27. Februar 2026
In meiner Zeit im Erasmus habe ich ein paar Ausflüge machen können in verschiedene Städte und Regionen Spaniens! Ausflüge sind in der Regel nicht ganz günstig und man zahlt meist so viel wie für einen Kleinurlaub. Das muss jedoch nicht so sein – ich zeige dir in diesem Blogbeitrag, wie du mit wenig Geld in deinem Erasmus rumkommst und andere Städte und Regionen erkunden kannst!
Barcelona – das perfekte Kurztrip-Ziel?
Ich war im Oktober in Barcelona für ein verlängertes Wochenende. Freunde von mir hatten dort einen Tanzauftritt mit ihrer bolivianischen Tanzgruppe, die sogar europaweit auf kulturellen Festivals oder Karnevalsumzügen auftritt. Ich war direkt überzeugt mitzukommen und konnte es nicht erwarten die Stadt wieder zu sehen, da ich dort selbst 2023 für einen Monat gelebt habe! Um nicht viel Geld auszugeben, habe ich mir von Valencia nach Barcelona einen Bus gebucht – für hin und zurück zahlt man in der Regel zwischen 60-90 Euro für eine Fahrt von circa 3,5 – 4 Stunden. Ich habe mein Ticket über ALSA gefunden, und habe um die 80 Euro ausgegeben. Optional könnt ihr vor allem in Spanien auch Bustickets über das Portal OMIO, oder wie üblich über Flixbus finden. Innerhalb von Spanien sind manchmal Flüge günstiger und kürzer als Busfahrten! Informiert euch, welche Variante die preiswerteste ist – einsehen könnt ihr das beispielsweise bei Flugportalen.
In Barcelona selbst haben wir uns für die Übernachtung anstatt ein Hotel ein Hostel gebucht! Unser Hostel war das BCN Sport Hostels, wo wir pro Person um die 30 Euro pro Nacht gezahlt haben! Kleiner Tipp dabei: Ihr könnt bei diesem Hostel ganze Zimmer buchen mit euren Freunden, und je größer die Zimmer, desto günstiger der Preis pro Person! Nehmen wir jetzt die Kosten für die Fahrt und die Übernachtung zusammen, sind wir bei 170 Euro, und wenn du das Wochenende sparsam mit deinem Geld umgehst, teure Restaurants vermeidest, auf unnötigen Schnickschnack verzichtest, dann kannst du mit mit 250 – 300 Euro ein wirklich wunderschönes Wochenende in Barcelona erleben. Und wenn wir uns mal überlegen, wie viel ein Wochenendtrip von Deutschland aus nach Barcelona kosten würde, sind wir bei 250 Euro allein mit den Flügen.
In Barcelona empfehle ich euch den Strandbereich und das Viertel Barceloneta für Spaziergänge an sonnigen Tagen. Im Barri Gòtic findet ihr die schönsten Gassen. El Born liegt gleich daneben und ist wie gemacht, um abends auszugehen. Ein absolutes Must-See ist die Sagrada Família, die man von außen betrachten kann. Wenn ihr etwas Geld übrig habt, empfehle ich euch den Park Güell. In Gràcia könnt ihr euch in den Straßen verirren und günstige Tapas bestellen. Einen der schönsten Aussichtspunkte findet ihr auf den Bunkern. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt ihr fast bis nach oben; den Rest geht ihr zu Fuß. Die Schritte lohnen sich, denn der Ausblick ist unbeschreiblich.
Südspanien im Auto erkunden! Und im Auto schlafen???
Du hast richtig gelesen! Aber alles der Reihe nach!
Ich habe für mich und meine Freundin Anfang Februar ein Auto von Donnerstag bis Montag, für ein verlängertes Wochenende über Check 24 gebucht! Bei der Autovermietung musst du auf ganz viele Sachen acht geben, denn sonst kannst du in eine riesige Kostenfalle stapfen. Beispielsweise brauchst du unbedingt ein Mindestmaß an Versicherung für das Auto da immer irgendwas passieren kann, auch wenn du ein guter Fahrer sein solltest, sind Risiken nie ausgeschlossen! Außerdem musst du beim Mieten eines Autos fast immer eine Kaution hinterlegen, die auf eine Kreditkarte deines Namens laufen muss! Stelle sicher, dass du eine Kreditkarte besitzt, und dass diese den Betrag der Kaution decken kann! Das sind fürs erste die wichtigsten Punkte, die ich dir ans Herz legen kann.
Für das Auto haben wir insgesamt um die 150 Euro gezahlt, Tankkosten lagen bei weiteren 150 Euro. Klingt vielleicht im ersten Moment nach viel Geld, aber wir haben auch eine ziemlich lange Strecke hinter uns gelegt! Angefangen hat unser Trip am Donnerstagabend in Valencia, und unser erster Halt war die Kleinstadt Gandia, die sich eine Stunde südlich von Valencia befand. Hier haben wir eine kleine Verschnauf- und Kaffeepause eingelegt, und ein paar Schritte durch die Stadt gemacht. Bis auf die Hauptstraße mit einer Fußgängerpromenade gab es für uns keine weiteren Sehenswürdigkeiten mehr, weswegen wir nach einer Stunde weiter zu unserem ersten großen Stopp gefahren sind: nach Benidorm!
Erster Stop – Benidorm
Benidorm gilt als Touristenstadt direkt am Meer, die jährlich unzählige Touristen anlockt! Die Stadt besteht fast nur aus riesigen Hotels, die zum Himmel ragen, und einer wirklich schönen Skyline, die man aus der Ferne betrachten kann! Von Gandia bis Benidorm waren es nochmal eineinhalb Stunden Fahrt. Wir sind abends gegen 21 Uhr in der Stadtmitte angekommen und haben das Auto in einem Parkhaus abgestellt. Den Abend in Benidorm verbrachten wir mit einem kleinen Spaziergang auf der Suche nach Tapas und etwas zum Trinken. Das Stadtzentrum ist voller Lokale und Tanzbars und schien selbst im Februar ziemlich lebendig zu sein, obwohl wir außerhalb der Saison waren. Für Tapas und zwei Bier pro Kopf landeten wir bei knapp 30 Euro – in Ordnung! Gegen 23 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Auto und suchten außerhalb des Stadtzentrums auf einem Hügel einen Ort, wo wir parken könnten. Was anfangs wie eine Herausforderung schien, war einfacher als gedacht: Um den perfekten Parkplatz zu finden, brauchten wir nur 15 Minuten und mussten einer kleinen Straße folgen, die uns auf die Hügelregion von Benidorm führte. Jetzt wurden die Zelte aufgeschlagen! Die Sitze wurden zurückgelehnt, mit unserem Bettzeug bezogen und die Scheiben mit Handtüchern abgedeckt, um uns vor Blicken zu schützen. Die Nacht war angenehmer als gedacht, und die Sitze gemütlicher, als ich es mir jemals vorgestellt hätte. Wir stellten uns einen Wecker zum Sonnenaufgang und sahen die Stadt bei den ersten Sonnenstrahlen erwachen. Für diesen Ausblick hat sich alles gelohnt!
Next Stop: Granada
Nach dem Frühstück, was aus geschmierten Broten und Wasser bestand, fuhren wir Richtung Granada! Von Benidorm nach Granada waren es ungefähr vier Stunden fahrt, und wir mussten auf der Hälfte der Strecke den ersten unserer drei Tankstopps einfügen. Für diese Nacht haben wir uns eine Unterkunft über Booking gebucht! Bezahlt habe ich 80 Euro für zwei Personen für eine kleine Unterkunft im populären Viertel Albaycín, in Granada. Das Frühstück war inkludiert und für 10 Euro konnten wir das Auto 15 Minuten zu Fuß entfernt auf einem Parkplatz für 24 Stunden stehen lassen. Eingechekt, umgezogen, und dann sind wir auch schon aus dem Haus. Der erste Stop war der Aussichtspunkt Mirador de San Nicolás von dem man die Alhambra sehen kann! Die Alhambra ist eine weltberühmte maurische Palast- und Festungsanlage in Granada, welche von den muslimischen Herrschen erbaut wurde. Diese hatten bis zu der Rückeroberung von Granada durch die Spanier 1492, geherrscht. Den muslimischen Einfluss erkennt man besonders in dem Viertel Albaycín besonders stark.
Das Viertel zeigt den muslimischen Einfluss vor allem durch seine engen, verwinkelten Gassen und die unregelmäßige Stadtstruktur, die typisch für eine islamische Medina ist. Die Häuser wirken nach außen schlicht, sind aber oft um einen geschützten Innenhof mit Brunnen oder Pflanzen gebaut, was die Bedeutung von Privatsphäre widerspiegelt. Außerdem erinnern architektonische Elemente wie Hufeisenbögen und die ornamentalen Verzierungen an die maurische Zeit.
Die Calle de las Teterías, so genannt weil es dort viele arabische Teestuben (Teterías), Geschäfte mit orientalischen Waren, Gewürzen, Lampen und Kunsthandwerk gibt, verbindet das Stadtzentrum mit dem maurisch beeinflussten Viertel, und vermittelt durch die unzähligen Läden, Düfte und Dekorationen eine stark nordafrikanisch-arabische Atmosphäre. Ich kann es euch nur ans Herz legen am Abend in einer der Teestuben einen gut gemischten traditionell- arabischen Tee zu genießen! Die Preise werden pro Kanne berechnet und liegen bei circa 5-10 Euro. Man könnte anfangs vor den Preisen zurückschrecken, es ist aber wirklich eine Erfahrung wert, vor allem in kälteren Monaten wird es in den Teestuben sehr angenehm warm und gemütlich.
Wir haben den Abend in der Nähe der Plaza Nueva bei einem Bier ausklingen lassen – mit ein paar gratis Tapas, wie es in Granada üblich ist, denn hier bekommt man in vielen Lokalen zu jedem Getränk eine kostenlose Tapa serviert. Auch hier haben wir nicht wirklich viel ausgegeben, und waren bei 20 Euro führ zwei Personen. Am nächsten Tag sind wir mit dem Bus zur Alhambra gefahren, um sie zu besichtigen. Die Tickets hatte ich im Vorhinein für 17,50 Euro pro Person im Internet gekauft, jedoch nur den normalen Eintritt ohne Zugang zu den Nasridenpalästen… Vor Ort haben wir erfahren, dass die Nasridenpaläste sozusagen die „Kirsche auf der Sahnetorte“ sind und als das beeindruckendste Element der Alhambra gelten. Leider konnten wir sie nicht besichtigen. Ganz ehrlich: Der normale Eintritt ohne die Paläste hat mich nicht wirklich begeistert. Es war schön, alles einmal gesehen zu haben, aber für mich persönlich war es nichts außergewöhnliches. Deshalb würde ich rückblickend sagen: Wenn man die Alhambra besucht, dann am besten mit Ticket für die Nasridenpaläste – sonst fehlt das Highlight.
Sevilla- Hauptstadt des Flamencos und unser letzter Stopp!
Nach der Alhambra in Granada packten wir unsere Sachen und fuhren zurück zum Auto! Die Fahrt nach Sevilla dauerte knapp drei Stunden, und wir kamen erst gegen 20 Uhr an. Das Auto stellten wir auf einem kostenlosen Parkplatz in Zentrumsnähe ab. Dort zogen wir uns direkt um und machten uns bereit für eine Erkundungstour durch die Stadt. Unsere Ziele waren das Viertel Alfalfa, Casco Antiguo und die Alameda de Hércules, die unter Jugendlichen und Studenten als Hotspot gilt. Wir ließen uns einfach treiben und landeten nach einer halben Stunde in einem kleinen Lokal, in dem wir auf die Schnelle lokalen Wein tranken und typische Tapas vernaschten. Den Abend ließen wir bei einem günstigen Sangría in einem Lokal am Platz der Alameda de Hércules ausklingen. Dort gab es viele lebendige und gut gefüllte Bars und Restaurants. Wir genossen die Atmosphäre und begaben uns gegen Mitternacht zurück zum Auto. Etwas außerhalb der Stadt stellten wir das Auto auf einem öffentlichen Parkplatz ab und machten es uns gemütlich.
Am nächsten Morgen ging es für uns noch einmal in die Stadt. Das Auto haben wir in einer Parkgarage für fünf Euro abgestellt, und sind mit einem großen Spaziergang entlang des Flusses vorbei an der sehenswerten Kathedrale von Sevilla, im Viertel Santa Cruz gelandet. In einem überfüllten kleinen Lokal mit Stehbereichen haben wir uns zwei kleine Brötchen (Bocadillos) mit kleinem Bier für insgesamt 12 Euro geholt. Auf dem Rückweg zum Auto konnten wir die Stadt noch so gut wie es ging erkunden, und sind am späten Nachmittag von Sevilla wieder zurück in Richtung Valencia gefahren.
Die Rückfahrt war ziemlich anstrengend, weil wir sechs Stunden unterwegs waren, und die Müdigkeit gemischt mit den schlecht instand gehaltenen Straßen im Süden Spaniens zu einer echten Tortur für jeden Autofahrer wird. Gegen Mitternacht sind wir letztendlich am Sonntag in Valencia angekommen und haben das Auto am nächsten Morgen am Flughafen wieder abgegeben
Um alle Kosten für den Roadtrip zusammenzufassen:
- Die Kosten für die Anmietung des Autos lagen bei 150 Euro
- Die Tankkosten waren ebenfalls 150 Euro
- Zwei Kaffee in Gandia kosteten vier Euro
- Lebensmittel die ich für die Fahrt zuvor und während der Fahrt gekauft hatte kosteten uns um die 40 Euro
- Tapas in Benidorm kosteten 30 Euro
- Die Unterkunft in Granada und das Parken lagen bei 90 Euro
- Das Ausgehen in einer Teestube und das Verzehren von Getränken und Tapas kostete uns zusammen 30 Euro
- Für die Tickets zu der Alhambra zahlten wir 35 Euro
- Und die Kosten für Verzehrung und für das Parken in Sevilla lagen bei knapp 50 Euro
Zusammengerechnet lagen die Kosten für diesen Roadtrip bei 579 Euro. Mit vergessenen Kosten liegen wir aufgerundet bei 600 Euro, was 300 Euro pro Person bedeutet. Wir haben verschiedene Städte und Regionen Spaniens gesehen auf dieser Reise, haben viel gesehen, und Erfahrungen fürs Leben gesammelt. Alles in allem haben wir für 300 Euro unglaublich viel erlebt und ich finde das Geld hätte nicht besser investiert werden können.
Wenn du mehr zu meiner Zeit in Spanien erfahren möchtest, dann folg mir doch gerne auf Tiktok und Instagram unter: „daringoesspain“! Wir sehen uns beim nächsten Mal.










