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2 Tage wach: Mein Praktikumsstart in Indien

Nach einem zehnstündigen Flug von Berlin nach Delhi und einer vierstündigen Weiterfahrt nach Hisar, kam ich, gerädert, müde, aber auch dankbar und aufgeregt um fünf Uhr morgens im Haus des Schulleiters an. Ich freute mich auf (m)ein Bett und eine Dusche. Außerdem wollte ich alles erst Mal in Ruhe verarbeiten und ankommen. Deswegen bin ich ja bereits an meinem ersten Ferientag angereist, vier Tage vor meinem offiziellen Praktikumsbeginn. Doch falsch gedacht.

Meine Gastgeber haben sich so sehr auf mich gefreut, dass sie mich gleich um acht Uhr morgen mit in die Schule nehmen wollten. Nur mal das Gebäude anschauen, dann könne ich mich sofort wieder hinlegen und ausruhen. Da sie sich so freuten, konnte ich ihnen diesen Wunsch nicht ausschlagen. Und so fuhr ich, 27 Stunden wach, ungeduscht, leicht verwirrt und ohne einen Schimmer zu haben, was mich wohl erwarten würde, um acht Uhr morgens in die Schule.

Ich habe bereits eine unglaubliche Begrüßung in Vietnam erleben dürfen. Damals ist das gesamte Klassenzimmer schier ausgerastet, als ich es betrat. Doch Indien setzt nochmal einen drauf. Ich betrat das Schulgebäude und Lehrkräfte und die Deutschschüler der 10. Klassen standen aufgereiht in der Empfangshalle, applaudierten und hängten mir Blumenketten um. Ich war sprachlos.

Dann wurde mir, wie versprochen, das Schulgebäude gezeigt. Doch anstatt einfach durch die Flure zu gehen, gingen wir in jedes Klassenzimmer, wo ich den SchülerInnen und Lehrkräften vorgestellt wurde. Alle begrüßten mich herzlich. Es folgte ein Besuch bei der kleinen Schülerversammlung (es gibt wohl auch noch eine große). Die 5. und 6. Klassen holten die Feier des Malala-Tages mit Vorträgen, Liedern und einem Schauspiel nach. An dem eigentlichen Tag hat es zu stark geregnet, um die Feier draußen durchzuführen. Daher wurde der Unterricht verschoben und die Versammlung einberufen. Die Gelegenheit wurde genutzt, um mich erneut vorzustellen. Fürs Bild sollte ich mich dann einfach mit den SchülerInnen während der Versammlung auf die Bühne stellen… und dann stand ich da und wusste gar nicht so recht wohin mit mir. 40°C, singende SchülerInnen auf der Bühne, in Reihen aufgestellte Klassen davor, ich konnte das alles nicht ganz einordnen. Was macht an in so einem Moment? Lächeln…

Nach fünfzehn Minuten in der prallen Sonne hatte ich gehofft, endlich erlöst zu werden. Aber falsch gedacht. „Zufällig“ hatte jetzt die 7. Klasse Deutsch. Da der Deutschlehrer vor vier Wochen gegangen ist, konnte ich ja übernehmen! Und wenn ich schon Mal dabei war, auch den Unterricht in der 10.Klasse. Ich habe keinen Schimmer, ob und wie der Deutschunterricht während der Abwesenheit organisiert oder durchgeführt wurde. Generell blicke ich durch die Unterrichtsorganisation (noch) nicht ganz durch.

Nachdem ich mich durch zwei improvisierte Deutschstunden gekämpft hatte, saß ich völlig neben mir stehend mit Kopfschmerzen im Büro des Schulleiters. Ich wollte nur noch schlafen. Er jedoch sprach davon, dass ich bis zum Nachmittag bleiben würde, um eine weitere Verwaltungskraft der Schule zu treffen. Meine Reaktion und meine Augenringe haben ihn aber dann zum Glück vom Gegenteil überzeugen können, sodass ich endlich schlafen konnte.

Nach einem Nachmittag im Tiefschlaf, verbrachte ich den Abend mit der Familie des Schulleiters. Ich hatte mein erstes hausgemachtes Curry – es war fabelhaft. Die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Familie haben mich schnell alle Strapazen der Reise wieder vergessen lassen, sodass ich nun voller Freude in mein Indienabenteuer starte. Erholung ist jedoch nicht in Sicht – auch samstags ist Schule und ich wurde bereits fest eingeplant. Ausschlafen, Ruhen und Jetlag sind in Indien wohl nicht angesagt. Um 6 Uhr (2:30 Uhr deutsche Zeit) klingelt am Morgen meines zweiten Tages der Wecker. Egal. Ich freu mich schon auf die vielen lachenden Gesichter, denen ich dann wieder begegnen werde.

Kommentare

  1. Frau Miau

    27. Juli 2017

    Wenn das so weiter geht, bist du übermorgen Fachbereichsleiterin für Fremdsprachen und nächste Woche Schulleiterin 🙂 Und zum nächsten Malala-Tag wird dann das hier gesungen: https://www.youtube.com/watch?v=9nD3q3DbYIU

    Küsse nach Indien <3

  2. Dilara

    26. Juli 2017

    Liebe Clara,
    ich wünsche dir ganz viel Spaß in Indien:)
    Und ganz Liebe Grüße aus München
    Dilara

    1. Clara Schaksmeier

      27. Juli 2017

      Ohhhh, danke meine Liebe !!!!
      Die herzlichsten Grüße nach München 🙂

  3. Caroline

    25. Juli 2017

    Hallo Clara, mit viel Freude habe ich deinen Bericht vom ersten Tag gelesen. Wow!!! Jenny hatte den Link weitergeleitet. Wie schön von dir zu lesen. Ich hoffe dir und deiner Familie geht es gut und wünsche dir eine tolle Zeit in Indien. Liebe Grüße aus der Goethe-Zentrale in München, Caroline (Pesarese)

    1. Clara Schaksmeier

      26. Juli 2017

      Oh wie schön von dir zu lesen, Caroline 🙂 Vielen Dank für die lieben Grüße! Ja, ich bin auch sehr gespannt, was mich noch alles hier erwarten wird. Wenn ich etwas in meinen ersten Tagen hier in Indien gelernt habe, dann, dass es nicht langweilig wird 😉 Ich werde berichten!
      Ganz liebe Grüße nach München und bis bald einmal, hoffe ich! (Ich komme bestimmt nochmal in der Zentrale vorbei.)

  4. Selda Kayar

    25. Juli 2017

    Aufenthalt*

  5. Selda Kayar

    25. Juli 2017

    Hallo Frau Schaksmeier!
    Es hat mich sehr erfreut, dass es Ihnen gefallen hat. Hoffentlich gewöhnen Sie sich noch an die frei laufenden Kühe hehe. Mir hat es sehr Spaß gemacht, Ihren Blog zu lesen.
    Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Unterkunft 🙂
    Liebe Grüße
    Selda aus der Klasse 162

    1. Clara Schaksmeier

      26. Juli 2017

      Liebe Selda, vielen Dank für diese liebe Nachricht! Ja, ich bin auch gespannt, ob mir ich mich an den Verkehr und die Kühe gewöhnen werde – wer weiß, vielleicht vermisse ich nach meiner Rückkehr die Kühe ja sogar auf einmal in Berlin 😉

      Ganz liebe Grüße aus Indien und schöne Sommerferien!!!!

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