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In nur 12 Monaten nach Japan (Teil 3) – Das Auswahlgespräch

In nur 12 Monaten nach Japan (Teil 3) – Das Auswahlgespräch

Deine Bewerbung für das „Sprache und Praxis in Japan“-Stipendienprogramm (SP) des DAAD hat überzeugt – gratuliere! Nun ist das anschließende Vorstellungsgespräch die letzte Hürde auf dem Weg zum Stipendium. Bei 30 Kandidaten und nur 10 Plätzen heißt es im Endspurt also noch mal alles geben, damit du von dir überzeugst und dir das Stipendium sicherst!

Es ist Ende März, als nach vielen schlaflosen Nächten endlich die erlösende Nachricht im Bewerbungsportal erscheint: Die Einladung zum DAAD-Auswahlgespräch in Bonn, das ca. zwei Wochen später stattfindet. Doch auf die erste Freude folgt schnell die Nervosität, denn das Vorstellungsgespräch hat es in sich: Es gilt eine zehnköpfige Fachjury von sich zu überzeugen, damit der Traum vom Leben in Japan Realität wird.

4 Tipps, mit denen du beim Interview überzeugst

SP Japan Auswahlgespräch in Bonn
Das  Auswahlgespräch findet beim DAAD in Bonn statt.

1. Pünktlichkeit

Wenn man Leute fragt, was „deutsch“ sei, dann bekommt man meist Pünktlichkeit zu hören. Tatsächlich wird bei uns Deutschen Pünktlichkeit geschätzt, erst recht, wenn es um eines der höchst dotierten Stipendien Deutschlands geht. Egal, von wie weit her du kommst (manche Kandidaten fliegen sogar extra aus Japan an!), plane am besten genug Zeit ein, damit du pünktlich zum Gespräch antreten kannst. Bei den vielen geeigneten Kandidaten kann Zuspätkommen bereits das Zünglein an der Waage sein.

2. Vorbereitung

Beim Auswahlgespräch stellst du dich einer zehnköpfigen Jury, darunter Japanexperten und Akademikern aus deinem Fachbereich. Daher können die Fragen sehr ins Detail gehen. Da jedes Gespräch nur ca. zehn Minuten dauert ist es wichtig, dass deine Antworten so kurz und prägnant wie möglich sind. Bereite am besten die Standardfragen – eine kurze Vorstellung, sowie Fragen zu deiner Motivation, deinem Lebenslauf, deiner Studienwahl, deiner Abschlussarbeit und etwaige Arbeitserfahrung, vor. Behalte dabei immer auch Japan im Hinterkopf, denn die Fragen der Jury versuchen oftmals deine akademische und professionelle Vergangenheit mit einer potentiellen Zukunft in Japan zu verknüpfen.

Außerdem ist es ratsam, sich mit dem politischen und wirtschaftlichen Tagesgeschehen in Japan (und natürlich auch deren Bezug zu Deutschland) auseinanderzusetzen.

Frage: „Wissen Sie, was man unter ‚Universal Product‘ versteht?“
Meine Antwort: „Tut mir leid, das sagt mir jetzt nichts. Aber ich werde mich darüber informieren.“

3. Selbstbewusstsein

Sich den Fragen von mehreren Experten zu stellen kann sehr schnell einschüchternd sein. Tatsächlich zielen einige der Fragen darauf ab, dich aus der Reserve zu locken. So kann es schon vorkommen, dass dir immer wieder die gleiche Frage gestellt wird. Hier heißt es: Ruhe bewahren! Die Fragen werden nämlich nicht aus Boshaftigkeit so gestellt, sondern um dir die Chance zu geben wirklich zu zeigen, dass du der ideale Kandidat bist.

Frage: „Das ist ja schön und gut, was Sie da antworten. Doch eigentlich kann man Ihre Antworten genauso gut auf Spanien oder Russland umlegen. Warum also genau Japan?“

4. Leidenschaft

Mit 16 Monaten ist das Sprache und Praxis Japan Programm vergleichsweise lang. Wer bereits einige Zeit im Ausland verbracht hat weiß, dass man nach den ersten Wochen die rosarote Brille absetzt. Erste Eigenheiten der fremden Kultur beginnen zu stören, man vermisst Freunde und Familie und plötzlich ist man sich nicht mehr sicher, ob es die richtige Entscheidung war, in ein fremdes Land zu ziehen. Daher ist es wichtig, dass du dich vor dem Auswahlgespräch gut mit der japanischen Kultur auseinandersetzt, vor allem mit möglichen negativen Aspekten, so wie lange Arbeitszeiten oder aber auch die unterschiedliche Stellung von Frauen in Japan.

Frage: „Es ist ja toll, dass Sie so motiviert sind, nach Japan zu gehen. Doch Ihnen ist bestimmt bewusst, dass in Japan oft Überstunden zu leisten sind – glauben Sie, dass Sie dann immer noch so leidenschaftlich von Japan schwärmen werden?“

Denk daran: Mit der Einladung zum Auswahlgespräch stehst du knapp davor, dir das Sprache und Praxis in Japan Stipendium zu sichern. Mit der richtigen Vorbereitung, genug Selbstbewusstsein, sowie der nötigen Leidenschaft für Japan wirst du es schaffen, die Fachjury von dir zu überzeugen.

Viel Glück, oder wie man in Japan sagt: 頑張れ

In nur 12 Monaten nach Japan!

Teil 1: Dein Weg zum Stipendium
Teil 2: Die Bewerbung

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