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Auf die Fächer kommt es an!

Auf die Fächer kommt es an!

Ist es wirklich das Lehramtsstudium, was einem den Weg ins Ausland schwer macht? Oder eher die Fächerkombination? Ob Bio und Mathe, Englisch und Wirtschaft, Deutsch und Kunst – all die verschiedenen Fächer eröffnen so viele Optionen für Wege ins Ausland. Ist es deshalb so schwer, den Schritt in die Ferne zu wagen?

Was meint ihr?

Kommentare
  1. Felix

    18. Juni 2017

    Hallo zusammen,
    Man kann Euch nur zustimmen, Auslandserfahrungen im Lehramt helfen nicht nur ungemein im späteren Schulalltag spannenden Unterricht zu gestalten, sie sind auch einfach eine tolle, bereichernde Erfahrung – nicht nur, wenn man Sprachen studiert!
    Ich studiere an der Universität Bonn derzeit im Master of Education Englisch und Spanisch um später an Gesamtschulen oder Gymnasien zu unterrichten, und war insgesamt 3x über das Erasmus+ Programm im Ausland. 2013/14 ein Jahr im Norden Großbritanniens, in Schottland, und im vergangenen Semester dann in Nordspanien. Nach Abschluss des Unistudiums dort hatte ich dann die Chance ein Erasmus+ Praktikum an einer bilingualen Grundschule (Deutsch/Spanisch) zu absolvieren. Alle drei Erfahrungen waren einmalig und haben mich motoviert, weiter mobil zu bleiben und neue Länder zu entdecken. Interkulturell habe ich viel über die beiden sehr verschiedenen Länder gelernt – einfach eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte und die ich gern in Zukunft als Lehrer auch an die Schülerinnen und Schüler weitergeben möchte! Denn: Meiner Meinung nach kann guter (Fremdsprachen-) Unterricht nur gelingen, wenn man die Schüler überzeugend motivieren kann! Und was kann spannender sein, als eine ganz persönliche Anekdote am Rande des Unterrichts, die eine ganz persönliche, authentische Perspektive auf die Zielländer und -kulturen eröffnet?
    Auch wenn die Organisation nicht immer einfach ist – die bürokratischen Hürden sind manchmal hoch und erscheinen im Ausland auch gleich nochmal unüberwindbarer – so ist ein Aufenthalt schlicht einmalig und bereichert sehr! Natürlich läuft nicht alles geplant, aber daraus lernt man im Rückblick doch eine ganze Menge. Ich freue mich, dass ich in Bonn so viele Möglichkeiten und so viel Unterstützung für meine Pläne bekommen habe und kann jedem nur empfehlen sich ins Ausland zu wagen, auch wenn vieles erst mal unmöglich erscheint. Es gibt fast immer die richtige Lösung.

    Bis bald auf der Tagung!
    All the best, Felix

  2. LAG Spanisch

    16. Juni 2017

    Hallo,
    ich befinde mich in der letzten Woche meines Auslandssemesters in Spanien. Da ich Spanisch, Politik& Wirtschaft auf Lehramt (an Gymnasien) studiere, passt das natürlich super. Für mich war von Anfang an klar, dass ich ein Auslandssemester absolvieren möchte, denn wie eine Sprache studieren wenn man nicht selbst länger in dem Land gelebt hat?
    Auch meine Freunde und Kommilitonen absolvieren gerade eins, alle darunter haben Englisch als 1. Hauptfach. Daher denke ich dass es vor allem sinnvoll und hilfreich ist ins Ausland zu gehen, wenn man eine Fremdsprache studiert.
    Mir hat das Semester sehr geholfen was meine Sprachkenntnisse betrifft. Außerdem habe ich einen Einblick in das Unisystem hierzu Lande bekommen was ich sehr schätze, da es doch sehr große Unterschiede gibt, z.B. herrscht in Spanien immer Anwesenheitspflicht und jeder Kurs findet 2 mal die Woche statt.
    Ein Nachteil ist, dass man nichts in seinem 2. Hauptfach belegen kann, da man nur einen Austausch in einem der beiden Hauptfächer machen kann. Bedeutet dass ich nächstes Semester wohl einiges in Politik&Wirtschaft nachholen muss! Man sollte also als Lehramtsstudent sehr gut planen, um kein Semester zu verlieren, während Bachelorstudenten ihr Kurse belegen wie sie es auch in Deutschland tun würden.

    Also ich bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben! Und kann anderen Lehramtsstudenten die eine Fremdsprache studieren weitergeben dass es sich in ihrem Fall lohnt!

    1. Clara Schaksmeier

      16. Juni 2017

      Hallo!
      Vielen lieben Dank für deinen Bericht und insbesondere deine Empfehlung an alle Lehramtsstudierende, ins Ausland zu gehen.
      Es freut mich zu hören, dass Du positive Erfahrungen gemacht hast und auch dein Umfeld sehr mobil ist und die Zeit im Ausland nutzt. Du hast recht, es ist optimal, um die Sprachkenntnisse zu verbessern und ein neues Bildungssystem kennenzulernen.

      Aber natürlich kann man auch als angehender Religions-, Mathe- oder ChemielehrerIn ins Ausland. Das ist für viele nicht das Naheliegendste, aber dennoch realisierbar und möglich.

      Liebe Grüße
      Clara

    2. Ymolo

      23. August 2019

      Auch als normaler Bachelorstudent kann man sich meistens nicht alles anrechnen lassen – ich gehe für mein fünftes Semester in Erziehungswissenschaft nach Frankreich und kann mir lediglich ein halbes Modul anrechnen lassen. Dann brauch ich halt ein Semester länger – ja und? Ich verstehe das Gehetze nicht, wozu muss man unbedingt in Regelstudienzeit fertig werden? Wer ins Ausland geht, bekommt auch ein Semester länger Bafög.

  3. Miriam

    9. Juni 2017

    Hallo und Danke für die tolle Möglichkeit, dass man mitdiskutieren kann! Ich studiere Grundschullehramt. Leider sind Studierende für diese Schulform im Vergleich zu anderen Lehramtsstudierenden seltener „auslandsmobil“. Vielleicht ändert sich das ja in absehbarer Zeit. Geeignete Förderprogramm würden sicher helfen. Aber manchmal habe ich auch den Eindruck, dass dieses Lehramt immer noch geringer geschätzt wird als andere. In Teilen der Gesellschaft herrscht immer noch die Vorstellung vor, ein bisschen Mathe und ein bisschen Schreiben und Lesen beizubringen könne so schwierig nicht sein. Besonders gilt das für den Unterricht moderner Fremsprachen in der Grundschule (also in den meisten Bundesländern Englisch, in einigen wenigen auch Französisch). So nach dem Motto „da wird etwas gesungen und gespielt, da braucht man keine wirklich Fremdsprachenkompetenz“. Das stimmt so aber überhaupt nicht. Der didaktische Ansatz im Fremdsprachenunterricht der Primarstufe orientiert sich an aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Spracherwerbsforschung und ist genauso anspruchsvoll wie Ansätze, die eher auf die Sekundarstufen I und II ausgerichtet sind. Um nur eine kleine Auswahl von Beispielen zu nennen: Der Unterricht in der Primarstufe ist als Immersionssituation angelegt. Das sogenannte „Sprachbad“, das die Lehrkraft den Schüler*innen bereiten können sollte, spielt eine zentrale Rolle. Fremdsprachen-Lehrer*innen in der Primarstufe machen aufgabenbasierten (task-based) Unterricht und kreieren authentische Situationen, in denen die Schüler*innen eine echte Notwendigkeit empfinden, die Zielsprache selbst anzuwenden. Für all dies brauchen Lehrer*innen der Primarstufe ein hohes Maß an Sprachkompetenz. Ich würde mir daher wünschen, dass in den nächsten Jahren genau darauf geschaut wird, warum eigentlich gerade Primarstufen-Lehrämtler weniger mobil sind als andere Schulform-Studierende, und dass ggf. Programme aufgelegt werden, die das ändern könnten.

    1. Clara Schaksmeier

      10. Juni 2017

      Liebe Miriam,

      vielen Dank für deinen sehr ausführlichen Kommentar. Ich stimme dir voll und ganz zu! Auch ich habe während meines Lehramtsstudiums bemerkt, dass insbesondere das Grundschullehramt nicht sehr ernst genommen wurde. Dabei wird die Verantwortung, die diesen Lehrkräften auferlegt wird vollkommen unterschätzt!
      Auch deine Meinung hinsichtlich der Sprachkompetenzen für den Fremdsprachenunterricht unterstütze ich vollkommen. Hinzu kommt, dass auch die Grundschulklassen, genau wie die Lerngruppen aller anderer Schulformen, heterogen und kulturell vielseitig sind. Auch deshalb sind internationale Erfahrungen für Grundschullehrkräfte sehr wichtig.
      Wir werden während der Fachtagung insbesondere das Grundschullehramt “unter die Lupe nehmen” und ich werde deine Ansätze dabei auf jeden Fall im Hinterkopf behalten – vielen Dank für den tollen Input!
      Warst du denn im Ausland? Wenn ja, wo und wie?

      Ganz liebe Grüße
      Clara

    2. Jessica

      7. Juli 2017

      Liebe Miriam,
      auch ich kann dir hier nur zustimmen. Insbesondere im Kindergarten und Grundschulbereich wird die Vermittlung von Sprachkenntnissen durch die Lehrkräfte immer wichtiger oder gar vorausgesetzt. Ein Auslandsaufenthalt ist hierbei mit Sicherheit eine wertvolle Erfahrung.
      Kennst du das Programm schulwärts? Das könnte eine gute Option für dich sein.

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