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Uni-Life Istanbul: Diese Hürden musst du packen

Uni-Life Istanbul: Diese Hürden musst du packen

Na gut, zugegeben: Partys und lange Nächte kommen wirklich nicht zu kurz. Wer etwas anders sagt, der lügt. Aber ja, es gibt sie doch: Einsame Momente über Notizen und Büchern. Wenn eine Klausur, ein Assignment oder eine Präsentation ansteht. Selbst im Erasmus-Semester.

Leicht? Schwierig?

Das Studienniveau an der Bilgi-Uni Istanbul ist aus meiner Sicht überschaubar, tendenziell eher leichter als ich es aus Deutschland gewohnt bin. An beiden Unis studiere ich im weiten Feld Journalismus-Medien-Kommunikation. Aber auch Freunde aus anderen „Departments“ sagen, dass die Prüfungen an ihren deutschen Unis schwieriger sind.

Verglichen mit den Erzählungen von Kommilitonen, die ihr Erasmus-Semester in anderen Ländern und Städten verbringen, ist der (zeitliche) Uni-Aufwand an der Bilgi-Uni Istanbul aber offenbar etwas höher. Verglichen mit der Freizeit ist er aber sehr gering.

Im Alltag zwischen Kursen und Vorlesungen wählen die Dozenten verschiedenste „Hürden“. Es gibt:

  • Assigments
    So etwas wie abgabepflichtige Hausaufgaben. Das können Buchzusammenfassungen, Artikelkritiken oder kleine Aufgaben sein. Meistens nicht länger als ein bis drei Seiten.
  • Presentations
    Dürfte aus dem Uni-Alltag bekannt sein. Keine großen Besonderheiten, oft ergänzt sich die Presentation mit dem „Final Paper“ (Hausarbeit)
  • Projects
    In kreativen Studiengängen (bspw. Fotojournalismus, aber auch Seminare in „Political Science“) ersetzen „Projects“ in einigen (Master-) Kursen die Klausuren. An deren Stelle wird über das halbe bzw. ganze Semester ein Projekt ausgearbeitet, oft eine praktische oder empirische Arbeit, die am Ende eingereicht und präsentiert wird.
  • Midterm-Klausuren
Klausurenblatt mit kleinen Kreisen, die die Antwortmöglichkeiten repräsentieren und angekreuzt werden müssen
Nicht ankreuzen, unbedingt ausmalen!

Großer Spaß in der Mitte des Semesters: Die erste Klausurenphase. Dann ist die Uni wie ausgestorben, es wird gelernt. Zumindest etwas. Alle Klausuren, die ich hatte, waren vom Unterrichtsstoff her sehr leicht. Viele Klausuren sind auch Multiple-Choice-Klausuren, mit zum Teil skurrilen Regeln: Die Antwortblätter werden von Maschinen ausgewertet, deswegen muss alles penibel genau ausgeführt werden. Es sind nur Bleistifte erlaubt, die Antwortfelder müssen ausgemalt und keinesfalls angekreuzt werden, der Name wird numerisch eingetragen – sonst versagt die Maschine.

  • Final Paper
    Ist im  Prinzip so etwas wie eine Hausarbeit. In Bachelor-Kursen sind meistens rund 3.000 Wörter nötig, in Master-Kursen 5.000. Viele Dozenten wollen in den Hausarbeiten auch „Forschung“ sehen, das heißt beispielsweise empirisch erbrachte Befunde. Oft ist das Thema der „Presentation“, die während des Semesters gehalten wird, auch das Thema des „Final Papers“ – wie in Deutschland.
  • Final Term
    Für viele türkische Studenten der Angstgegner schlechthin: Die abschließende Klausurenphase. „Very, very difficult“ sei es beim letzten mal gewesen, höre ich immer wieder. Und davor soll es sogar noch schlimmer gewesen sein. Ich bin gespannt. Aber optimistisch, dass auch die „Finals“ machbar sind.
  • Attendance
Viele Kurse haben Anwesenheitspflicht.

Ja, auch die bloße Anwesenheit kann schon Punkte bringen – wenn Du denn da bist.

 

 

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