studieren weltweit
Mit Erasmus nach Südeuropa: ein zweiter Anlauf

Mit Erasmus nach Südeuropa: ein zweiter Anlauf

Kaliméra! Ich bin Lasse und berichte euch in meinem ersten Blogartikel über meine Motivation, in dieser besonderen Zeit ins Ausland zu gehen, wieso ich in Athen gelandet bin und was es mit meiner Mission auf sich hat. Für mich ist es bereits das zweite mit Erasmus+ geförderte Auslandssemester im Bachelor. Ihr wusstest nicht, dass das überhaupt möglich ist? Dann erfahrt ihr heute mehr!

Als ich im Freundes- und Familienkreis von meinem Vorhaben erzählte, diesen Sommer für mein Auslandssemester nach Athen zu fliegen, erlebte ich zunächst eine erstaunte Reaktion und musste mindestens auf eine der zwei Fragen eine Antwort finden: „Während Corona ein Erasmus-Semester machen, geht das überhaupt?“ oder „Du warst doch letztes Jahr schon in Bilbao, kann man mehrmals Erasmus im Bachelor machen?“. Und falls ihr euch dieselben Fragen stellt: ja, viele Unis im Ausland nehmen wieder Austauschstudierende auf. In Griechenland wird das Semester in den kommenden Monaten allerdings komplett online stattfinden.

Das Land befindet sich seit Monaten im Lockdown, der nun noch mal verschärft wurde. Zwischenzeitlich bestand ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass es sich hier wieder etwas normalisiert. Im Januar betrug die Sieben-Tage-Inzidenz gerade einmal etwas über 30. Doch seitdem steigen die Zahlen wieder stärker, sodass neue Maßnahmen getroffen werden mussten.

Erasmus während Corona – muss das sein?

Einige von euch fragen sich jetzt vielleicht, wieso ich diese Entscheidung getroffen habe. Während Andere ihre Arbeit ins Homeoffice verlagern, reise ich über 2.000 Kilometer nach Athen, um dort zu studieren und ein mir unbekanntes Land kennenzulernen. Um ehrlich zu sein, es fiel mir zunächst auch nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen. Mein letztes Auslandssemester in Spanien war eine wertvolle Erfahrung, doch coronabedingt musste ich es bereits nach wenigen Wochen abbrechen.

Ich denke, mittlerweile haben viele von uns einen Weg gefunden, mit der neuen Situation umzugehen und sich unter Beachtung der jeweils geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen trotzdem auf neue Abenteuer zu begeben. Die Möglichkeit, in einer komplett neuen Umgebung, mit mir unbekannten Menschen zu studieren und neue Freundschaften mit Leuten aus ganz Europa zu schließen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Auch wenn die Freizeitangebote zur Zeit wegfallen, die Möglichkeit draußen spazieren zu gehen oder sich im Park zu treffen wird es auch hier im Sommer geben.

Zwölf Monate Erasmus+ im Bachelor

Obwohl ich schon am Ende meines Studiums bin und bereits ein Auslandssemester mit Erasmus+ gefördert wurde, kann ich auch die nächsten Monate in Athen im Rahmen des Erasmus-Programms studieren und von den vielen Vorteilen profitieren. Man kann nämlich innerhalb eines Studienzyklus bis zu zwölf Monate die Erasmus-Förderung erhalten. Dabei muss der Aufenthalt mindestens drei Monate dauern. Trotzdem gibt es natürlich von Universität zu Universität viele Unterschiede und bestimmte Anforderungen, was den Zeitpunkt des Auslandssemesters angeht. Bei mir an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin habe ich Glück, dass alles sehr flexibel ist und ich eigentlich zu jedem Zeitpunkt meines Studiums ins Ausland gehen kann.

Zum Ursprung der Demokratie

Mein Studiengang in Berlin heißt Public und Nonprofit-Management und ist vielen von euch sicherlich nicht bekannt. Jedenfalls mache ich häufig die Erfahrung, wenn ich davon berichte und muss erstmal einige Worte dazu sagen. Falls ihr mehr dazu wissen wollt, habe ich euch die entsprechende Seite meiner Uni verlinkt und stehe natürlich auch gerne Rede und Antwort zu euren Fragen!
Bereits im Studium in Berlin habe ich mich in Modulen wie Politikwissenschaft oder Soziologie mit gesellschaftlichen Themen auseinandergesetzt und Interesse in diesen Bereichen entwickelt, allerdings hielt sich der Umfang der Lehrinhalte in Grenzen. Für mich war Athen unter anderem deshalb die erste Priorität bei der Bewerbung, weil ich hier an der Panteion University of Social and Political Sciences studiere. Der Name legt nahe, dass die angebotenen Kurse und Seminare sich mit meinen Interessenschwerpunkten überschneiden. Auch in wirtschaftswissenschaftlichen Modulen werden hier Themen wie „Crisis & change in Southern Europe“ behandelt, bei der Demokratie und Politik eine wichtige Rolle spielen. Vor dem Hintergrund sich rasant verändernder Machtverhältnisse in Europa und der Gefährdung der Demokratie möchte ich mich intensiver mit der Entstehung und Entwicklung auseinandersetzen. Und welcher Ort bietet sich dafür am besten an? Meiner Meinung nach gibt es keinen geeigneteren als die Geburtsstätte – Athen!

Außerdem begeistert mich die Stadt und Griechenland insgesamt seit vielen Jahren. Bisher habe ich immer nur Erfahrungsberichte gelesen oder Erlebnisse von Freund*innen gehört, nun kann ich mir selber einen Eindruck verschaffen. Akropolis und Parthenon werden auf den Spuren der Antike hoffentlich nur der Anfang sein.

Ein Grund mehr: 13.000 Kilometer Küste in Griechenland

Um ehrlich zu sein, ich muss schon zugeben, dass die geographische Lage Athens bei meiner Wahl des Studienortes nicht außenvorgelassen wurde. Blaue Lagunen, unzählige Inseln in der Ägäis und die Berge in greifbarer Nähe haben es mir als Naturliebhaber nicht all zu schwer gemacht, Athen als Ort zum Leben für die nächsten Monate zu wählen. Ich hoffe, dass ich trotz der schwierigen pandemischen Lage etwas vom Land sehen kann und meinen Horizont erweitere.

 

Hast du noch Fragen?

Mehr zu #Erasmus+

Video aktivieren

Zum Aktivieren des Videos klicke bitte auf "Video laden". Wir möchten dich darauf hinweisen, dass nach Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung