studieren weltweit

Kulturelle Wurzeln und sportliche Disziplin

Für ein Praktikum während meines Lehramtsstudiums befinde ich mich zurzeit in Belgrad. Wieso ich in Belgrad gelandet bin, wer ich überhaupt bin und was ich die nächsten Monate so mache, teile ich in meinem ersten Blogbeitrag mit euch.

Hey! Ich bin Jana, 25 Jahre alt, Lehramtsstudentin für Mittelschulen auf die Fächer Sozialkunde, Mathematik, Sport und Biologie und habe gerade vor knapp drei Wochen mein letztes Staatsexamen geschrieben und damit (hoffentlich) meine Universitätskarriere nach bald sechs Jahren erfolgreich beendet! Um meinem letzten Semester als Studentin alle Ehre zu machen, habe ich mich für ein zweites Auslandssemester entschieden – in Form eines Praktikums an der Deutschen Schule in Belgrad.

Neben dem Studium betreibe ich Taekwondo als Leistungssport und vertrete meinen Verein national wie international. Auch hier vor Ort in Belgrad trainiere ich natürlich weiter.

Traditionelle bayrische Taekwondo Meisterschaft mit meinem Papa als Coach

Ich würde mich als zielstrebig, offen und neugierig auf die Welt beschreiben. Am liebsten würde ich schon heute jedes Land dieser Erde kennen. Das habe ich zwar noch nicht geschafft, aber ich bin auf dem besten Weg – Schritt für Schritt! Wie sich all diese Dinge nicht nur miteinander vereinen lassen, sondern mir sogar neue Chancen eröffnen, erzähle ich dir hier.

Wieso denn ausgerechnet nach Serbien?!

Nach einem Auslandssemester in Japan wurde mir klar: Ich möchte meine eigenen kulturellen Wurzeln besser kennenlernen. Als Kind einer gemischten Familie bin ich zweisprachig aufgewachsen. Meine Mutter kommt aus Dalmatien, mein Vater aus Deutschland. Jedes Jahr verbringe ich meine Ferien in Kroatien. Trotzdem kam in mir der Wunsch auf, auch einmal im Balkan zu leben, um alles so realitätsnah wie möglich zu erfahren. Wieso dann meine Wahl auf Belgrad fiel, ist eigentlich ganz einfach. Belgrad ist die ehemalige Hauptstadt Jugoslawiens und damit auch Kulturträger. Wenn ich also zu „meinen“ Wurzeln möchte, dann gehe ich doch am besten in die ehemalige Hauptstadt des Landes, in dem meine Mama lebte.

Oft werde ich gefragt, ob das denn nicht ein Problem sei. Denn Serben und Kroaten würden sich ja nicht verstehen. Komischerweise werde ich diese Frage eigentlich nur von meinen deutschen Freunden oder Bekannten gefragt. Kein Serbe, Kroate, Bosnier oder sonstige Person aus dem Balkan hat mir diese Frage jemals gestellt. Nichteinmal hier Vorort in Serbien. Und damit möchte ich auf eine Sache aufmerksam machen: Jede Person die diese Frage stellt, mag das nicht böse meinen, aber sie hält damit unbewusst an alten Stigmata fest und damit auch an einem Problem, dass das ehemalige Volk Jugoslawiens spaltet.

Jugoslawien zerbrach 1991. Das ist nicht einmal 40 Jahre her. Viele vergessen: das alles, was heute zerteilt ist, war einmal eins. Ein Volk mit vielen Traditionen und einer wunderschönen vielseitigen Kultur. Und sicher. Es gibt auch Menschen, die das anders sehen, die Hass in ihren Herzen tragen, sich vielleicht sogar radikalisiert haben. Das gibt es leider überall. Aber um nach vorne zu sehen, muss man alte Wunden heilen lassen.

Antikes Gebäude in der Innenstadt
Antikes Gebäude in der Innenstadt Belgrads

Ein weiterer Grund für Belgrad ist die Gesichte dieser Stadt, die mich fasziniert. Belgrad ist eine Stadt zwischen Ost und West, deren Geschichte von der Antike bis zur Moderne reicht. Als ehemaliges römisches Singidunum, später umkämpft zwischen Osmanen und Habsburgern, dann Hauptstadt Jugoslawiens und heute ein modernes Zentrum Serbiens, vereint die Stadt verschiedenste kulturelle Einflüsse.
Die ständigen Wechsel der Herrschaft spiegeln sich vor allem in der unglaublichen und faszinierenden Varianz der Architekturstile wieder, durch Gebäude der Antike, des Brutalismus und schlussendlich der Moderne.

Berufliche Chancen nutzen

Und last but not least, wollte ich gerne die Chance nutzen, als Lehrerin im Ausland zu arbeiten. Durch meinen Beruf bietet sich mir die Möglichkeit, weltweit an deutschen Auslandsschulen zu arbeiten – eine Option, die vielen unbekannt ist. Für mich ist dabei aber schon jetzt klar: Ich möchte nicht nur in Deutschland Lehrerin sein. Ich möchte die Welt sehen und so viele Erfahrungen wie möglich sammeln. Um mir genau diese Möglichkeit näher anzusehen, entschied ich mich für ein Auslandspraktikum. Dabei lerne ich nicht nur das Schulleben im Ausland kennen, sondern kann jetzt schon wertvolle Kontakte knüpfen, die mir später vielleicht sogar noch helfen können.

In den kommenden Monaten nehme ich euch mit auf mein Abenteuer hier in Belgrad und zeige noch mehr Einblicke in mein Leben vor Ort!

Hast du noch Fragen?

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