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„Lebenswerte Zeiten“ – über was forsche ich eigentlich?

„Lebenswerte Zeiten“ – über was forsche ich eigentlich?

Eine der schwierigsten Fragen vor einem Forschungspraktikum im Ausland lautet: Mit welchem Schwerpunkt möchte ich mich eigentlich beschäftigen? Hier möchte ich euch eine kurze Einführung in meinen Bereich geben.

Wer kann euch unterstützen, wenn ihr wisst, dass ihr bald sterben müsst? Was kann die Medizin noch für euch tun, wenn sie euch keine Heilung mehr versprechen kann?

Diese und weitere grundlegende Fragen prägen den palliativen Bereich. „Palliativ“ bedeutet, dass die Beschwerden einer Krankheit gelindert werden, nicht aber die Krankheit selbst behandelt wird.  Ab und an steht vor einer palliativen Versorgung der gefürchtete Satz: „Wir können nichts mehr für Sie tun.“. Dass das nicht stimmt, wurde mir in einem sechsmonatigen Praktikum beim Hamburger Hospiz e.V. in der Helenenstraße beigebracht. Dort durfte ich insbesondere dem Team vom ambulanten Hospizberatungsdienst über die Schulter schauen. Ich war tief beeindruckt von der Arbeit und der Haltung der dort Tätigen. Vor allem der Gedanke, dass niemand allein sterben sollte, der es nicht wünscht, hat sich bei mir festgesetzt.

Habt ihr Orte, an denen ich schon beim ersten Besuch sofort zu Hause gefühlt?

„Lebenswerte Zeiten“ ist der Slogan des Hamburger Hospiz e.V.

Was hat das alles mit Uganda zu tun?

Jede Kultur hat ihren eigenen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Deswegen gibt es je nach Region auch unterschiedliche Forschungsschwerpunkte auf diesem Gebiet. Da ich bisher nur die Eindrücke aus meiner Heimat kenne, wollte ich gerne meinen Blick durch ein Auslandspraktikum erweitern. Hierfür habe ich Forscherinnen und Forscher angeschrieben, deren Schwerpunkte mich interessiert haben. Schließlich landete meine Bewerbung bei Eve Namisango, der Forschungsleiterin der Afrikanischen Palliativgesellschaft (APCA). Diese hat ihren Sitz in der Hauptstadt von Uganda, Kampala. Eve Namisango hat eine zentrale Rolle bei der Zusammenstellung des „APCA Atlas of Palliative Care in Africa“ gespielt und gilt als Pionierin für App-basierte digitale Gesundheit im palliativen Bereich – ein Thema, über das ich vorher noch nie nachgedacht habe. Dass ich in den nächsten Monaten von ihr lernen darf, ist mir eine große Ehre.

Viele Menschen, denen ich davon erzähle, sagen mir: „Das könnte ich nicht!“. Das glaube ich aber nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch einen Zugang zu diesen Themen finden kann. Gerne möchte ich euch deswegen in den nächsten Monaten zeigen, welche Impulse mir in Kampala gegeben werden.

Doch keine Sorge: Es wird bei mir natürlich auch um leichtere Themen gehen. In meinen nächsten Beiträgen werde ich mit euch besprechen, wieso man in Kampala Rolex an jeder Straßenecke bekommt und mich auf die Suche nach den 1031 verschiedenen Vogelarten in Uganda zu machen.

Kommentare
  1. Angela Reschke, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Hamburger Hospiz

    8. August 2019

    Liebe Frau Reck,
    wir grüßen Sie herzlich aus dem Hamburger Hospiz und freuen uns darauf mehr von Ihnen und diesem spannenden Forschungsprojekt zu hören!
    Ihre Angela Reschke

    1. Lara Maria Reck

      9. August 2019

      Liebe Frau Reschke,
      über Ihre Grüße freue ich mich sehr!
      Ich werde Sie über den Blog weiterhin auf dem Laufenden halten, aber im Winter sicherlich auch wieder persönlich im Hamburger Hospiz vorbeischauen.
      Bis dahin sende ich Ihnen alles Gute aus Kampala!
      Lara Reck

  2. Jules

    26. Juli 2019

    Oh man,ich freu mich wahnsinnig darauf noch mehr von dir und deiner Reise zu hören. Ich glaube das wird richtig spannend!

    1. Lara Maria Reck

      31. Juli 2019

      Vielen Dank fürs lesen! Ich bin auch schon sehr gespannt 🙂

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