studieren weltweit

Wer die Chance hat, sollte nicht zögern!

Ich selbst bin blind und habe an der Universität Paderborn Informatik studiert. 1999 wurden wir in einer Vorlesung auf ein neues Austauschprogramm mit der  Carleton University in Ottawa, Kanada aufmerksam gemacht und ich habe mich  für dieses Programm beworben und wurde auch genommen. Nach einem Englischtest (TOEFL), einem Studentenvisum und einem Flugticket für ein Jahr war alles bereit, was „normale“ Studenten so brauchen. Ich habe mich dann noch um die „speziellen“ Anforderungen gekümmert. An der Carleton University gibt es ein extra Zentrum für Studierende mit Behinderungen, die mir viel abgenommen haben von dem, was man zu der Zeit hier in Deutschland noch alles selber in die Hand nehmen musste. Ich wurde nach meinen Kursen gefragt (vorher schon im Netz gebucht) und als ich in Kanada ankam waren alle notwendigen Bücher schon aufgelesen und was die Klausuren anging, fragte man mich nach meinen Anforderungen und hat diese gleich mit allen Professoren geregelt. Ich konnte, genau wie alle anderen, einfach zu den Prüfungen, was das Studieren selbstverständlich viel entspannter gestaltet hat.

Bezüglich der Orientierung in der Stadt, an der Universität und, da ich nicht im Studentenwohnheim wohnen wollte, bei der Zimmersuche hat mir das Canadian National Institute for the Blind (CNIB) geholfen. Ein Volunteer hat mich am Flughafen abgeholt und zur Jugendherberge gebracht und in den nächsten Tagen bei der Suche nach einem Zimmer unterstützt.

Als ich dann ein Zuhause für das nächste Jahr gefunden hatte fing auch
sofort das Orientation & Mobilitation Training an.

Alles in allem war es ein wirklich super aufregendes und interessantes Jahr und hat mir persönlich viele neue Erfahrungen gebracht. Wer die Chance hat an einem Austausch teilzunehmen sollte nicht zögern! Es ist zwar immer eine Herausforderung aber wenn alle Stricke reißen hat man ja ein Flugticket in die Heimat.

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