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Freier, selbständiger, glücklicher – 3 Monate Kanada

Du wolltest schon immer einmal ins Ausland, aber zögerst noch? Du hast Fernweh und möchtest etwas erleben, doch irgendetwas hält dich zurück? Ich bin für drei Monate nach Kanada gefahren und möchte jetzt meine Erfahrungen mit allen teilen, denen es so geht.

Der Aufenthalt in Kanada war meine erste studienbezogene Auslandserfahrung. Obwohl ich schon immer davon geträumt habe für längere Zeit ins Ausland zu gehen, gab es immer einen Grund nicht zu gehen. Diesen Sommer jedoch gab es keine Ausreden mehr. Ich hatte Zeit, einen interessanten Praktikumsplatz und die passende Finanzierung durch RISE weltweit. Also hieß es für mich „auf ins Abenteuer Ausland!“.

Mein Praktikum: Fachliche Erweiterung des Horizonts

Während meines Praktikums an der Queen’s University in Kingston habe ich im Musikkognitionslabor gearbeitet. Dort habe ich viel über wissenschaftliches Arbeiten in Kanada gelernt. Ich konnte meine Programmier- und Musikkenntnisse weiter vertiefen und neue Dinge ausprobieren. So durfte ich als Co-Autorin eines Posters viel über dessen Erstellung lernen und mit den neuesten Systemen im Labor arbeiten. Fachlich habe ich sehr viel dazugelernt. Woran ich genau gearbeitet habe und was ich an der Queen’s University alles lernen durfte, habe ich in einem anderen Artikel zusammengefasst. Abgesehen vom fachlichen Aspekt bringt ein Auslandsaufenthalt einen auch persönlich weiter.

Mein persönliches Fazit: Als Anfänger im Ausland

Meine größte Sorge vor der Abreise war die Angst, in Kanada keinen Anschluss zu finden. Ich habe mich deshalb gleich zu Beginn in einem Anflug von Panik für alle Angebote des International Centers angemeldet. Das kann ich jedem empfehlen, da man dort sehr nette Menschen kennenlernt und die Möglichkeit hat, an Aktivitäten wie Wochenendreisen oder Filmabenden teilzunehmen.
Doch auch außerhalb der Universität, auf der Straße, im Fernbus oder sogar im Drogeriemarkt kann man Freunde finden. Es hat mich sehr überrascht, wie schnell man in Kanada neue Leute kennenlernt und vor allem, wie viele Freunde ich in der doch eher kurzen Zeit gewonnen habe. Ein soziales Netzwerk ist im Ausland essentiell. Über Freunde findet man Aktivitäten und neue Freunde. Die Menschen in Kanada habe ich als sehr herzlich und aufgeschlossen empfunden. Mein Praktikum fand genau in den Semesterferien statt, weshalb die meisten kanadischen Studierenden in ihren Heimatstädten waren und ich so vor allem international Studierende kennengelernt habe. Dadurch wurde mein Horizont noch stärker erweitert. Ich hatte unglaublich viel Spaß in Kanada und habe mich so glücklich und frei gefühlt wie noch nie. Das heißt aber nicht, dass immer alles wunderbar war und es nicht auch Tage gab, an denen es mir nicht absolut blendend ging. Es gibt Situationen, mit denen man im Ausland nicht gerechnet hat. Die Kreditkarte funktioniert nicht, die Wohnsituation ist schwierig, man muss ins Krankenhaus. Was die Wohnsituation angeht, so kann ich alle, die ihren Aufenthalt in Kanada vor sich haben, beruhigen. Von allen, die ich kennengelernt habe – RISE-Stipendiaten, Correspondents, Studierende in Kingston und Toronto – niemand hat ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich, sondern im Gegenteil, alle haben sehr schöne Wohngelegenheiten gefunden. Falls für euch das Programm RISE in Frage kommt, ist diese Sorge ebenfalls unbegründet, da sich der DAAD und Mitacs um eine Unterkunft direkt auf dem Campus kümmern. Die anderen Dinge sind zwar ärgerlich, aber gehören zu der Erfahrung, die man im Ausland macht. Es macht einen selbstständiger. Ich habe während meiner Zeit in Kanada eine interessante Entwicklung bei mir festgestellt: ich bin viel aufgeschlossener, selbstbewusster und gelassener geworden. Die Herausforderung sich ein komplett neues Umfeld in einem fremden Land aufzubauen, habe ich als fantastisch empfunden. Ich bin zum extremen Frühaufsteher mutiert, was nicht nur an meinem Jetlag, sondern auch an meiner Neugier und Abenteuerlust lag. Ich habe mir vorgenommen, zu allem (moralisch vertretbar und legal natürlich) „Ja“ zu sagen. Doch das hat mich nicht nur von Klippen springen lassen (ins Wasser, versteht sich), sondern auch ganz banale Dinge ausprobieren lassen. So habe ich mich einem Kirchenchor und einem Buchclub angeschlossen. Der Chor ist für mich in meiner Zeit in Kanada so etwas wie eine Familie geworden. Ich hatte großen Spaß dabei, mit ihnen zu singen und ständig zum Barbecue eingeladen zu werden. In Kingston selbst gab es zahlreiche Angebote für Freizeitaktivitäten und auch das Reisen ist bei mir nicht zu kurz gekommen.

Ich fühle mich in Kanada unglaublich wohl. Die Menschen, die Städte, die Natur – alles trägt dazu bei, dass ich mich mit dem Land sehr verbunden fühle und mir sehr gut vorstellen kann, wieder für längere Zeit dort zu leben. Mich hat nun das Reisefieber gepackt und ich möchte so schnell wie möglich wieder „abroad“. Sorgen, dass es mir nicht gefallen könnte oder eine allgemeine Unsicherheit verspüre ich nicht mehr. Für alle, die nach einem Einstieg für das Projekt „Auslandserfahrung“ suchen, kann ich die Aufenthaltsdauer von drei Monaten sowie Kanada als Land empfehlen. Es ist lang genug, um sich einzuleben und Kanada ruft aufgrund seiner westlichen Kultur keinen Kulturschock hervor. Auf einen Kulturschock freue ich mich schon riesig, denn für mich geht es 2017 nach Japan und Südkorea. Gleichzeitig schmiede ich bereits Pläne für meine Rückkehr nach Kanada.

Der Abschied aus Kanada

Zuerst hieß es für mich Abschied von meinen Lieblingsorten. Also ging es ein letztes Mal an den See, ein letztes Mal in das beste indische Restaurant und ein letztes Mal auf meinen Lieblingswanderweg.

Dass es jetzt wirklich zurück nach Deutschland geht und ich alle frühestens in einem Jahr wieder sehe, kommt mir sehr unwirklich vor. Ich mag Abschiede nicht besonders gerne, deshalb heißt es von meiner Seite aus „Danke für alles. Und bis bald!“

 

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