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Den Acatenango erklimmen: die größte Herausforderung meines Lebens

Den Acatenango erklimmen: die größte Herausforderung meines Lebens


Einen Vulkanausbruch zu sehen – das war schon lange eines meiner Lebensziele. So war schnell klar, dass ich nach Antigua in Guatemala muss, um diesen Traum zu verwirklichen. Doch je näher ich dem Startpunkt der Wanderung kam, desto unsicherer wurde ich mir. Denn alle berichteten davon, wie unglaublich anstrengend die Besteigung des Berges doch sei und wie viele auf dem Weg einfach nur in Tränen ausbrechen würden oder in der Nacht das Gefühl hätten, zu erfrieren. Doch ich wagte das große Abenteuer…

1. Vorbereitung ist die halbe Miete

Wer auf den Acatenango möchte, der sollte dies im Rahmen einer organisierten Tour machen. Denn auch dieses Jahr sind wieder Leute gestorben, die nicht vorbereitet waren auf die dortigen Verhältnisse. Zudem erspart man sich so Zelt, Schlafsack, Isomatte und viel Verpflegung hoch zu tragen. Die Organisation Gilmer Soy ist sehr zu empfehlen, da das Ausleihen der Winterjacke schon im Preis enthalten ist, die Guides super hilfsbereit sind und man gleichzeitig soziale Projekte unterstützt. Die Kosten für eine solche Tour liegen bei ca. 350 Quetzales, was ca. 40 Euro entspricht. Hinzu kommen noch 50 Q (6 €) für den Eintritt in den Nationalpark.
Um 7 Uhr wurden wir also abgeholt und fuhren zunächst zum Standpunkt der Organisation, wo wir unsere Lunchpakete bekamen und uns Winterjacken, Handschuhe und Mützen ausleihen konnten. Dann ging es auch schon los zum Acatenango.

2. Der Weg nach oben

Sechs Stunden dauerte die Wanderung zum Basecamp auf 3.700 m Höhe. Diese sechs Stunden waren leider kein Spaziergang. Der Weg verlief fast die ganze Zeit  steil bergauf. Der Rucksack gefüllt mit Verpflegung, zusätzlicher Winterjacke, Decke und vier Litern Wasser erleichterte dies leider nicht gerade.
Da wir während der Wanderung so viele Höhenmeter zurücklegten, variierte auch die Aussicht stark.

grüner Wald
Zunächst blüht noch alles in saftigem grün.
toter Wald im Nebel
Doch schon bald findet man toten Wald im Nebel.
Ausblick über den Wolken auf die Baueme
Ausblick über den Wolken.

3. Die Zeit im Basecamp

Endlich im Basecamp angekommen, versammelten sich die meisten um das Lagerfeuer und genossen den Ausblick. Drei (verrückte) Jungs aus unserer Gruppe entschieden sich jedoch, vier weitere Stunden Wanderung auf sich zu nehmen, um dem Volcan de Fuego noch etwas nä­her zu kommen.
Bei Sonnenuntergang wurde uns Essen zubereitet, wozu auch Marshmallows und heiße Schokolade gehörten. Sobald es jedoch dunkel war, konnte sich keiner mehr auf etwas anderes konzentrieren, als den alle paar Minuten ausbrechenden Vulkan. Nun sah man nicht nur Asche in die Luft fliegen, sondern Lava!

Nach einer sechsstündigen Wanderung sieht jeder aus wie ein Topmodel.
Sonnenuntergang im Basecamp
Sonnenuntergang im Basecamp.
Eingekuschelt in eine Decke
Mit der Sonne geht jedoch auch das letzte bisschen Wärme.
explodierender Vulkan
Doch bei Dunkelheit sieht man endlich die Lava.

4. Die Nachtwanderung

An Schlaf war bei Minusgraden und den höhenbedingten Kopfschmerzen in dieser Nacht leider nicht zu denken. Dabei hätte etwas Erholung sehr gut getan, bevor wir um vier Uhr morgens aus unseren Zelten geholt wurden. Es ging direkt los mit der Besteigung des 4.000 m hohen Gipfels. Das bedeutete fast zwei weitere Stunden Wandern. Dieses Mal teilweise auf allen Vieren, da der „Weg“ so steil war. Viele dachten ans Aufgeben, doch für diesen Ausblick hat es sich gelohnt, die Zähne zusammenzubeißen:

Sonnenaufgang über den Wolken
Was für ein Sonnenaufgang!

5. Und wieder runter

So steil der Weg nach oben war, so steil ist er auch nach unten. So konnten wir mehr oder weniger auf dem Popo zurück ins Basecamp rutschen. Dort wurde nur eben gefrühstückt und die Sachen zusammengepackt und dann ging es auch schon wieder ganz runter. Das dauerte ca. drei Stunden und ging zwar stark auf die Knie, war jedoch deutlich entspannter als der Weg hoch!

Die Wandertruppe hat es geschafft
Wir haben es geschafft!

Kommentare
  1. Bruno

    10. März 2019

    Hallo Madleen, ich war gestern und heute ebenfalls auf dem Acatenango. Erlaube mir Deine Erlebnisse ein wenig zu relativieren. Ich bin 64jährig und habe die Gehzeiten in ganz anderer Erinnerung. OK, die Route ist nichts für Warmduscher. Unserer Guide Gato legte immer wieder mal Pausen ein. Bis zum Basislager brauchte unsere Gruppe, darunter 2Frauen, 3 Stunden 10 Minuten, vom Basislager zum Krater 1.20. Wichtig scheint mir einfach dass man während dem Marsch mit sich selbst grosszügig ist und es bleibt, egal wie die Umstände sind. Liebe Grüsse Bruno

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