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Was soll ich da nur anziehen? Meine Vorbereitungen für Teheran

Was soll ich da nur anziehen? Meine Vorbereitungen für Teheran


Packen, Planen, Platzprobleme. Was in meinen Koffer kommt, wie ich das Visum und den Flug bekam und wieso für Iran eine Planung nach deutscher Manier fast unmöglich ist? Die Vorbereitungen für das Auslandsjahr in Iran hatte so manche Tücken auf Lager.

Tja. Andere Länder, andere Sitten.
Insgesamt sollten die wichtigsten Dinge für den bevorstehenden Auslandsaufenthalt in Teheran von meiner Fakultät organisiert werden. Da Programme wie Erasmus (fast) nur europäische Universitäten umfassen, müssen die Universitäten oder die Studenten selbst Organisationstalent beweisen.

Das Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (kurz CNMS; alles andere kann ja keiner aussprechen oder schreiben!) hat Kooperationen mit zwölf Universitäten in sechs Ländern der MENA Region. Da Persisch meine erste Wahlsprache im BA ist, kamen für mich die Universitäten in Iran und Tadjikistan in Frage und ich versuche sowohl Teheran als auch Schiraz im nächsten Jahr zu entdecken.

Meine Kommilitoninnen und Kommilitonen befinden sich teilweise schon seit ein paar Wochen im arabischsprachigen Ausland, wie beispielsweise auch unsere Sümeyye in Marokko und Maxie im Libanon!

Die Finanzierung

Finanziert wird der ganze Spaß mit einem DAAD-Teilstipendium, das über das CNMS an uns Studenten vergeben wird und ansonsten privat. Das Stipendium kommt für die Sprachkursgebühren, die Flüge und die Auslandskrankenversicherung auf und ich rechne damit, ungefähr so viel Geld für den studentischen Lebensunterhalt zu benötigen, wie hier in Marburg. Die Uni plante also alle wichtigen Dinge mit der Uni in Teheran und ich musste nur noch brav meine Klausuren bestehen und mich bewerben. Man sollte meinen, da gibt es nicht mehr viel zu tun.

Das Visum


Die Beantragung für ein Studentenvisum übernimmt das Sprachinstitut in Teheran für einen. Man bewirbt sich also direkt online für einen bestimmten Sprachkurs und wartet auf eine Bestätigungsmail mit Visanummer für die Botschaft.

Bekannte aus der Uni warnten mich vorher schon, dass diese teilweise erst ein paar Wochen vor Kursbeginn im Postfach landet und man dann auch erst sehr kurzfristig den Flug buchen kann. Allerdings kam meine Bestätigung relativ pünktlich, sodass ich schon vor einigen Wochen mein Visum im iranischen Konsulat Frankfurt abholen konnte und seit zwei Wochen auch mein Flugticket habe. JUHU. Ab Einreise ist es erstmal 30 Tage gültig und muss dann in regelmäßigen Abständen verlängert werden. Ein Visum für mehr als drei Monate bekommt man nicht.

Bei dem ganzen Prozess waren bestimmt vier Passbilder nötig, online sogar mit Kopftuch! Der Mann im Fotoladen war auch recht peinlich berührt, als ich mir vor dem Foto einen schwarzen Schal übergeworfen habe.

Das stressigste an Visum und Flug war sicherlich die Ungewissheit darüber, wann man endlich weitermachen kann… die Bewerbung ist abgeschickt aber wochenlang steht die Vorbereitung dahingehend still und man weiß dass es theoretisch auch noch Monate dauern könnte.

Die Krisenvorsorgeliste


Wie auch Maxie fand ich es ganz nützlich mich für den unwahrscheinlichen Notfall auf die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes einzutragen und meine Infos auch während des nächsten Jahres immer auf dem neusten Stand zu halten.

Das Kofferpacken


Was zieh ich da nur an? Eine Sache war von Anfang an klar – 60% meines Kleiderschranks kann zuhause bleiben.
Iran hat als Islamische Republik strenge Bekleidungsvorschriften für Frauen, egal welcher Religion und Nationalität. Die Beine bis zu den Knöcheln bedeckt (am liebsten nicht figurbetont), über allem einen langen Mantel bis zu den Knien oder darüber und mindestens bis zu den Ellenbogen. Dazu dann das Kopftuch. Am Ende konnte ich mich aber doch nicht von allen Dingen trennen und habe immer noch zu viel dabei. Zum Glück lässt IranAir einen 45 Kilo mitnehmen, da kann ja kaum was schiefgehen.

gepackte Koffer auf einem Tisch
45 Kilo können mit

Wie Sümeyye habe ich mich auch breit mit Drogerie- und Kosmetikartikeln ausgestattet und leider auch noch einsehen müssen, dass ich ein Schuhproblem habe: ich nehme 10 Paar mit…….. (Mama, wenn du das hier liest – jaaaaaa ich weiß!)
Die meisten Klamotten müssen vor Ort gekauft werden und ich werde wahrscheinlich auch jedem Besuch aus Deutschland Sachen mitgeben, die ich unnötigerweise mitgeschleppt habe.

Die Unterkunft

In puncto Unterkunft kann ich momentan nicht viel mehr berichten, als dass man alles erst vor Ort erfährt und regeln kann. Ausländische Studenten sind verpflichtet in einem Wohnheim der drei Universitäten in Teheran zu wohnen, private Unterkünfte sind nicht erlaubt. Organisieren kann ich von hier aus quasi nichts.
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Einfach hinfliegen und hoffen, dass ich auf irgendeiner Liste stehe!
Einen so langen Auslandsaufenthalt nicht bis ins letzte Detail planen zu können, hat mich jetzt schon vor einige emotionale Herausforderungen gestellt.
Da hilft nur immer wieder einen Schritt zurücktreten, tief durchatmen und das Abenteuer auf sich zukommen lassen.

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