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Pferdemilch zum Frühstück: Zu Gast in Kirgistan

Pferdemilch zum Frühstück: Zu Gast in Kirgistan

Andere Länder, andere Sitten: In Kirgistan kommt das Schweinefleisch weg vom Tisch, dafür allerdings alles andere vom Pferd bis hin zum Lamm. Aber Vegetarier müssen trotzdem nicht verhungern. Und zur Pferdemilch gibt es auch Alternativen.

Musiker Familienfest Essen Bischkek Kirgistan
Zu ausgewähltem Essen gehört hier natürlich die richtige Musik.

In Kirgistan wird der Gast zum König: Wer eine Einladung zum Essen bei einer kirgisischen Familie erhält – und dies passiert in der Regel ziemlich schnell – sollte sie keinesfalls ausschlagen und lieber vorher einen Fastentag einlegen. Denn: Wenn es ums Essen geht, sind die Kirgisen richtige Genießer. Als Vorspeise gibt es viele verschiedene Salate (u.a. mit Fleisch), gefolgt von Suppe mit Brot dazu. Jetzt ist man theoretisch schon satt, aber es folgt das Hauptgericht: Oft ist es Plow (ein Reisgericht mit Fleisch) oder zu besonderen Anlässen Besch Barmak (man isst mit der Hand lange Nudeln und große Fleischstücke, meist frisch geschlachtet). Wer selbst davon nicht satt wird, kann sich zwischen den Mahlzeiten Borsook reinhauen: Luftige, frittierte Teigtäschchen, die IMMER auf dem Tisch liegen, um das leiseste Hungergefühl der Gäste zu unterdrücken. Und natürlich stehen Süßigkeiten und Obst auf dem Tisch, damit wirkt die Tafel direkt bunter. Überhaupt kann man sagen, dass die Kirgisen ziemlich bio sind. Das meiste Obst und Gemüse kommt aus dem eigenen Anbau, das Fleisch frisch von der Weide in den Bergen, und das schmeckt man. Versucht mal, den Kirgisen „Massentierhaltung“ zu erklären, es ist komplizierter als man glaubt.

Multi-Kulti in der kirgisischen Cuisine

Dabei ist es schwierig von der kirgisischen Küche zu reden. Diese hat nämlich verschiedene Einflüsse aus den Nachbarstaaten Zentralasiens. Auch russische Rezepte, wie z.B. der Hering im Pelzmantel, finden sich auf der kirgisischen Tafel wieder.

Milch konsumieren die Kirgisen weniger, Käse und Quark habe ich zumindest bei meiner Gastfamilie sehr selten auf dem Küchentisch entdeckt. Dafür ist Pferdemilch eine Erfahrung für sich. Und mit einem Alkoholgehalt von etwa 5 Prozent kann man das spezielle Milchgetränk schon fast wie Bier genießen. Wer sich mit dem Gedanken an Stutenmilch nicht anfreunden kann, trinkt die vegane Milchalternative aus Brot, nämlich: Boso.

Schwing den Kochlöffel!

Bei der ganzen Auswahl an Köstlichkeiten war es schwierig für mich, den Überblick zu behalten, aber zwei Dinge kann ich mir mittlerweile nicht mehr vom Küchentisch wegdenken: Meinen heißgeliebten Borsook und den Rote-Beete-Salat, mit schön viel Knoblauch. Wer Lust auf ein bisschen zentralasiatische Cuisine hat, versucht sich einfach mal an dem folgenden Basic-Rezept.

Zutaten:

  • Rote Beete
  • Kohl
  • Nach Belieben auch Kartoffeln
  • Möhren
  • Knoblauch
  • Öl
  • Essig
  • Eine Prise Pfeffer und Salz

Zubereitung:

Die Rote Beete und den frischen Kohl (im Verhältnis 50:50) schneidet man zuerst in Streifen. Wer‘s mag, tut auch klein geschnittene, gekochte Kartoffeln und Möhren hinzu. Danach gibt man den gepressten Knoblauch zum Gemüse. Zu guter Letzt rührt man alles mit Öl und ein wenig Essig um. Mit Pfeffer und Salz wird dem Salat je nach Belieben der letzte Schliff gegeben.

Mädchen Salat bei Piknik
Lecker schmecker à la Kirgistan.

Guten Appetit!

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