe jetzt meine Theaterleute und mit denen habe ich auch dann als Erstes darüber gesprochen. Die haben mich ja ziemlich früh gefragt: Wo kommst du her? Deutschland? Wo wohnst du denn hier auf dem Campus? Da meinte ich Mary Branch. Und die Reaktion von denen war halt direkt: „Oh, I‘m so sorry.“

Das heißt, es hat nicht besser gemacht. Mein Bauchgefühl wurde direkt bestätigt. Und dann haben sie sofort gesagt: Oh nein, du lebst also mit den Baseballspielern zusammen und die haben halt vielleicht auch schon den Ruf auf dem Campus gehabt. Und in der Theatergruppe sind natürlich auch sehr viele Leute, sehr viele Studierende Teil der Community.

Und dann meinten die zu mir: Möchtest du umziehen? Wir können rumfragen. Die haben sofort ihre Hilfe angeboten. Also total nett. Selbst meine Dozentin, also die Theater-Professorin Janet Haya Shani heißt, selbst die hat gesagt: „Warum haben die dich da reingesteckt?“. Und sie hat mich gefragt, ob sie sogar eine E-Mail schreiben soll.

Aber ich wollte am Anfang halt nicht so einen Stress auslösen und habe dann eben in erster Linie mit meinen Kommilitonen von der Theater-Fakultät gesprochen. Und dann im zweiten Zuge erst mit Felix. Ich war dann eben so überrascht, als er gesagt hat: David, wenn ich ehrlich bin, ich habe das in der Bewerbung jetzt auch nicht so angegeben. Dann war es für mich auch so der letzte Schritt zu sagen, okay nein, wenn das sogar so ist, dann muss ich auf jeden Fall raus.

00:21:07:02 – 00:21:25:22

Lene 

Wie wichtig es auch ist, dass man mit Leuten zusammenwohnt, mit denen man sich gut versteht. Besonders wenn man auf so einem engen Grund miteinander ist. Sag mal, normalerweise wohnen die Leute dann wirklich dort von Beginn des Studiums bis zum Ende? Oder wie funktioniert das?

00:21:26:18 – 00:22:19:17

David

Ja, tatsächlich wohnen die immer nur für, jetzt muss ich kurz überlegen, wie war das noch mal? War das pro Semester oder pro Jahr? Ja, also jedes Jahr wechseln die ihr Wohnhaus. Das heißt, man lebt dann zum Beispiel für ein Jahr in Mary Branch so wie ich. Dann kann man ein Jahr im Pride House leben. Und es ist normalerweise so, es gibt die Junior Housing, also die haben den Campus so eingeteilt in bestimmte Wohnhäusergruppen. Einmal für die Erstsemester, die Freshmen nicht Junior, die Freshmen Village hieß das. Das waren so kleine Bungalows und dann sind die von da, als sie dann im zweiten Jahr waren, sind die dann ins andere Haus gekommen. Das heißt, jedes Jahr hat man sich neu beworben.

00:22:20:01 – 00:22:23:20

Lene 

Und da durfte man sich nicht zweimal auf dasselbe bewerben. Oder doch?

00:22:24:15 – 00:22:54:21

David

Konnte man auch machen. Das musste dann damit verbunden sein, zum Beispiel … Also bei Mary Branch gab es keine Küche, im Pride House gab es aber eine Küche. Und wenn man beispielsweise eine Unverträglichkeit oder eine Allergie hat, dann konnte man das so begründen, indem man dann sagte: Ja, ich muss aber im Pride House leben oder ich muss in den Birdsong Hall, da gab es Apartments mit Küchen, und da konnte man sagen, ich muss hier drin bleiben, weil ich eine Küche brauche. Und dann konnte man da eigentlich die ganze Zeit bleiben.

00:22:55:07 – 00:23:05:09

Lene 

Verstehe. Und das mit deinem Umzug, das ging dann auch ratzfatz. Das war gar kein Problem? Also einfach Sachen gepackt und raus ins zweite Haus?

00:23:06:15 – 00:23:47:20

David

Ja, ich hatte der Mitarbeiterin von dem Housing die E-Mail geschrieben und dann hat das ungefähr eine Woche gedauert, weil nämlich das Zimmer, wo ich dann ins Pride House reingekommen bin, das musste noch gesäubert werden, weil die haben so ein – das ist eine Routinemaßnahme – die haben so ein Putz-Team und das muss dann vorher immer noch mal alles durchwischen und ich hatte dann netterweise von einer Freundin, die habe ich direkt auch an meinem Orientierungstag kennengelernt – das war meine Tutorin -, die hat ein Auto und dann hat sie mich im Auto abgeholt und ich bin dann rübergefahren zum Pride House. Das ging dann relativ schnell.

00:23:47:24 – 00:24:00:24

Lene 

Also irgendwie in meinem Kopf stelle ich mir das alles gerade so klein vor. Aber stimmt, wenn das auf dem Campus ist, dann sind das natürlich auch Distanzen. Wie bist du denn da von A nach B gekommen? Bzw. wie bist du auch zu deinen Kursen gekommen?

00:24:02:19 – 00:24:35:04

David

Immer zu Fuß. Und ich sage mal ehrlich, dass die mich im Auto rübergefahren hat, war auch reine Bequemlichkeit, weil sonst hätte ich einfach hin und herlaufen müssen mit meinem ganzen Sack und Pack. Und sie hat dann sozusagen alles reingepackt. Aber sonst war alles fußläufig erreichbar. Und der Campus vom Randolph-Macon College ist vergleichsweise klein, weil das ein Privatcollege ist mit nur 1600 Studierenden.

Also es ist wirklich übersichtlich. Fußwege sind fünf Minuten, zehn Minuten. Ich kam dann trotzdem zu spät oft, aber das war ein anderes Thema.

00:24:35:14 – 00:24:46:16

Lene 

Sehr gut. Das heißt, du hast dann dein Leben auch im Dorm richtig ausgenutzt mit der geteilten Küche und so weiter. Hattet ihr da so Veranstaltungen in den Dorms oder wie kann man sich das vorstellen?

00:24:47:08 – 00:25:46:17

David

Das coole war beim Pride House, es war wirklich ein Haus, aber ein riesiges Haus. Ich glaube, wir hatten wirklich so zehn Zimmer oder zwölf Zimmer an sich plus Wohnzimmer, Küche, Esszimmer. Also es war riesig und ich hatte sogar ein Einzelzimmer bekommen – also wirklich ein richtiges Upgrade. Ich dachte mir, das ist ja wirklich sehr schön, weil Einzelzimmer kosten eigentlich mehr und das war mega.

Ganz viele von meinen Theater-Kommiliton:innen, die haben dort in dem Pride House gelebt, das heißt, wir hatten Seminare zusammen, wir haben zusammen gewohnt und wir haben fast jeden Abend alle zusammen im Wohnzimmer gechillt, was getrunken, zusammen gekocht. Man hat füreinander gekocht. Die hatten fast alle ein Auto, das heißt, wir konnten dann auch noch irgendwelche Ausflüge zusammen machen. Ich habe ja kein Auto gehabt dort.

Es war wirklich richtig familiär und man ist sehr eng zusammengewachsen, weil man einfach jeden Tag nicht nur in den Seminaren was gemacht hat und in den Proben, sondern dann auch abends zusammen Zeit verbracht hat. Und das gerne, und einen Film geguckt hat beispielsweise.

00:25:47:01 – 00:26:12:20

Lene 

Schön. Es klingt richtig toll. Ich stelle mir das so ein bisschen vor wie in diesen US-amerikanischen Filmen, wo man dann immer diese Verbindungen hat. Da haben die ja auch immer solche riesigen Häuser und sind alle beste Freunde und machen die ganze Zeit irgendwie Sachen zusammen. Und dann gibt es da irgendwie Konkurrenzkämpfe zwischen den Häusern und so was.

War das so ähnlich? Also kann ich da weiter so in meiner Fantasie mir das so vorstellen?

00:26:13:24 – 00:26:15:21

David

An welche Filme denkst du gerade?

00:26:16:23 – 00:26:29:03

Lene 

Ich weiß gar nicht, wie sie alle heißen. Es sind eigentlich so diese typischen Verbindungsfilme, wo die dann irgendwelche griechischen Buchstaben haben Alpha, Beta, Gamma und kämpft gegen die Zeta, Delta.

00:26:29:20 – 00:27:18:18

David

Ja, tatsächlich. Also ich muss sagen, das Pride House war vom Prinzip her auch wie so eine Art Verbindungshaus, wie du schon gesagt hast, aber ohne irgendwelche Regeln oder „Rituale.“ Das war sehr locker. Aber auf jeden Fall, es gibt diese Verbindungshäuser am Randolph-Macon-College, da gibt es ja die Fred Houses, also die Verbindungen, wo nur Männer leben. Und dann gibt es die Sororities, da leben halt nur Frauen, also sehr Geschlechter getrennt. Und die haben wirklich so eine Art, aber eher witzig, also nicht ernst, so eine Art Konkurrenzkampf, wer die besten Partys feiert. Weil diese Häuser haben wirklich jedes Wochenende Partys gefeiert. Und das war wirklich wie im Film, das heißt, da kannst du noch in deiner Filmfantasiewelt … Also tatsächlich, genauso ist es.

00:27:20:07 – 00:27:33:06

Lene 

Und du hattest vorhin auch angesprochen wegen der Toiletten, die man sich da teilt und den Bädern. Irgendjemand muss das doch mal sauber machen. Gab es da dann Servicekräfte, die sich drum gekümmert haben?

00:27:34:00 – 00:28:13:11

David

Wir hatten zum Glück Servicekräfte, weil ich glaube, das wäre sonst eine Katastrophe gewesen. In Mary Branch hatten wir die, aber auch dann im Pride House hatten wir ein Team, weil das war auch riesig das Haus. Die sind dann einmal in der Woche, ich glaube, donnerstags war das immer, sind die gekommen und haben dann alles sauber gemacht. Man muss aber sagen, dass paar Mitbewohner, die ich hatte … Ja, also auch wenn da so ein Putz-Team kam, ich habe immer darauf geachtet, dass alles so ein bisschen sauber ist, also alles sauber zu hinterlassen. Aber man hat auch gemerkt, dass viele von denen das erste Mal von zu Hause weg wohnen und da hättest du gefühlt jeden Tag ein Putz-Team hinschicken können. 

00:28:14:22 – 00:28:17:23

Lene 

Ja, es gibt manche, die sind ja kleine Schweinchen.

00:28:18:10 – 00:28:22:02

David

Ja, ja, genau, ich weiß nicht. Wie bist du denn da? Also bist du sehr ordentlich?

00:28:22:11 – 00:28:37:01

Lene 

Ja, ich bin tatsächlich ein bisschen zu ordentlich manchmal. Da gibt es dann Ärger von verschiedenen Freunden und Familienmitgliedern. Warum ich denn jetzt unbedingt das so haben möchte und warum man jetzt nicht irgendwie mit Straßenklamotten ins Bett darf oder solche Sachen, da bin ich schon sehr penibel.

00:28:38:01 – 00:28:42:05

David

Also das finde ich auch schlimm, mit Straßenklamotten ins Bett.

00:28:42:06 – 00:28:53:08

Lene 

Es gibt Leute, die finden das nicht. Und es gibt auch Leute, die legen ihre Handtasche auf den Boden oder in die U-Bahn und dann aufs Kopfkissen. Dann denke ich mir auch, ich will das nicht in meinem Gesicht haben.

00:28:53:08 – 00:28:59:22

David

Aber wichtiges Thema Straßenklamotten. Und zwar auch so richtig amerikanisch, die ziehen ja nie die Schuhe aus.

00:29:00:04 – 00:29:08:05

Lene 

Stimmt. Und dann haben die ja überall einen Teppich. Du hast das ja am Anfang erwähnt. Das sehe ich auch immer in den Filmen. Und dann gehen die da mit den Schuhen ins Bett. Und ich denke immer so Leute, bitte.

00:29:08:20 – 00:29:22:17

David

Ja, genau. Ich war so richtig in dem Sinne, wenn man das deutsch nennen kann, deutsch. Ich habe in meinem Zimmer die Tür aufgemacht und dann habe ich da Hausschuhe gehabt und die sofort angezogen und bin dann im Zimmer immer mit Hausschuhen gelaufen.

00:29:22:17 – 00:29:26:00

Lene 

Ich gehe manchmal auch zu Freunden oder auf Partys mit Hausschuhen.

00:29:27:10 – 00:29:28:03

David

Verständlich.

00:29:28:21 – 00:29:59:13

Lene 

Ja, da ist es dann auch direkt so ein Ice-Breaker, wenn man dann so sagt: Ja, ich hab meine Hausschuhe mitgebracht. Die Leute sagen dann: Hey, warum hast du jetzt Hausschuhe an? Aber ich denke mir, bevor ich mit Socken rumlaufe und dann … die Gespinste, Hirngespinste in meinem Kopf – wir kommen vom Thema ab. 

Du hattest auch Zeit zu reisen in den USA, oder bist du dann eher auf dem Campus geblieben? Weil ich meine, so wie das klang, war das eigentlich schon Aktivität und Unterhaltung genug.

00:29:59:21 – 00:30:47:13

David

Auf jeden Fall. Ich hatte ja kurz erwähnt, ich habe ja da als Hauptfach Theater gehabt und zusätzlich war ich an der Theaterproduktion beteiligt, und zwar Peter and the Star Catcher – das ist die Vorgeschichte von Peter Pan. Und ich durfte Peter Pan spielen. Und wir haben wirklich geprobt von Montag bis Samstag und dann immer 5, 6, 7 Stunden. Das war sehr intensiv.

Aber wie du schon sagst, das war einfach cool. Es hat sich null angefühlt wie „Arbeit“ oder „Uni“ oder so. Sondern man hat einfach ein cooles Projekt auf die Beine gestellt. Und ich hatte aber trotzdem noch dadurch, dass ich ja innerhalb meines Semesters die Spring Break-Ferien hatte, also eine Woche keine Uni, und bin dann nach Mexiko Cancun geflogen.

00:30:48:02 – 00:30:51:06

Lene 

Na klar, nach Cancun. Spring Break, da gehts erst mal nach Cancun.

00:30:53:03 – 00:30:54:15

David

Bisschen Spanisch lernen.

00:30:55:17 – 00:31:00:20

Lene 

Gute Ausrede. Ja, und hast du ein bisschen Spanisch gelernt?

00:31:00:20 – 00:31:45:14

David

Ne, da müsste ich jetzt lügen. Also als ich dann in Cancun war – das ist auch so ein mega Touristenort. Also nicht alles. Cancun ist ja nicht nur Party. Ich weiß gar nicht, wie vielen Leuten das bewusst ist, aber es wird ja auch so ein bisschen das Mallorca von den Nordamerikanern genannt, weil die einfach so eine Art Ballermann haben, also eine Strandpromenade, wo ein Club nach dem anderen ist. So riesig!

Und dann ganz viele Hotels. Aber die Downtown Area und auch die Stadt an sich, da leben ja auch ganz viele Einheimische. Und ich habe aber als ich da angekommen bin, sehr schnell Deutsche kennengelernt und Amerikaner. Allein in meiner Unterkunft. Ich war dann halt mit denen viel unterwegs und habe dann leider nicht so viele Einheimische kennengelernt und dadurch nicht Spanisch gesprochen. Aber ich will jederzeit zurück.

00:31:45:16 – 00:32:10:16

Lene 

Richtig. Jetzt weißt du, wie es geht. Du weißt, wie man dort gut eine Wohnung findet und nächstes Mal gehts dann einfach mal nach Mexiko. Mexiko. Wenn du jetzt sagen wir in Mexiko oder ein anderes Land, noch mal einen Austausch machen wollen würdest oder gehen würdest, wie würdest du das dann mit der Wohnung machen? Hast du da ein paar Tipps, die du mitgenommen hast aus deiner Auslandserfahrung?

00:32:11:07 – 00:33:14:19

David

Also ich würde auf jeden Fall, nachdem man das Bewerbungsformular – also wenn es das gibt, meistens gibt es das ja, wenn man irgendwo studiert, dass man so eine Art Housing Application ausfüllt – mir dann noch mal zusätzlich die ganzen Unterkünfte angucken, die es dort gibt. Weil hätte ich im Vorhinein gesehen, dass es ein Pride House gibt, was ich hätte sehen können, weil das gibts auf der Internetseite einfach zu sehen, also jedes Apartment. Dann hätte ich schon von Anfang an gezielt nachgefragt, ob ich da reinkommen kann. Und ich glaube auch, es hätte funktioniert. Das heißt, mein Tipp ist wirklich, dass man sich mit den ganzen Housing options, also mit den Unterkünften, Studentenwohnheimen, die eine Universität oder ein College anbietet, auseinandersetzt. Wenn ich jetzt wirklich noch mal in Mexiko ein Auslandssemester machen würde, dann guck ich nach und schaue, welche Unterkunft mir am besten zusagt.

Und nicht nur vom Stil, also was für ein Appartement das ist, sondern auch so ein bisschen was für Menschen leben dort. Und dann würde ich mich, glaube ich, gezielter bewerben.

00:33:15:02 – 00:34:14:16

Lene 

Das ist immer das Schwierige, wenn man ins Ausland geht und noch gar nicht weiß, worauf muss man eigentlich achten. Gut, das freut mich wirklich sehr und ich denke, wir sollten jetzt auch langsam mal Richtung Ende kommen. Und so spannend es auch ist, aber wer noch mehr von David erfahren möchte und wer sagt: „Wie war das alles? Ich möchte Bilder sehen“, der kann gerne auf studieren-weltweit.de gehen.

Wir verlinken das alles auch noch mal in den Shownotes und da könnt ihr nach David Ausschau halten. Und er hat einen superspannenden und schönen Blog geschrieben und einige coole Infos noch reingeschrieben. Und ansonsten ja, bedanke ich mich bei dir David, dass du heute dabei warst und dass du so eine schöne Information mit uns geteilt hast.

Und normalerweise verabschieden wir uns dann noch mal mit einem Spruch auf der Landessprache, aber das ist ja fast schon langweilig.

00:34:17:03 – 00:34:17:11

David

Das stimmt. 

00:34:17:13 – 00:34:24:00

Lene 

Ich wollte gerade sagen: See you later, alligator. After a while, crocodile.

Kennst du das? Das ist aus einem Lied.

00:34:24:17 – 00:34:27:02

David

Also ich kenne das Lied nicht, aber ich kenne diesen Spruch.

00:34:27:09 – 00:34:33:03

Lene 

Kannst du ja auch noch mal sagen. Dann antworte ich dir darauf.

00:34:34:02 – 00:34:35:03

David

See you later, alligator.

00:34:35:10 – 00:34:39:16

Lene 

In a while, crocodile.

00:34:39:00

[Sound]

00:34:40:16 – 00:35:16:01

Outro mit Lene 

Im Namen von „studieren-weltweit“ und der heutigen Besatzung möchte ich mich ganz herzlich von euch verabschieden. Wir wünschen euch eine stressfreie Auslandsplanung oder gegebenenfalls eine angenehme Anschlussfolge. Bei Fragen oder Anregungen könnt ihr gerne eine E-Mail an podcast@studieren-weltweit.de schreiben. Weitere Infos findet ihr in den Shownotes. Wir freuen uns, euch bald wieder an Bord zu begrüßen. Bis dahin alles Gute!

00:35:16:00

[Sound]

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