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The Fine City: 10 Dinge, die man in Singapur besser nicht tun sollte

The Fine City: 10 Dinge, die man in Singapur besser nicht tun sollte

In 53 Jahren hat Singapur es ohne natürliche Ressourcen geschafft, wichtiger Finanzhandelsplatz, Wirtschaftsmacht und Touristenmagnet zu werden. Der Stadtstaat an der Südspitze der malaiischen Halbinsel ist bekannt für die geringe Kriminalitätsrate, saubere Straßen und gehorsame Bürger. Einen großen Beitrag dazu leistet das rigide Strafgesetz: Neben empfindlichen Geldstrafen für die banalsten Dinge werden bis heute auch Stockhiebe und die Todesstrafe für Straftäter angewendet. Auch wer nur einige Tage in der Stadt verbringt, sollte sich also besser mit den Gesetzen vertraut machen.

Das Bild zeigt ein buntes Graffiti
Wie so vieles sind auch Graffitis in Singapur verboten. Rund um die Haji Lane gibt es allerdings trotzdem jede Menge Street-Art

1. Kaugummi kauen

Das wohl mit Abstand skurrilste und prominenteste Gesetz der Stadt ist das Verbot von Kaugummi. Weder eingeführt, noch verkauft oder gekaut werden darf die klebrige Masse. Nur wer ein ganz offizielles Rezept eines Arztes oder Zahnarztes vorweisen kann, ist befugt, Kaugummi in einer der Apotheken zu erwerben. Ganz so eng sehen das die Polizeibehörden und der Zoll hier allerdings nicht – immer wieder werden Kaugummis importiert. Wer es allerdings wagt, einen Kaugummi außerhalb des Mülleimers zu entsorgen, darf 500 Singapur-Dollar (SGD; ca. 300 Euro) hinblättern.

2. Müll liegen lassen

Auch wer es mit der Müllentsorgung nicht ganz so genau nimmt, hat Konsequenzen zu fürchten. Müll wegwerfen und auf die Straße spucken wird mit bis zu 1000 SGD (knapp über 600 Euro) geahndet. Und als wäre das nicht schon genug, werden die Straftäter zu Community Service, in den meisten Fällen eine Art von Mülldienst, verurteilt.

3. Nackt sein

Dass man sich nicht unbedingt völlig unbekleidet im öffentlichen Raum aufhalten sollte, erschließt sich wohl den meisten. Singapur allerdings treibt es noch ein bisschen weiter und definiert auch die eigene Wohnung oder Hotelzimmer, sofern sie von außen einsehbar sind, als öffentlichen Raum. Wer sich bei der Tropenhitze also gerne seiner Kleidung entledigt, sollte vorher sicherstellen, dass auch wirklich alle Vorhänge geschlossen sind.

4. Pornos schauen

Auch wer obszöne Filmchen oder Zeitschriften ansehen möchte, sollte sich dabei besser nicht erwischen lassen. Zwar geht die in Regierung in erster Linie gegen die Vertreiber derselben vor, aber auch Konsumenten haben mit Strafen zu rechnen.

5. Essen und Trinken in den öffentlichen Verkehrsmitteln

So komfortabel und praktisch Bus und Bahn in Singapur auch sind, eine störende Tatsache gibt es: Essen und Trinken sind strengstens verboten. Das hat zwar zur Folge, dass sämtliche Verkehrsmittel blitzsauber sind, führt aber auch hin und wieder zu knurrenden Mägen. Wer doch klammheimlich an der Wasserflasche nippt oder einen Snack verspeist, kann damit rechnen, vorwurfsvolle Blicke zugeworfen zu bekommen. Im Worst Case, nämlich dann, wenn das Szenario von einem Polizisten beobachtet wird, darf man bis zu 500 SGD Strafe bezahlen.

6. Nach dem Toilettengang nicht spülen

Was andernorts als unhygienisch und unhöflich gilt, ist in Singapur eine handfeste Straftat. Wer nach dem Toilettengang nicht spült, kann mit bis zu 150 SGD belangt werden. Das mag für singapurische Verhältnisse zwar wenig Geld sein, zeigt aber Wirkung: Das skurrile Gesetz bewirkt sehr zu meiner Freude, dass die vielen öffentlichen Toiletten sich meistens in durchaus annehmbarem Zustand befinden.

7. Ungeschützte WLAN-Netzwerke nutzen

Hacking scheint in Singapur ein sehr dehnbarer Begriff zu sein. Was in Deutschland höchstens als Fahrlässigkeit des WLAN-Besitzers deklariert wird, hat in Singapur drastische Konsequenzen. Wer nicht riskieren möchte, 10.000 SGD Strafe zu zahlen oder drei Jahre im Gefängnis zu verbringen, sollte besser nicht in ungeschützten WLAN-Netzwerken surfen.

8. In der Öffentlichkeit rauchen

Neben all den anderen Verboten scheint nur logisch, dass auch das Rauchen in der Öffentlichkeit teilweise verboten ist. Wer trotzdem nicht auf Zigaretten verzichten kann, sollte seinen Bedürfnissen, sofern er keine 200 SGD bezahlen möchte, in den markierten Bereichen nachgehen und immer mindestens fünf Meter Abstand zu Gebäuden halten. Die vielen „Rauchen verboten“-Zeichen dienen nicht nur der Dekoration!

9. Drogen konsumieren oder mit ihnen handeln

Während sich die Drogenpolitik in einigen Ländern aktuell im Wandel befindet und Marihuana teilweise sogar schön völlig legal konsumiert werden darf, gilt das nicht für den asiatischen Stadtstaat. Der Handel mit harten Drogen ist laut singapurischem Strafrecht zwingend mit dem Tode zu bestrafen. Ab einer bestimmten Menge wird auch bei bloßem Besitz unweigerlich von Handel ausgegangen und selbst wer nur geringste Mengen besitzt, muss mit bis zu 30 Jahren Gefängnis oder 15 Stockhieben rechnen. Auch wenn der Konsum von gewissen Drogen in anderen Ländern erlaubt sein mag, muss sichergestellt sein, dass sich bei der Einreise nach Singapur absolut keine Rückstände in der Blutbahn befinden. Das positive Resultat der restriktiven Drogenpolitik: Kaum Drogenmissbrauch und noch weniger illegaler Handel – ein Fakt auf den Singapur sichtlich Stolz ist.

10. In den Aufzug pinkeln

In den Aufzug pinkeln sollte man am besten in keinem Land der Welt. Singapur hat sich für die Übeltäter, die es nicht mehr bis zur nächsten Toilette schaffen, allerdings etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Viele Aufzüge sind mit Sensoren ausgestattet, die den Uringeruch erkennen und daraufhin die Türen bis zum Eintreffen der Polizei geschlossen halten. Für eine schwache Blase drohen bis zu 1000 SGD Strafe.

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