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IAESTE – Wie ich mein Praktikum organisiert habe

IAESTE – Wie ich mein Praktikum organisiert habe

Meinen Praktikumsplatz in den Vereinigten Arabischen Emiraten habe ich über die Praktikantenaustauschorganisation IAESTE gefunden. Hier erfahrt ihr mehr über den Ablauf der Bewerbung und über meine persönlichen Erfahrungen mit IAESTE, die mir letzten Sommer schon ein Praktikum in Brasilien vermittelt haben.

IAESTE Schriftzug aus Menschen im Sonnenuntergang

Was ist IAESTE?

Die Abkürzung IAESTE steht für International Association for the Exchange of Students for Technical Experience. Es handelt sich um eine Praktikantenaustauschorganisation, die bezahlte Praktika in Industrie- und Forschungsinstituten an Studierende der Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Land- und Forstwirtschaften vermittelt. Weltweit gibt es über 80 Mitgliedstaaten. In jedem Land gibt es ein Nationalkomitee (NC) sowie zahlreiche Lokalkomitees (LC) an den Hochschulstandorten. Die LCs werden meist durch Studierende der jeweiligen Uni gebildet. Sie betreuen sowohl die Outgoer während der Bewerbungsphase als auch die internationalen Incomer. Die LCs unterstützen die ausländischen Studierenden bei den Einreiseformalitäten, organisieren die Unterkunft und bieten ein vielfältiges Freizeitprogramm im Gastland an. Ziel ist es, den Studierenden neben Praxisbezug und Fremdsprachenkenntnissen vor allem auch interkulturelle Kompetenz zu vermitteln. Die Praktika dauern in der Regel zwei bis vier Monate und finden meistens im Sommer statt. Die Bezahlung richtet sich nach den Lebenshaltungskosten für Studierende in dem jeweiligen Land. Für Ausflüge und Freizeitaktivitäten sollte man ein Extrabudget einrechnen.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Die Bewerbung läuft lokal über die LCs ab. Fristen, Formulare und mehr Infos findest du auf der Website deines LCs. Hier eine Übersicht über den Bewerbungsablauf bei IAESTE Heidelberg, der ähnlich auch an anderen Hochschulen abläuft.

Bis zum 30. November: Um in den Bewerberpool aufgenommen zu werden, musst du ein einfaches Bewerbungsformular ausgefüllen und an dein LC schicken. Nun heißt es warten auf den meiner Meinung nach spannendsten Teil: die ellenlange Liste mit den weltweiten Praktikumsangeboten.

Ende Januar: Du erhältst die Liste mit den Praktikumsplätzen für alle deutschen Bewerber. Eine Wunschliste mit fünf Praktikumsangeboten zu erstellen, ist bei der großen Auswahl gar nicht so einfach. Flexibilität bezüglich des Ziellandes erhöht die Chancen auf jeden Fall. Mein Traumziel war eigentlich Lateinamerika. Doch für meinen Fachbereich (Neurowissenschaften) gab es dort keine passenden Angebote. Daher standen bei mir neben Indien auf Platz 1 bzw. 2 und den Emiraten auf Platz 3, auch Praktikumsplätze in Ghana und Russland auf der Prioritätenliste.

Im Februar: Nach der nationalen Tauschkonferenz, auf der jedes LC versucht, die Wunschplätze seiner Bewerber zu ergattern, wird die Liste mit den ertauschten Praktikumsangeboten versendet. Da das LC Heidelberg recht klein ist, gab es für uns (zumindest im ersten Verfahren) nur vier Angebote. Darunter auch der Platz in den Emiraten. Mit Lebenslauf und Motivationsschreiben kannst du dich auf einen oder zwei der Praktikumsplätze bewerben. Das LC trifft dann die endgültige Entscheidung, wer den Platz erhält. So kam ich also zu meinem Praktikumsplatz in den Emiraten.

Bis Anfang April: Nun musst du die offiziellen Bewerbungsunterlagen zusammenstellen. Dazu gehörten bei mir unter anderem ein englisches Motivationsschreiben an den Arbeitgeber, Lebenslauf, Immatrikulationsbescheinigung, Notenspiegel, Reisepasskopie, Passbild und ein Englischnachweis. Den Englischtest kann man zum Glück recht unkompliziert am Sprachinstitut der Uni ablegen. Er ist zwei Jahre gültig, sodass ich meinen aus dem letzten Jahr verwenden konnte. Da man der einzige Bewerber auf die Stelle ist, ist die Zusage des Arbeitgebers so gut wie sicher.

Bis Mai/Juni: Jetzt heißt es wiederum warten, warten, warten bis die offizielle Zusage vom Arbeitgeber kommt. Dann gilt es Akzeptierungspapiere auszufüllen, sich um die Auslandkrankenversicherung sowie eventuell nötige Impfungen zu kümmern und Flüge zu buchen. Hierfür gibt es einen Fahrtkostenzuschuss vom DAAD (300 € für Emirate). Im Falle der Emirate brauche ich ein Arbeitsvisum, das das IAESTE-Komitee in den Emiraten für mich beantragt hat. In Brasilien dahingegen konnte ich einfach als Tourist einreisen.

So läuft das reguläre Verfahren ab. Im März gibt es ein Nachtauschverfahren, sodass Restplätze, die im ersten Verfahren nicht vergeben werden konnten, eventuell an einem anderen LC einen passenden Bewerber finden. Zudem gibt es auf der IAESTE-Deutschland-Website eine Liste mit kurzfristig verfügbaren Praktikumsangeboten auf die weltweit zugegriffen werden kann.

Menschngruppe im botanischen Garten in Rio de Janeiro

IAESTE heißt tolle Erlebnisse mit Menschen aus aller Welt teilen – hier bei einem Trip nach Rio de Janeiro.

Meine Erfahrungen

Letztes Jahr habe ich schon ein Praktikum mit IAESTE durchgeführt und war von Organisation, Kommunikation und Betreuung so begeistert, dass ich mich direkt entschied, es ein zweites Mal zu probieren. Ich fühlte mich sehr gut betreut, sowohl von den Studenten des Heidelberger LCs als auch von den offiziellen Ansprechpartnern des IAESTE-Komitees in Brasilien und den Emiraten. Im Vorfeld des Praktikums konnte ich alle meine Fragen an sie richten und erhielt Infos über meine Unterkunft bis hin zu Knigge-Tipps. Besonders imponiert hat mir das großes Engagement, die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der brasilianischen IAESTE-Studenten vor Ort. Lest gerne den Erfahrungsbericht über meinen Brasilienaufenthalt. Die Bezahlung, die ich in Brasilien erhalten habe, ging zur Hälfte für die Miete drauf. Mit dem Rest konnte man so gerade die monatlichen Kosten für das Essen decken. Es ist also definitiv ratsam, ein Extrabudget zur Verfügung zu haben. Über Finanzierung und Kosten meines Praktikums in den Emiraten wird es noch einen separaten Beitrag geben. Schaut auch bei Larissas Blogpost über IAESTE vorbei, die für ein Praktikum in Israel war.

Ich bin schon sehr gespannt, was die Zeit in den Emiraten zu bieten hat! One week to go!

Stay tuned, eure Laura!

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