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Sukkot, Shabbat und andere Hindernisse – meine ersten Tage in Israel

Sukkot, Shabbat und andere Hindernisse – meine ersten Tage in Israel

Jüdische Feiertage funktionieren komplett anders als deutsche. Warum ich deshalb letztes Wochenende fast in Jerusalem gestrandet wäre und welche Dinge du beim Verreisen an Shabbat und anderen Feiertagen besser beachten solltest, wenn du in Israel bist, erfährst du hier.

Meine ersten Berührungspunkt mit jüdischen Feiertagen hatte ich direkt nach meiner Ankunft am Flughafen. Mit dem Flug hatte zwar alles geklappt, doch kaum raus aus dem Flughafen, standen ich und meine Kommilitonin, mit der ich zusammen geflogen war, auch schon vor unserem ersten Problem – wie kommen wir hier weg? Der ursprüngliche Plan war, direkt den Zug nach Haifa zu nehmen, um dann dort zu unseren Unterkünften zu gelangen. Dieser zerschlug sich allerdings schon am Flughafen in Berlin, als wir feststellen mussten, dass in Israel an unserem Ankunftstag erst wieder Züge ab 22 Uhr fahren würden und wir morgen um 11 Uhr in Tel Aviv landen sollten. Kurzerhand buchten wir also noch ein Hostel für den gleichen Tag und beschlossen, erst am nächsten Tag nach Haifa weiterzufahren.

Trotzdem mussten wir noch vom Flughafen nach Tel Aviv in die Stadt kommen. Direkt am Ausgang des Flughafens lauerten uns unzählige Taxifahrer auf, die uns  natürlich sofort als Touristen entlarvten und aufgrund des Feiertags extrem teure Taxifahrten verkaufen wollten. Nach einiger Recherche fanden wir dann schließlich die beste und günstigste Lösung über die App „Gett“. Die ist das Equivalent zu Uber in Israel. So mussten wir im Endeffekt pro Person nur 15 statt 50 Euro für unsere Fahrt in die Stadt zahlen. Definitiv also eine App, die du parat haben solltest, wenn du hier reisen möchtest. 

Blick vom Flugzeug über Tel Aviv
Kaum am Flughafen angekommen, standen wir auch schon vor der ersten Herausforderung – wie kommen wir von hier in die Stadt?

Ein paar Tage später machte ich mich gemeinsam mit zwei Freunden auf den Weg nach Jerusalem, um dort die Stadt zu entdecken. Soweit der Plan – doch bereits bei unserem Versuch Züge zu finden, die am Samstag, also dem jüdischen Shabbat nach Jerusalem fahren würden, mussten wir aufgeben. Denn die Fahrplan-App sagte uns ganz eindeutig: keine Züge bis Sonntagmorgen 6 Uhr, ab Freitagabend. 

Was solltest du also beachten beim Reisen in Israel an Wochenenden und Feiertagen?

Sabbat ist in Israel ein offizieller Feiertag, den die Menschen hier ziemlich ernst nehmen. Das bedeutet im Klartext: Jede Woche von Freitagnachmittag bis Samstagabend fahren so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel im Land. Weder Bus, noch Bahn funktionieren und man sollte dementsprechend planen. 

Haifa ist tatsächlich die einzige Stadt, die hierbei eine Ausnahme bildet und einige Busse hat, die auch am Shabbat fahren, wenn auch nicht so regelmäßig wie an den anderen Wochentagen. 

Und auch an religiösen jüdischen Feiertagen, wie dem Ende von Sukkot, dem jüdischen Laubhüttenfest, mussten wir in Jerusalem feststellen: Heute hat wirklich ALLES geschlossen. Nicht nur öffentliche Transportmittel, auch Malls, Supermärkte, Apotheken, Restaurants und Cafes blieben zu. 

So blieb uns in Jerusalem nicht anderes übrig als in der Stadt von A nach B zu laufen, nur um im Endeffekt festzustellen, dass Google doch nicht so verlässlich ist, was die Zuginformationen angeht und wir gestrandet waren. Nach einigen Telefonaten mit befreundeten Israelis und dem vergeblichen Versuch zu trampen, fanden wir allerdings heraus, dass es wohl doch eine Möglichkeit gibt sich an Feiertagen (ohne ein eigenes Auto) fortzubewegen. Und zwar über Sammeltaxis!

Die haben einen Festpreis und sind im Vergleich zu den regulären Taxis – die zwar auch fahren, aber aufgrund des Feiertags extrem hohe Aufpreiszahlungen verlangen – ziemlich günstig. 

Gesagt, getan, nach nur vier Stunden ziellosem Herumlaufen in Jerusalem fanden wir schließlich den Punkt, wo die Sammeltaxis auf Kundschaft warten und erst losfahren, wenn sie wirklich voll sind. Das ist wahrscheinlich auch der Nachteil daran, allerdings hatten wir Glück und es wollten an diesem Tag viele Leute mitfahren, sodass wir nicht lange warten mussten. So ein Sammeltaxis sollte etwa um die 36 Schekel (umgerechnet circa 10 Euro) kosten. 

Ansonsten benutze ich hier für die öffentlichen Verkehrsmittel die sogenannte Rav-Kav Karte. Diese kann ich mit Geld aufladen und kann dann damit israelweit sowohl Busse, als auch Züge und Straßenbahnen oder Seilbahnen bezahlen. Erhältlich ist so eine Karte an allen großen Bus- und Bahnstationen in Israel. Generell sind öffentliche Transportmittel hier sehr viel günstiger als in Deutschland. So zahle ich für eine zweistündige Zugfahrt nach Jerusalem beispielsweise 9 Euro und für eine Busfahrt umgerechnet 1,60 Euro. Ein weitere Sache, die sich als sehr nützlich erwiesen hat, ist die App Moovit. Google Maps ist hier leider eher wenig verlässlich, was Verkehrsmittel angeht.

Mit diesen Tipps solltest du nun also ausgerüstet sein, um auch an den religiösen Feiertagen Israel zu erkunden und dich nicht vom Reisen abhalten lassen. 

Bis ganz bald,

Sarah 

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