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Wohnungssuche aus der Ferne

Wohnungssuche aus der Ferne

Wie letzte Woche erwähnt, läuft im Ausland nicht immer alles glatt. Gerade die Suche nach einer Wohnung aus der Ferne erscheint oft hoffnungslos und kann sehr frustrierend sein, gerade wenn man am Tag der Abreise immer noch keine hat. Wie du nicht verzweifelst, sondern diese Challenge erfolgreich meisterst, erfährst du hier.

Architektur in Pastel
So schön sind die Häuser in meinem Bezirk in Wien.

Heute anschauen, morgen einziehen?

„Sí señor*a“, so läuft die Wohnungssuche in Spanien. Hätte ich eigentlich wissen müssen, wo ich doch schon mal ein Jahr in Madrid gelebt und damals super spontan eine Wohnung gefunden habe. Für mein erstes Erasmus-Semester in Madrid wollte ich allerdings alles – typisch Leonie, typisch deutsch – so früh wie möglich organisieren, um später nicht in Stress zu verfallen. So der Plan, soweit so gut.

Auf gut Glück warf ich also bereits Ende Juni (Unistart in Madrid war im September wohlbemerkt) einen Blick in die spanischen Wohnungsportale. Und stieß doch tatsächlich auf eine WG, die mir sehr gefiel. Der Haken: Das Zimmer war ab sofort zu vermieten. Fast hätte ich mich breitschlagen lassen, die Augustmiete etwa als Reservierungsgebühr zu zahlen, um dann im September einzuziehen. Was mich – abgesehen von dieser unglaublichen Geldverschwendung – davon abgehalten hat: Die Vermieterin wollte die Kaution sowie alle Mietzahlungen in bar. Da ist doch was faul, dachte ich mir. In Spanien ist es nicht unüblich, seine Miete bar zu zahlen. In der Regel kann man in diesem Fall allerdings davon ausgehen, dass hier schwarz vermietet wird. Mir war das zu unsicher. Stattdessen stellte ich meine Wohnungssuche erst mal ein, um mich auf meine Klausuren zu konzentrieren, die in Berlin noch anstanden.

Anfang August versuchte ich mein Glück erneut. Und wurde auch schnell fündig. Meine Wahl fiel auf ein schickes WG-Zimmer im sehr gefragten Bezirk Chueca, das mir von Clara (Name geändert) untervermietet wurde, die vorübergehend in Barcelona arbeitete. Ich unterschrieb den Mietvertrag, überwies Kaution und die erste Monatsmiete und freute mich, eine so schöne Wohnung gefunden zu haben. Ich lehnte mich entspannt zurück, fuhr in den Urlaub und was habe ich nicht getan? Richtig, mir die Wohnung per Video Call angeschaut oder mit den Mitbewohnern gesprochen. Mit Clara hatte ich nur telefoniert, da sie ja sowieso in Barcelona war und sie wirkte sehr nett. Meine Mitbewohner sollten sein: ein Wirtschaftsstudent und ein Wirtschaftsprofessor, beide aus Deutschland. Sollte passen, dachte ich mir. Bisher bin ich gut mit all meinen Mitbewohnern klargekommen und das waren einige.

Es kam, wie es kommen musste

Drei Tage vor meiner Abreise schickte mir Clara eine Sprachnachricht, in der sie mir mitteilte, dass ihr Hauptmietvertrag nicht verlängert wurde und sie selbst sofort aus der Wohnung ausziehen müsse. Mein Untermietvertrag war damit nichtig. Ich konnte mir die Welt nicht mehr erklären, hätte am liebsten den Kopf in den Sand gesteckt und mein Erasmus-Semester abgesagt. Aber das kam natürlich nicht infrage. Also machte ich mich – widerwillig, aber was blieb mir – wieder auf die Wohnungssuche. In den drei Tagen, die mir noch bis zu meinem Flug nach Spanien blieben, schrieb ich gefühlte 100 Wohnungen und WGs an – ohne Erfolg. Es kam der Tag meiner Abreise und da saß ich nun, in rund 10.000 Metern Höhe mit meinen drei Koffern und ohne eine Ahnung, wo es vom Flughafen aus hingehen sollte.

Glück im Unglück

Das hatte ich bisher immer und so sollte es auch diesmal sein. Kaum war ich gelandet, checkte ich sofort meine Nachrichten und tatsächlich: Ein Mann namens Roger hatte mir geschrieben, dass ich zur Besichtigung vorbeikommen konnte. Ich erklärte ihm meine Situation und fragte, ob ich direkt mit meinen drei Koffern vorbeikommen könne. Er war einverstanden und schon saß ich im Taxi auf dem Weg in die Innenstadt. Dann ging alles ganz schnell. Nach dem typischen „Hola, ¿qué tal?“, stellte sich heraus, dass Roger Schweizer ist und Deutsch spricht. Wir haben uns so gut verstanden, dass ich direkt einziehen durfte. Ich war überglücklich, denn meine neue Wohnung gefiel mir noch besser als Claras. Ich habe es mir aber natürlich nicht nehmen lassen, Claras Mitbewohner kennenzulernen. Von ihnen erfuhr ich dann, dass nie ein Kündigungsschreiben eingegangen und Clara eine höchst unseriöse Person sei, die schon häufig in Rechtskonflikte verwickelt war. Ich war heilfroh, dort nicht eingezogen zu sein. Mein Geld habe ich – nach wiederholtem Nachfragen – glücklicherweise trotzdem zurückbekommen. Das hätte aber auch ganz anders ausgehen können. Aus dieser Odyssee habe ich folgende Lehren gezogen:

Gut gewappnet für Wien

Für mein zweites Erasmus-Semester in Wien war ich nun gut vorbereitet. Ein Wohnheim kam für mich nicht infrage, da ich eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer einfach schöner und wohnlicher finde. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Dass ein Wohnheim auch supercool sein kann, erfahrt ihr zum Beispiel auf Mias Blog. Ich machte mich jedenfalls Anfang Januar auf WG-Suche (Semesterbeginn: Anfang März). Auch in Wien ist dafür WG-Gesucht die Adresse Nummer 1. Deshalb war die Suche ähnlich wie in Deutschland – mit dem bedeutenden Unterschied, dass in Wien scheinbar weder Wohnungsnot noch eine Mietenexplosion herrscht, wie etwa in Berlin. So fand ich auch relativ schnell ein schönes Altbauzimmer mit hohen Decken und Fischgrätenparkett, in dem ich mich sehr wohl fühle. Da ich diesmal meine drei unverzichtbaren Regeln befolgte, erwarteten mich bei meiner Ankunft in Wien statt einer bösen Überraschung schlichtweg meine tollen Mitbewohner Sinah und Christopher.

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