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Die etwas andere Vorbereitung: Abenteuer Ausland mit chronischer Krankheit

„Ein Auslandsaufenthalt mit chronischer Krankheit? Ist das überhaupt möglich?“ Hier meine fünf Tipps für ein Auslandsemester mit chronischer Krankheit, das du so schnell nicht vergessen wirst.

Die oben genannten Fragen wirst du wahrscheinlich kennen, wenn du in genau der gleichen Situation bist wie ich. Du bist jung, studierst und möchtest was von der Welt sehen, aber da gibt es ein kleines Problem – die chronische Krankheit. Ich selbst lebe seit nun neun Jahren mit der chronisch entzündlichen Darmerkrankung, Colitis Ulcerosa. In all den Jahren gab es ein ständiges Auf und Ab, aber eins war sicher: Ich habe Fernweh und möchte die Welt sehen.
Bereits durch ein viermonatiges Praktikum in den Niederlanden konnte ich ein wenig Erfahrung sammeln, was es heißt, einen Auslandsaufenthalt mit einem Handicap vorzubereiten.

#1 Das Ferne liegt so nahe!
Du spürst Fernweh und möchtest unbedingt andere Länder und Kulturen kennenlernen trotz chronischer Krankheit? Das ist kein Problem, wenn man sich das „richtige“ Land oder die „richtige“ Stadt heraussucht. Dabei lohnt sich der Blick in die Nachbarländer Deutschlands allemal.
Bei der Länderauswahl sollte dabei einiges beachtet werden:
Wie ist die medizinische Versorgung im Zielland? 
Gibt es Fachärzte in der Umgebung, die mich behandeln können? 
Kann ich für eine medizinische Behandlung oder einen Notfall nach Deutschland fahren oder fliegen?
Zur Länderauswahl habe ich eine kleine Faustregel: „Wenn mich meine Mutti mit dem Auto im Notfall abholen kann, ist die Stadt oder das Land geeignet.“ 🙂

#2 Versicherung, Versicherung, Versicherung!
Eine Sache, die unbedingt auf dem Programm der Vorbereitung stehen sollte: der frühzeitige(!) Besuch bei der Krankenkasse. Dort besteht die Möglichkeit nachzufragen, wie das mit der medizinischen Versorgung im Zielland aussehen kann, Kostenübernahme von medizinischen Behandlungen im Zielland und andere bürokratische Sachen. Diese Termine endeten bei mir meist damit, dass ich kaum neue Informationen bekam und ziemlich gefrustet war.
Den Kopf in den Sand stecken kommt aber nicht infrage, also weiter recherchieren. Einige Versicherungen schließen Personengruppe mit verschiedenen Krankheitsbildern von vornherein aus, sodass ein genauer Blick ins Kleingedruckte immer nötig ist. Selbst habe ich mich zusätzlich über den DAAD versichert.

#3 Hallo, Herr Doktor!
Neben der bürokratischen Vorbereitung gilt es sich auch aus medizinischer Sicht auf den anstehenden Aufenthalt im Ausland vorzubereiten. Ein Gespräch mit deinem Arzt oder Ärztin über mögliche Kontrolluntersuchungen und präventive Maßnahmen, wie z. B. Impfungen oder Notfallmedikamentation ist numgänglich.

#4 Plan B!
Der berühmt berüchtigte Plan B. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es gut ist, wenn man in allen Lagen und Situationen vor allem bei der Vorbereitung einen Plan B in der Tasche hat. Sei es die Länderauswahl, Versicherung, Notfallversorgung oder der Ort der medizinischen Behandlung.
Ein Beispiel: Ich benötige alle acht Wochen eine Infusion unter ärztlicher Aufsicht. Nach den negativen Aussagen der Krankenkasse und dem Gefühl, allein gelassen zu werden, entschied ich mich, alle acht Wochen nach Hause zu fliegen und die Behandlung im gewohnten Rahmen durchführen zu lassen.

#5 Mut haben!
Schlechte Tage, unvorhersehbare Situationen oder richtig doofe Momente gibt es immer, insbesondere während der Vorbereitungszeit. Einige Institutionen rechnen nicht damit, dass man mit einer chronischen Krankheit ins Ausland möchte. Und dann können zwei Dinge eintreten, entweder man begegnet Mitarbeitern voller Motivation, die einem helfen wollen oder Mitarbeitern, die kaum Mühe aufwenden, einem zu helfen oder schlichtweg überfordert und uninformiert zu sein scheinen in solchen doch speziellen Anfragen. Aber genau an solchen Punkten brauchst du Mut und Durchhaltewillen, um weiter zu machen.

Schriftzug "Keep Calm and Travel the World"
Mut, Durchhaltewillen und los geht’s!

Kommentare

  1. Louisa Kamrath

    17. September 2017

    Hey Julia, spannend und mutig, dass du trotzdem ins Ausland gehst. Die Frustration kann ich gut verstehen. Wir hatten mit Kind auch einige Hürden bei der Planung. Dein Artikel ist bestimmt ne super Unterstützung für andere mit dem gleichen Ausgangsbedingungen. Spitzenmäßig!

    1. Julia Proft

      21. September 2017

      Vielen Dank für die lieben Worte! 🙂

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