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Ohne Lebensmittel in Quarantäne? – Meine ersten Tage in Island

Ohne Lebensmittel in Quarantäne? – Meine ersten Tage in Island

Nachdem ich am 3. Januar 2021 sicher in Keflavik in Island gelandet bin, musste ich mich für fünf Tage in Quarantäne begeben. Zum Glück hat mir die Reykjavik University für diese Zeit eine Anleitung an die Hand gegeben.

Island hatte bei meiner Ankunft Anfang Januar die wohl niedrigsten Corona-Infektionszahlen in Europa. Eine Sieben-Tage-Inzidenz um etwa 25 pro 100 Einwohner, während sie in Deutschland über 150 lag. Die niedrigen Infektionszahlen sind hart erkämpft durch einen Lockdown und Quarantänebestimmungen bei der Einreise.

Nach den weiterhin geltenden Einreisebestimmungen muss jede*r Einreisende*r fünf Tage in Quarantäne und zwei Coronatests (PCR) absolvieren. Einen direkt bei der Einreise, den anderen nach fünf Tagen.

Für den ersten PCR-Test musste ich mich vor meiner Abreise registrieren. Das ging schnell und unkompliziert auf der isländischen Covid-Website. Kurz vor der Abreise habe ich dann einen Barcode per Mail erhalten.

Die Ankunft am Flughafen Keflavik

Bei der Ankunft in Island wurden alle Passagiere meines Flugs getestet (abgesehen von denen, die eine bereits überstandene Corona-Infektion nachweisen konnten). Ich musste meinen Barcode zur Registrierung vorzeigen. Bei mir wurde je ein Abstrich durch Mund und Nase gemacht. Danach durfte ich weiter. Anschließend erklärte man mir die Quarantäneregeln kurz und drückte mir ein Heft in die Hand, in dem die Regeln noch einmal ausführlich aufgelistet waren.

Ich durfte mit dem Bus, Taxi oder einem Mietwagen bis zu meinem Quarantänestandort fahren (vom Flughafen von Bekannten oder Verwandten abgeholt werden, ist tabu!). Dieser Standort muss ein eigenes Bad und eine eigene Küche haben (Wohngemeinschaften gehen nicht). Beides ist in meinem Zimmer im Studentenwohnheim vorhanden.

Ich habe mein Fahrrad mit nach Island genommen, habe aber wenig Lust, mit dem Fahrradkarton von der Bushaltestelle zum Wohnheim zu laufen. Deshalb teile ich mir mit einem anderen Austauschstudenten ein Taxi.

Lebensmittel online einkaufen

Im Vergleich zu manch anderen Ländern sind die Quarantäneregeln in Island recht entspannt. Ich darf „in Gebieten, in denen sich wenige Menschen aufhalten,“ spazieren gehen. Jeglicher physischer Kontakt zu anderen Menschen ist jedoch verboten. So darf ich zum Beispiel auch nicht einkaufen gehen. Doch woher bekommt man Lebensmittel für die fünf Tage Quarantäne? Zum Glück hat die Reykjavik University im Voraus eine Anleitung „How to survive quarantine“ an die ankommenden Studierenden geschickt.

Neben Telefonnummern von Ärzten und Krankenhäusern sind in der Anleitung auch Links zu Supermärkten zu finden, die nach Hause liefern. Für die meisten Supermärkte braucht man eine „Kennitala“. Das ist so etwas wie eine Sozialversicherungsnummer, die in Island sehr oft gebraucht wird. Diese kann man allerdings erst vor Ort beantragen und die Bearbeitung dauert ein paar Tage. Es gibt jedoch auch einen Dienst, bei dem man ohne Kennitala bestellen kann. Damit ich am ersten Abend nicht hungrig ins Bett muss, habe ich schon aus Deutschland die Bestellung aufgegeben. Gegen 22 Uhr abends klingelt es. Der Lieferant stellt die Einkäufe unten im Treppenhaus ab. Als er gegangen ist, hole ich sie.

Ich bin erstaunt: Vor allem die Früchte, die dabei sind, sind alle sehr frisch! Ansonsten habe ich mir Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Milch, Eier, … für die ersten Tage gekauft.

Corona-Testergebnisse in sechs Stunden

Das Ergebnis vom Test am Flughafen erhalte ich am nächsten Morgen per App. Einige Tage später wird mir ein Barcode für den zweiten Coronatest zugeschickt. Dieser wird in einem Testzentrum in der Stadt genommen. Der Termin ist um 10:30 Uhr. Ich fahre in kompletter Dunkelheit und bei Regen mit dem Fahrrad los. Nachdem ich angekommen bin und den Eingang gefunden habe, muss ich auch hier den Barcode vorzeigen. Es wird nach meinem Namen gefragt und ich werde in das nächste Zimmer gebeten. Dort wird der Test gemacht und ich darf wieder gehen. Insgesamt habe ich weniger als fünf Minuten im Testzentrum verbracht. Etwa sechs Stunden später erhalte ich das Ergebnis auf mein Handy. Es ist negativ und meine Quarantäne ist somit beendet.

Selfie bevor es zum Coronatest geht.
Aufbruch zum zweiten Coronatest. Draußen ist es noch Dunkel und es regnet.

Die Zeit in Quarantäne

Die Zeit zwischen Anreise und dem zweiten Test habe ich genutzt, um mich auf das Semester vorzubereiten, bin aber auch viel spazieren gegangen. Da das Wohnheim etwas außerhalb der Stadt liegt, ist es kein Problem, Menschen aus dem Weg zu gehen. Ich gehe jeden Tag spazieren und genieße die Nähe zum Meer und die paar Sonnenstunden, die es gibt.

 

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