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Studieren in einem der teuersten Länder der Welt? So finanziere ich mein Studium in Israel

Studieren in einem der teuersten Länder der Welt? So finanziere ich mein Studium in Israel

Wie lebt und studiert es sich im viertteuersten Land der Welt? Mit welchen Kosten muss man in Israel rechnen und wie finanziere ich meine Zeit an der Uni in Haifa eigentlich? All das und nützliche Tipps, um Geld zu sparen findest du in diesem Beitrag.

Ja, richtig gelesen. Israel schafft es regelmäßig in die Top Ten der teuersten Länder, in denen man weltweit leben kann. Dennoch ist es durchaus möglich hier zu studieren und sich den Auslandsaufenthalt in Israel gut finanzieren zu können. Welche Möglichkeiten gibt es dafür und wie finanziere ich mir persönlich hier mein Studium?

Wie ist das mit den Studiengebühren?

In Israel müssen von jedem Studierenden Studiengebühren bezahlt werden. Diese können bis zu 10.000 Dollar pro Studienjahr betragen. Da ich im Rahmen des Erasmus+ Programm über meine Heimatuni in Deutschland in Haifa studiere, muss ich keine Studiengebühren bezahlen, sondern einfach nur weiterhin den Semesterbeitrag an der Uni Jena. Deshalb solltet du dich, wenn du nach Israel willst auf jeden Fall bei deiner Heimatuniversität informieren, ob und welche Partnerschaften mit Unis in Israel bestehen. So vermeidest du hohe Studiengebühren und profitierst von den internationalen Partnerschaften deiner Universität. 

Israelische Schekel als Scheine und Münzen auf einem Tisch mit zwei verschiedenen Kreditkarten
In Israel zahlt man mit New Israeli Schekel (NIS), die du hier sehen kannst. Allerdings kann man fast überall hier mit Kreditkarte bezahlen.

Wie und wo kann ich gefördert werden?

Auch über meine Uni habe ich erfahren, dass es für Israel eine besondere Art von Stipendium gibt, welches zum Erasmus+ Programm gehört, aber dennoch anders ist also nur die normalen Erasmusförderungen. Für mich war das in dem Fall das sogenannte Erasmus+ ICM Stipendium. ICM steht dabei für International Credit Mobility. In diesem Programm werden an der Uni Jena Partnerhochschulen in Ländern gefördert, die nicht zur EU gehören. In meinem Jahrgang standen hierfür Israel, aber zum Beispiel auch Georgien, Belarus oder die Republik Moldau zur Auswahl. 

Dieses Stipendium fördert einen Zeitraum für genau 90 Tage und man bekommt einen zusätzlichen Reisekostenzuschuss. Dadurch bekomme ich also 700 Euro im Monat Förderungen durch meine Uni und noch einmalig 320 Euro Reisekostenpauschale. Deshalb mein Tipp: Frag bei deiner Uni unbedingt nach solchen Fördermöglichkeiten und wie du dich darauf bewerben kannst. Das Stipendium, das ich bekommen habe, fördert übrigens genauso Praktikumsaufenthalte im Ausland. 

Eine weitere Möglichkeit finanzielle Unterstützung zu bekommen ist es, Auslands-BAföG zu beantragen. Auch hier gibt es je nach Land verschiedene Büros, die dafür zuständig sind. Wenn du ein normales BAföG bekommst, lohnt sich ein Antrag, da die Freigrenzen bei Auslands-BAföG andere sind. Was du hierfür allerdings wissen solltest: Beantrage Auslands-BAföG so früh wie möglich. Ich habe meinen Antrag im Sommer abgeschickt und noch immer keine Rückmeldung erhalten – was natürlich zum Planen für deinen Auslandsaufenthalt eher suboptimal ist.

Wie teuer ist Haifa?

Für mein WG-Zimmer zahle ich hier circa 550 Euro im Monat und das ist ein normaler Durchschnittspreis für ein WG-Zimmer in der Stadt. Kommilitonen von mir wohnen für circa 450 Euro in den Dorms auf dem Campus, der jedoch außerhalb der Stadt liegt. Ansonsten gebe ich hier im Durchschnitt pro Monat ungefähr 180 Euro für Lebensmittel und Essen inklusive Cafébesuche aus. Circa 30 Euro pro Monat gehen für öffentliche Verkehrsmittel ab, da ich jeden Tag den Bus zum Uni-Campus nehmen muss. Alles andere sind Kosten, die stark danach variieren, was ich unternehme und ob ich in dem Monat verreist bin oder nicht. Je nach Monat und Reisekosten gebe ich deshalb circa zwischen 800 – 1000 Euro pro Monat aus.

Sonnenstrahlen scheinen durch ein Fenster in die Küche meiner Wohnung in Haifa.
Meine Wohnung morgens bei Sonnenaufgang. Das Licht in der Küche macht mich jeden Morgen wieder neu happy, in dieser Wohnung zu sein.

Tipps, wie und wo du sparen kannst

Wie bereits erwähnt sind die Lebenshaltungskosten in Israel leider nicht wirklich niedrig. Dennoch habe ich in meiner Zeit einige Tipps und Tricks gefunden, wo und wie man hier am besten sparen kann und was hilfreich ist zu wissen.

Supermärkte:
In Israel gibt es verschiedene Supermarktketten, allerdings sind Discounter, so wie wir sie aus Deutschland kennen, hier eher selten. Allerdings gibt es von einer Kette meist mehrere Märkte mit preislichen Unterschieden. Deswegen kann ich euch empfehlen: geht zu Shufersal Deal oder zu Rami Levi. Diese beiden Supermärkte waren in meiner Erfahrung mit Abstand die günstigsten und hatten meist auch gute Angebote. Was du eher vermeiden solltest, ist in kleineren kioskartigen Supermärkten wie zum Beispiel in AM-PM’s einzukaufen, da diese oft sehr viel teurer sind als die größeren Ketten. Ein weiterer Tipp von mir, der in dieser Hinsicht hilfreich ist, ist es auf dem Markt, dem sogenannten Shuk einkaufen zu gehen. Besonders Obst und Gemüse kannst du dort frisch und günstig bekommen.

Essen:
Hier kommt wohl einer der klassischen Tipps für Studierende, aber tatsächlich hilft es mir persönlich sehr Geld zu sparen, indem ich zuhause koche und gemeinsam mit Freunden Kochabende veranstalte, anstatt Essen zu gehen. Ich habe es mir hier mit Freunden zu einer kleinen Tradition gemacht, Freitagabend, also am jüdischen Shabbat einen Koch- und Spieleabend zu veranstalten. So kann man gleichzeitig neue Freunde kennenlernen und hat eine gute Zeit zusammen, ohne viel Geld für teure Restaurants oder Bars ausgeben zu müssen.

Vor allem Obst und Gemüse sind hier im Vergleich zu den anderen Lebensmitteln relativ günstig. Diese sorgen für eine ausgewogene Ernährung und sind damit nicht nur für deinen Geldbeutel, sondern auch noch für deine Gesundheit von Vorteil.

Reisen, Aktivitäten & Alltag:
Je nachdem wie viel du vorhast zu reisen und welche Dinge du unternimmst, können sich die monatlichen Ausgaben natürlich von Person zu Person unterscheiden. Ich persönlich bin hier sehr viel gereist und hatte dabei oft das Privileg bei Bekannten oder Freunden von Freunden unterzukommen. Falls du also Leute kennst, die in deinem Zielland bereits leben oder Bekannte hast, frag dort doch einmal nach, ob sie Unterkunfts-Tipps für dich haben.

Außerdem gibt es in jeder Stadt viele Dinge, die man unternehmen kann, ohne dass diese viel kosten müssen. So war ich in Haifa super viel wandern, am Strand, habe zu Fuß mit Freunden die Stadt erkundet oder mich mit Freunden einfach auf einen Kaffee getroffen, um zu quatschen oder zusammen für die Uni zu arbeiten. 

Laptop mit Kaffeetasse daneben im Vordergrund, im Hintergrund die Aussicht auf den Hafen von Haifa
Gelegentliche Ausflüge in schöne kleine Cafés zum Co-Working oder einfach nur zum Quatschen mit Freunden gehören für mich einfach dazu.

Falls du noch nach weiteren Tipps und Tricks suchst, wie du in sehr teuren Ländern während deines Auslandsaufenthaltes Geld sparen kannst, schau doch gern mal bei diesem Beitrag meiner Correspondent-Kollegin Nora vorbei.

Und trotz aller Bedenken, die du eventuell aufgrund des finanziellen Aspekts eines Auslandssemesters hast, empfehle ich dir auch: Genieß die Zeit, die du im Ausland hast, reise und gehe das Land und deine Umgebung entdecken! Die Erinnerungen werden dir bleiben und es gibt wirklich viele gute Wege, um dir einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren und sich das ganze im Endeffekt auch leisten zu können. Also warum wartest du noch? Go for it!

Falls ihr noch Fragen zur Finanzierung, Leben in Israel oder meinem Studium hier habt, schreib mir immer gern auf Instagram oder Twitter!

Bis ganz bald,
Sarah

Hast du noch Fragen?

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