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Neues Praktikum in Vilnius: Das Wie und Warum

Um der schnöden Welt des legislativen Jungels zu entkommen, der mich in meinem Praktikum bei der European Foundation of Human Rights umwuchs, begann ich einen Fluchtplan zu schmieden.

Warum ich mein Praktikum wechselte

Ich befand mich auf der Eröffnung eines Artist-Day-Care Centers, wie ich später herausfinden durfte, ist das eine Mischung aus Galerie und Restaurant. Der Raum, spärlich beleuchtet mit sieben Kerzen, die auf einem langen Tisch standen, war mit reinweißen Fliesen gekachelt. An diesem Tisch unterhielt ich mich mit dem Leiter des Raumes, nach einiger Zeit fragte er mich was ich so mache und ob ich zufrieden damit sei. Ich konnte nicht mit ‚ja‘ antworten, woraufhin er mich fragte was ich denn gerne machen würde. Was wollte ich gerne machen? In dieser mir immer noch recht unbekannten Stadt wollte ich mehr mit den Menschen zu tun haben, die diese Stadt antreiben – die kreativen und jungen Menschen dieser Stadt. All dies konnte ich in meinem vorherigen Praktikum nicht machen, und obwohl man meinen könnte, dass besonders eine European Foundation of Human Rights Wert auf einen offenen Umgang mit Menschen legt, war dies eben nicht der Fall.

Ich bei der Eröffnung des Artist-Day-Care Centers „Autarkia“

Das hat mich mein Auslandssemester bis jetzt gelehrt, nämlich dass die Dinge sich meistens nicht so entwickeln wie man sich das zuvor vorgestellt hat, aber dass man meistens die Möglichkeit hat, die Dinge so zu verändern, dass sie sich wieder diesen Vorstellungen anpassen.

Der Leiter des Artist Day Care Centers mit dem Namen „Autarkia“ bot mir im laufe des Gespräches an für ihn zu arbeiten. Ich fragte wann ich denn anfangen könne und er sagte: „morgen“.

Wie wechseln?

Ich entschied mich für den schnellen Wechsel. Am nächsten Tag ging ich zu meiner Praktikumsorganisation und sagte das ich gerne kündigen würde, dass ging schneller und unkomplizierter als gedacht, ich musste eine Art Erklärung schreiben, die den Grund meiner Kündigung erklärte und ich durfte gehen.

Ein Kochabend im „Autarkia“ mit Mandelsuppe und Hummus

Wie ging es weiter?

Ich arbeitete nur zwei Wochen bei „Autarkia“, konnte aber in dieser Zeit tiefer in die Kunstszene von Vilnius eintauchen und knüpfte Kontakte, die mir weiterhalfen mich in der Stadt zurechtzufinden.

Durch meinen abrupten Wechsel war ich in der Lage die Stadt auf eine vollkommen neue Art kennen zu lernen. Ich besuchte Kaffees und organisiere Ausstellungen bis eine Institution auf mich aufmerksam wurde, die mir einen neuen Praktikumsplatz anbot. Die Institution heißt „rupert“ und ist eine Mischung aus Bildungszentrum und Künstlerresidenz. Das bedeutet das jeden Monat drei internationale Künstler in die Institution kommen und dort leben und arbeiten. Als Bildungszentrum bietet „rupert“ Programme an die sich auf die Vermittlung von Kunst konzentrieren, einerseits werden in diesen Programmen philosophische und historische Grundlagen vermittelt und besprochen, andererseits werden Menschen die sonst wenig mit Kunst zu tun haben in Diskussionen eingebunden um herauszufinden wie man Kunst und Ästhetik außerhalb der „Kunstwelt“ denken kann.

Küche und Arbeitsplatz in einem, mein neuer Praktikumsplatz im skandinavischen Design.

Fazit

Alles in allem war die Zeit, in der ich meinen Praktikumsplatz quasi zwei Mal wechselte, ziemlich anstrengend. Vor allem, weil mich meine Neuorientierung dazu zwang viele neue Menschen in einer sehr kurzen Zeit kennen zu lernen – das überfordert schon mal ein wenig. Mit meiner Universität hatte ich dabei keine Probleme, ich konnte mir meinen neuen Praktikumsplatz ohne Probleme anrechnen lassen, aber das lag auch an dem Bachelor-Plus-Programm, das in dieser Hinsicht sehr flexibel ist.

Aber das was ich jetzt gefunden habe, macht mich in meiner Auslandserfahrung deutlich glücklicher. Manchmal lohnt sich der Aufwand für einen Wechsel.

Endlich mal ein Grund die Pelzmütze auszupacken

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