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So organisiert man ein Praktikum in den USA

So organisiert man ein Praktikum in den USA

Ein Praktikum in den USA zu organisieren ist gar nicht so einfach – ich habe es geschafft und gebe euch ein paar Tipps, wie es klappen kann.

So findest du ein Praktikumsplatz in den USA

In den USA kann man zwar theoretisch auch bei amerikanischen Firmen ein Praktikum absolvieren, aus meiner persönlichen Erfahrung glaube ich jedoch, dass man als Deutscher leichter einen Praktikumsplatz bei deutschen Unternehmen (bzw. dessen Auslandsstellen) oder internationalen Organisationen in den USA findet. Das liegt daran, dass in amerikanischen Unternehmen Stellen für Praktikanten häufig über persönliche Kontakte vergeben werden. Da haben deutsche Bewerber natürlich tendenziell schlechtere Karten. Einige US-Firmen inserieren zwar auch auf Stellenportalen wie  career.net, aus meinem Umfeld kenne ich allerdings mehrere Beispiele von Interessenten, die darüber zahlreiche Bewerbungen an amerikanische Firmen verschickt und nie eine Antwort bekommen haben. Wie gesagt, dies ist meine persönliche Erfahrung. Tatsächlich bieten aber viele große deutsche Firmen (egal ob Automobilhersteller, Beratung oder Chemiekonzerne) Praktikumsplätze in den USA gezielt für deutsche Bewerber an – und schreiben diese ganz regulär über ihre Homepage aus.

Auch wenn dein Wunschunternehmen vielleicht keine konkreten Praktikantenstellen in den USA ausschreibt, bedeutet das nicht unbedingt, dass der Traum vom Praktikum direkt geplatzt ist. Oft klappt es, wenn man sich direkt bei dem Unternehmen mit einer Initiativbewerbung explizit für ein Praktikum in den USA bewirbt – so bin ich auch an mein Praktikum im ZDF-Auslandsstudio Washington gekommen. Ich würde dir deshalb raten: probiere es einfach. Du hast schließlich nichts zu verlieren.

Auch viele deutsche und internationale Organisationen stellen Praktikumsplätze in den USA zur Verfügung. Beispiele hierfür wären etwa die amerikanischen Büros des Goethe-Instituts, die Deutsche Botschaft in Washington DC oder auch die Vereinten Nationen in New York. Diese Institutionen bieten häufig ein spezielles Internship-Program an und man kann sich relativ unkompliziert im jeweiligen Karriereportal bewerben.

Eine dritte Option wäre es außerdem, bei der Praktikumsplatzsuche auf Vermittlungsorganisationen wie zum Beispiel Praktikawelten oder GLS zurückzugreifen. Ich selbst habe damit keine Erfahrung und würde diese Möglichkeit auch eher nicht in Betracht ziehen, da man häufig an eher kleinere Firmen vermittelt wird, die Praktika in der Regel nicht bezahlt sind, dafür aber eine vierstellige Summe bei der Vermittlungsagentur anfällt.

ich vor dem Lincoln Memorial
Bis zu meinem Auslandspraktikum in Washington DC war es ein langer Weg – gelohnt haben sich die 1,5 Jahre Vorbereitung trotzdem!

So finanzierst du einen Praktikumsaufenthalt in den USA

Die meisten Firmen und Konzerne zahlen ihren Praktikanten ein Gehalt. Die genaue Höhe des Betrages hängt dabei von der Größe des Unternehmens, der Branche in der es tätig ist, und der Dauer des Praktikums ab. Ich habe beim ZDF 300 Euro monatlich erhalten, mein Gehalt wurde aber ab und zu aufgestockt. Zum Beispiel habe ich eine gesonderte Vergütung für jeden von mir geschriebenen Artikel und produzierten Fernsehbeitrag bekommen. Praktika bei internationalen Organisationen sind in der Regel unbezahlt, allerdings gibt es hierfür zahlreiche Stipendienprogramme. Hier findest du eine Übersicht. Wichtig ist: frühzeitig bewerben (oft ein bis 1,5 Jahre vor Antritt des Praktikums).

So kommst du an dein Praktikantenvisum für die USA

Für deinen Aufenthalt brauchst du ein spezielles Praktikantenvisum, das J1-Visum. Was genau dir dieses Visum erlaubt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie du es Schritt für Schritt beantragst, wird hier sehr gut erklärt. Das J1-Visum erfordert jede Menge Organisations- und Zeitaufwand, weshalb ich dringend empfehlen würde, sich mindestens (!) ein halbes Jahr vor geplantem Abflug um das Visum zu kümmern. Für das J1-Visum braucht man einen sogenannten Legal Sponsor, der dir das für das Visum zwingend erforderliche „Berechtigungszertifikat“, das DS-2019, ausstellt.

Dabei ist es wichtig, einen offiziell zertifizierten und anerkannten Sponsor zu finden – ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit der German American Chamber of Commerce gemacht und kann diese uneingeschränkt weiterempfehlen. Sobald du dich für einen Sponsor entschieden hast, geht die Organisation erst richtig los.

Schlussendlich bleibt mir nur noch zu sagen, auch wenn so ein Auslandspraktikum, insbesondere in den USA, alles andere als schnell und einfach zu organisieren ist, lohnt es sich am Ende trotzdem. Es macht sich nicht nur top im Lebenslauf, sondern es ist einfach eine unvergleichliche Erfahrung, für ein paar Monate in Amerika leben und in einen (Traum-)Beruf reinschnuppern zu dürfen.

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