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Mission (im)possible – während Corona-Zeiten ins Ausland

Mission (im)possible – während Corona-Zeiten ins Ausland

Die Corona-Krise hat unser Leben auf vielfältige Art und Weise verändert. Die Selbstverständlichkeit „einfach mal so“ ins Ausland zu reisen, gibt es nicht mehr. Die Gewissheit, dass Auslandspläne realisiert werden können, ebenfalls nicht. Warum man sich trotzdem überlegen sollte, ins Ausland zu gehen, und wie man das bestmöglich angeht, erfahrt ihr hier.

Blick aus dem Fenster im Flugzeug.
Über den Wolken auf dem Weg nach Seoul.

Der richtige Zeitpunkt

Die Pandemie wird sicher noch lange unser Leben bestimmen. Eine komplette Rückkehr zu dem, was früher normal war, halte ich auch auf längere Sicht für unwahrscheinlich. Mit diesem „New Normal“ zu leben und damit umgehen zu lernen, ist eine Herausforderung, die wir alle gemeinsam teilen.

Ob man jetzt geht oder seinen Aufenthalt lieber verschiebt, kommt ganz auf die eigenen Umstände an. Für diejenigen, die schon bald ihr Studium abschließen und für die ein Verschieben daher nicht in Frage kommt, könnte es sich lohnen, den Aufenthalt noch zu absolvieren, wenn auch eventuell in einem anderen Zielland. Einige meiner Freunde haben ihre Aufenthalte auf das Frühjahr 2021 verschoben. Das scheint für viele Zielländer auch eine sinnvolle Lösung zu sein. Dennoch – wie die Lage nächstes Jahr aussieht, kann niemand sicher vorhersagen.

Welches Reiseziel?

Das Reiseziel ist eine zentrale Frage, denn natürlich hat sich das Coronavirus unterschiedlich auf viele Länder ausgewirkt. Daher würde ich raten, sich bei der Planung des Aufenthaltes folgende Fragen durch den Kopf gehen zu lassen:

  • Wie ist die Lage vor Ort? Verfolge bestenfalls über einen längeren Zeitraum, wie dynamisch sie sich verändert, ob sie stabil bleibt oder öfters starke Veränderungen aufweist.
  • Wie realisierbar ist das Ziel deines Auslandsaufenthaltes? Machst du beispielsweise ein Praktikum, das komplett offline stattfinden kann oder ein Auslandssemester, dass zum Großteil online abläuft? Wirst du vor Ort noch Sachen machen können oder gibt es dort solch starke Restriktionen, dass du eigentlich nur zu Hause bleiben müsstest?
  • Wie gut und stabil sind die Flug/Reiseverbindungen in dieses Land? Kommst du gut nach Hause, wenn etwas sein sollte?
  • Wie gut ist das Gesundheitssystem deines Ziellandes? Wie gut kommst du an eine Auslandsversicherung?

Wer beispielsweise einen Aufenthalt in Südamerika plant, sollte sich im Klaren darüber sein, dass dieser mit einem anderen Risiko verbunden sein wird als einer in Frankreich. Allgemein sind aktuell innereuropäische Aufenthalte besser und sicherer planbar, als außereuropäische. Das Reisen innerhalb Europas ist relativ unbeschränkt, Gesundheitssysteme auf einem vergleichbareren Niveau, und die Heimreise schlimmstenfalls nicht allzu lang.

Für mich persönlich ist Südkorea eine relativ sichere Entscheidung: Südkorea gilt als eines der Länder, die die Corona-Pandemie am besten im Griff haben. Das Gesundheitssystem hat ein hohes Niveau, im alltäglichen Leben herrschen kaum Restriktionen und es gibt auch wenig Einreisebeschränkungen.

Viel Geduld und Flexibilität aufbringen

Der Prozess der Vorbereitung war von vielen Corona-Spezialitäten geprägt. So habe ich erst fünf Tage vor meinem Abflug die offizielle Bestätigung erhalten, dass ich mich für das Austauschprogramm qualifiziere, denn dazu waren einige Besonderheiten wie der Nachweis einer Quarantäneunterkunft Pflicht. Dementsprechend viel Frustration und Missverständnisse musste ich während der Vorbereitungszeit aushalten. Auch wenn diese Ungewissheit nicht einfach ist, lohnt sich es, die Zähne zusammenzubeißen und durchzuhalten. Bei mir hat am Ende doch noch alles geklappt (wenn auch teilweise sehr last-minute). Allerdings sollte man sich auch darauf einstellen, dass es nicht funktionieren könnte und einen Alternativplan haben.

Offenheit und Wertschätzung

Aktuell ins Ausland zu gehen bedeutet auch, sich bewusst zu sein, dass es kein „normaler“ Aufenthalt wird. Dementsprechend sollte man auch seine Erwartungen überdenken und reflektieren. Ich bin unglaublich dankbar dafür, überhaupt ins Ausland reisen zu können und möchte das Beste aus dieser Gelegenheit machen.

Denn auch „anders“ kann schön sein und ich sehe diesen etwas anderen Auslandsaufenthalt als Chance. Ich werde mein Semester hier größtenteils online absolvieren. Ich werde vermutlich das Nachtleben Seouls nicht so gut kennenlernen können. Ich werde nicht jedes Wochenende in ein anderes asiatisches Land fliegen können. Aber dafür habe ich nun mehr Zeit, ganz Korea intensiv zu bereisen und kennenzulernen, anstatt nur Seoul und Busan. Konkret habe ich mir vorgenommen, so viele wie möglich der 14 UNESCO Weltkulturerbestätten zu besuchen. Statt Clubs zu besuchen, kann ich die kulinarischen Spezialitäten Koreas erkunden und Ausflüge machen. Ich werde auch Teile meines deutschen Semesters online wahrnehmen können und so weniger Studienzeit verlieren. Es gibt unendlich viele Alternativen, es ist lediglich eine Frage der Perspektive.

Es gibt keine pauschale Antwort, wann und ob du deinen Auslandsaufenthalt antreten solltest. Es ist immer eine individuelle Entscheidung und sollte, in Anbetracht von Corona, sorgfältig unter Einbezug verschiedener Faktoren abgewogen werden. In meinem Blog werdet ihr noch mehr Informationen zu meiner genauen Vorbereitung finden. Ich hoffe, euch zeigen zu können, dass man auch während Corona eine tolle Zeit im Ausland haben kann!

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