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Was macht eigentlich eine DAAD-Sprachassistentin?

Die Ausschreibung für die nächste Generation der DAAD-Sprachassistent_innen ist bereits online und wer meine Nachfolgerin bzw. mein Nachfolger in Almaty werden möchte, hat noch bis zum 28. November Zeit, sich zu bewerben. Höchste Zeit also, dass ich mal Klartext rede, was ich als Sprachassistentin überhaupt mache!

Hauptaufgabe: Unterrichten

Den Großteil meiner Zeit verbringe ich damit, Deutsch zu unterrichten*. Auf meinem Stundenplan stehen insgesamt 10 Semesterwochenstunden, das ist das übliche Spachassistent_innen-Pensum: 8-10 Stunden sind die Regel. Alle Kurse, die ich anbiete, sind für die Teilnehmenden „freiwillig“ – sie gehören also nicht zum Pflichtprogramm ihres Studienplans. Das führt zum einen dazu, dass Studis verschiedenster Fachrichtungen und Semester teilnehmen, und zum anderen, dass meine Kurse ausschließlich nachmittags stattfinden, damit es nicht zu Überschneidungen kommt.

Drei meiner Kurse sind Anfänger_innenkurse. Der vierte ist ein Konversationskurs für fortgeschrittene Deutschlernende. Da es in keinem meiner Kurse ein Lehrbuch gibt, stelle ich die Materialien selbst zusammen. Für jede Sitzung erstelle ich eine Präsentation, die ich nach dem Unterricht zusammen mit Audiodateien, Hausaufgaben und manchmal auch passenden Online-Übungen  auf der Lernplattform Edmodo hochlade.

An Unterrichtsideen mangelt es mir nicht: in Almaty gibt es ein Goethe-Institut mit sehr gut ausgestatteter Bibliothek. Dort finde ich alles, was ich für die Vorbereitung brauche: aktuelle Auflagen der gängingen Lehrwerke und Grammatiken, deutsche Filme, Zeitschriften, und außerdem W-LAN und einen Kopierer.

Lieblingsaufgabe: den Deutsch-Stammtisch mitgestalten

Ein weiterer fester Termin in meiner Woche ist der Deutschstammtisch. Dort treffen sich jeden Donnerstagabend verschiedenste Menschen, die Lust haben, sich auf Deutsch zu unterhalten. Die meisten von ihnen sind Studis, die den Stammtisch nutzen, um ihr gesprochenes Deutsch in entspanntem Rahmen weiter zu verbessern. Es kommen aber auch regelmäßig Leute aus anderen Kontexten: einige waren mal ein Semester in Deutschland und wollen ihr Deutsch nicht vergessen, andere träumen davon eines Tages nach Deutschland auszuwandern und nutzen den Stammtisch, um sich über das Leben in Deutschland zu informieren.

Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, findet der Stammtisch im Deutschraum der Al-Farabi Universität statt. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  1. Auch wer sein Erspartes nicht für Getränke ausgeben möchte, kann teilnehmen und
  2. Alles was man zum Deutschlernen braucht, ist vorhanden.

Die Stammtischthemen wählen wir in Absprache mit den Teilnehmenden. In den letzten Wochen haben wir beispielsweise eine Doku über Liebe geschaut, Poster, die Kasachstan und Deutschland vergleichen gebastelt, uns gegenseitig unsere Lieblingslieder vorgestellt oder über Karneval in Deutschland geredet. Oft entwickeln sich aus dem Ausgangsthema spannende Diskussionen, von denen auch ich und mein Kollege Florian Tack interessante Einsichten mitnehmen.

„Nebenjob“: Referentin

Über verschiedene Kanäle werde ich hin und wieder als Referentin eingeladen. Das bringt willkommene Abwechslung in meinen Alltag und ist eine gute Möglichkeit, mich in neuen Kontexten und an neuen Themen auszuprobieren. Im September durfte ich beispielsweise auf einer internationalen Tagung, die sich mit der Lage der deutschen Sprache in Zentralasien und im Kaukasus beschäftigte, einen Mediendidaktik-Workshop für die teilnehmenden Deutschlehrer_innen leiten. Der Einladung von Kolleg_innen an der Uni, die ihren Studis gern eine „echte deutsche Muttersprachlerin“ präsentieren möchten, folge ich natürlich auch immer gern. Und aktuell steht auf meiner To-Do-Liste eine Seminareinheit zum Thema „Feiertage in Deutschland“ für die Ende November stattfindende DAAD-Winterschule (das Winteräquivalent einer Sommerschule) vorzubereiten.

In DAAD-Sprachassistentin steckt auch DAAD!

Das DAAD-Informationszentrum  für Kasachstan (kurz: IC-Büro) befindet sich in Almaty. Das ist ein großer Vorteil für mich, denn dessen Mitarbeitende unterstützen mich wo sie nur können – egal ob im Kampf mit der kasachischen Bürokratie oder bei Sorgen mit meinen Studis. Wenn sich dann die Möglichkeit bietet, die Arbeit des IC-Büros zu unterstützen, bin ich nur zu gern dazu bereit.

Letzte Woche konnte ich zum Beispiel helfen, die Berge an Bewerbungen für das begehrte Master-Stipendium zu sichten und auf Vollständigkeit zu prüfen. Im Oktober durfte ich meine DAAD-Kollegen zu einem Treffen mit dem deutschen Botschafter begleiten, was sehr spannend für mich war. Und eine der Hauptaufgaben des IC-Büros – kasachische Studierende über Stipendien und Studienmöglichkeiten in Deutschland zu informieren – übernehme ich oft ganz automatisch, nämlich immer dann, wenn Studierende mit ihren Fragen vor mir stehen.

Kleine Konjunktiv-Übung zum Abschluss

Würde ich mich wieder bewerben? Ja, auf jeden Fall! Aber eine Verlängerung ist leider nicht möglich. Allen, die mit dem Gedanken spielen sich auf meine Nachfolge zu bewerben, wünsche ich viel Erfolg dabei! Falls ihr Fragen habt, freue ich mich über eure Kommentare.

Kommentare

  1. Theresa Fuchs

    11. Januar 2017

    Hallo Özlem,
    ich habe zwar keine Einblicke, wie das Auswahlverfahren für Spachassistent_innen genau läuft, aber ich denke, du kannst dich auf jeden Fall bewerben. Im Juni 2016 war ich auf dem Vorbereitungsseminar in Bonn, zu dem die über 100 Sprachassistent_innen, die 2016/2017 ausgesandt wurden, zusammenkamen. Unter ihnen waren auf keinen Fall nur DaF-ler. Von den Leuten, mit denen ich gesprochen habe, hatte, wenn ich mich recht erinnere, sogar niemand DaF studiert. Mein Vorgänger hier in Almaty war Historiker.
    Leider ist die Bewerbungsfrist für eine Sprachassistenz im nächsten Jahr schon abgelaufen, aber vielleicht klappt es ja für 2018/2019. Meine Erfahrungen aus dem Bewerbungsprozess habe ich etwas datailierter in diesem Artikel beschrieben: https://www.studieren-weltweit.de/kasachstan-was-bisher-geschah/ Vielleicht hast du Lust, da auch mal reinzuschauen.
    Zu deiner Frage, WIE man sich als Sprachassistent_in bewirbt: über das DAAD-Portal https://portal.daad.de/irj/portal – solange die Ausschreibung aktiv ist, findest du dort das Antragsformular und Vorgaben, welche Dokumente du hochladen musst.
    Und ich habe noch einen weiteren Tipp: Wenn du gern an einer Uni im Ausland lehren möchtest, gibt es auch das Bosch-Lektorenprogramm. Da läuft die Ausschreibung noch bis 28. Februar. Die Bosch-Lektorin hier in Almaty kenne ich, sie hat kein DaF studiert und unterrichtet an der Deutsch-Kasachischen Uni Kurse u.a. über die Geschichte Deutschlands. Hier der Link zur Ausschreibung: http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/13919.asp Vielleicht wäre das auch etwas für dich?
    Viel Erfolg beim Bewerben !
    Theresa

  2. Özlem Uygun

    8. Januar 2017

    Hallo Theresa!
    Ich finde es toll, dass du diese Erfahrung gemacht hast. Ich würde mich auch gerne im Ausland bewerben. Ich habe im Bachelor Germanistik und Geschichte und im Master auf „Master of Education“ studiert, jedoch ohne DaF. Ist das auch möglich ohne DaF an einer Universität im Ausland als Sprachassistentin zu arbeiten? Ich habe die Seite der DAAD gesichtet, jedoch weiß ich nicht genau, wie und wo ich mich bewerben kann. Würde mich auf eine Rückmeldung freuen. Vielen lieben Dank!
    Liebe Grüße
    Özlem

Antwort an Özlem Uygun

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