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Backpacking auf den Mentawai-Inseln – Ein Paradies abseits des Massentourismus

Backpacking auf den Mentawai-Inseln – Ein Paradies abseits des Massentourismus

Beim Recherchieren auf Skyscanner hatte ich den unfassbar günstigen Flug nach Padang gefunden und konnte einfach nicht widerstehen. Padang ist eine Hafenstadt mit knapp 800.000 Einwohnern an der Westküste Sumatras  und spielt touristisch vor allem für Surfer eine Rolle, die von hier aus weiter zu den Mentawai-Inseln  reisen. Richtig, die ominöse Inselgruppe vor Sumatra, von der noch niemand was gehört zu haben scheint. Dieser Umstand hatte die Abenteurerin in mir geweckt und nachdem ich die Google-Bilder  der Inseln gesehen hatte, stand fest: Ich musste diese Inseln sehen!

Anreise über Umwege

Die Planung der Reise gestaltete sich aber unerwartet schwierig. Mit dem Flug von Singapur nach Padang war zwar die größte Distanz überbrückt, der deutlich schwierigere Weg lag aber erst noch vor mir. Ich fand nicht eine einzige Webseite, die mir verlässliche Informationen zu den Fährfahrplänen liefern konnte. Angekommen auf Sumatra ließ ich mich von einem Taxi also direkt zum Hafen Padangs bringen, um die aktuellen Fährfahrpläne anzusehen. Zu meinem Glück legte am selben Abend noch eine Fähre von  Bungus nach  Siberut ab und ehe ich mich versah war ich auf dem Weg ins Abenteuer. Für umgerechnet sieben Euro bekommt man einen Platz in einem der Stockbetten im klimatisierten Schlafsaal. Wer ein wenig mehr Geld in die Hand nimmt, kann sich auch ein privates Viererzimmer mieten – indonesischer Standard versteht sich. Die Fähre wird nicht nur von Bewohnern der Mentawai-Inseln als Verbindung zum Festland genutzt, sondern stellt auch die Nahrungsmittel- und Wasserversorgung sicher. Die Anzahl an Nicht-Indonesiern auf dieser Fähre war sehr überschaubar. Mit einem tschechischen, einem deutschem und einem amerikanischen Surfer, einem australischen Resortbesitzer, einer schweizer Barkeeperin und einigen Bintang verbrachte ich die Nacht auf dem Deck, bis es zu kalt wurde.

Noch vor Sonnenaufgang legte die Fähre auf Siberut an, nicht aber in einem Hafen, wie man erwartet hätte, sondern im Nichts – rund um den Kai nichts als Mangroven und Regenwald. Der australische Resortbesitzer bot mir an, mich nach Sonnenaufgang mit in die Stadt zu nehmen, also wartete ich, bis alle Passagiere die Fähre verlassen hatten, um mit dem Australier und seinen beiden Freunden und ihren Einkäufen vom Festland in ein kleines Holzboot zu steigen. In Siberut Town angekommen, verabschiedete ich mich und machte mich zu Fuß auf die Suche nach Internet, um meine Weiterreise zu planen. Nachdem ich eine Weile erfolglos in dem kleinen Fischerstädtchen, das die Hauptstadt der Inselgruppe ist, herumgeirrt war, fand ich zwar kein Internet, allerdings ein Mädchen, das im Gegensatz zu den anderen Einwohnern immerhin gebrochenes Englisch sprach. Kurze Zeit später saß ich dann auch schon mit meinem roten Rucksack in einem heruntergekommenen Holzkahn ihres Onkels, auf dem Weg nach Masokut, auch Nyang Nyang genannt.

Das Bild zeigt einen Fluss mit braunem Wasser und am Ufer kleine Holzhütten zwischen Palmen


Siberut „Town“ – eine Ansammlung von einfachsten Holzhütten

Knapp drei Stunden ging es durch dichte Mangrovenwälder und Schlacke, vorbei an traumhaften, palmengesäumten Stränden und begleitet von fliegenden Fischen Richtung Paradies. Die Wellen wurden von Minute zu Minute größer und ich war doch recht froh, als ich wieder einigermaßen festen Boden, in Form von weißem Sand unter den Füßen hatte. Ein bisschen Bange wurde mir allerdings auch, als ich das kleine Holzboot hinter den Wellen verschwinden sah und mir bewusst wurde, dass ich mich völlig allein, abseits jeglicher Zivilisation auf einer einsamen Insel befand.

Ganz so einsam wie zuerst vermutet, war ich dann allerdings doch nicht. Ein paar hundert Meter entfernt vom Strand, gut versteckt zwischen den Palmen, standen mehrere Holzhäuser. Bewohnt wurden diese von einer Truppe brasilianischer Surfer, die mich direkt herzlich aufnahmen, um den aufziehenden Regen im Trockenen zu verbringen. Wenig später, als der tropische Regenguss vorbei war und es schlagartig wieder 10 Grad wärmer wurde, konnte ich mit den Surfern per Boot auf die andere Seite der Insel fahren. Begrüßt wurde ich am Strand von niemand anderem als der Schweizerin, die ich schon auf der Fähre kennengelernt hatte und dich mich im Surfcamp von Freunden unterbrachte.

Die folgenden Tage verbrachte ich größtenteils am Strand oder im kristallklaren Wasser, um der Hitze zu entgehen. Dass die Mentawai Inseln hauptsächlich Surfer anlocken, hat tatsächlich seinen Grund. Ich bin zwar nicht vertraut mit der Materie, habe mir aber sagen lassen, dass die Konditionen wohl das ganze Jahr über gleich sind und man dank der hohen Dichte an Surfspots bei jeder Wind- und Wetterlage eine Welle findet. Abgesehen von den Wellen haben die Mentawai Inseln aber tatsächlich eher wenig „zu bieten“. Keine berühmten Sehenswürdigkeiten, keine Infrastruktur, kein Telefonnetz, kein Internet. Nicht verwunderlich also, dass ein Großteil noch nie von dieser wunderschönen Inselkette gehört hat. Stattdessen bestechen die Inseln mit unberührter Natur, indigenen Völkern und absoluter Abgeschiedenheit – für mich das absolute Paradies!

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