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Auslandsjahr ohne Stipendium? Ja, das geht!

Auslandsjahr ohne Stipendium? Ja, das geht!

Welche Möglichkeiten zur Finanzierung meines Auslandsaufenthaltes es gibt und wie man über die Runden kommt wenn Unterstützung durch Stipendien wegfällt, erfahrt ihr hier:

Voll- und Teilstipendien

Eigentlich könnte meine finanzielle Situation so einfach und schön sein, denn das Doppelabschluss Master Programm ENREM wird sowohl vom DAAD unterstützt, als auch vom nationalen mexikanischen Förderinstitut für Wissenschaft und Technologie (CONACYT). Beide Organisationen vergeben speziell für uns ENREM-Studenten ausgeschriebene Stipendien. Der DAAD vergibt Vollstipendien (übrigens nicht nur an Deutsche, sondern auch an internationale Bewerber), die nicht nur die Lebenshaltungskosten decken, sondern alle Kosten, die rund um den Studienaufenthalt in Mexiko anfallen (Reisekosten, Krankenversicherung, Semestergebühren, etc.). Bei CONACYT hingegen handelt es sich um ein Teilstipendium, das die Lebenshaltungskosten abdecken soll. Allerdings ist die Fördersumme auch noch großzügig angesetzt mit ca. 500€ monatlich.

Leider habe ich weder das eine noch das andere Stipendium erhalten können. Da ich aber unbedingt diesen Master studieren wollte, habe ich trotz Absage über finanzielle Unterstützung den Studienplatz angenommen. Auf Nachfrage vor Ort, warum es eigentlich nicht geklappt hat mit dem Stipendium (ich hatte im Gespräch mit meinen Kommilitonen herausgefunden, dass fast alle entweder das eine oder das andere Stipendium erhalten) wurde mir mitgeteilt, dass eine Zusage nicht möglich war, da zum Zeitpunkt meiner Bewerbung bestimmte Bedingungen nicht erfüllt waren. Konkret heißt das, ich konnte kein Stipendium bekommen, weil ich mein Bachelor-Studium noch nicht abgeschlossen hatte und somit auch keine endgültige Durchschnittsnote vorweisen konnte. Nach jetzigem Stand hätte ich die Kriterien erfüllt. Extrem ärgerlich!

Auslandsbafög

Eine weitere Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu bekommen, ist Auslands-BAföG zu beantragen. In meinem Fall hat das aber auch nicht geklappt. Studenten, die bereits in Deutschland BAföG bekommen, sind meines Wissens nach auch automatisch berechtigt Auslandsbafög zu erhalten. Bei mir ist BAföG aber ein sehr leidiges Thema und ich habe aus verschiedenen Gründen bis heute nie einen ordentlichen Antrag zu Ende bringen können. Wenn man dann als Erstantrag Auslandsbafög statt Inlandsbafög beantragt, verkompliziert das das Ganze schon mal. Außerdem muss man den Antrag wirklich so früh wie irgend möglich abschicken! Ich habe leider damals andere Informationen erhalten und gewartet, bis ich mehr Dokumente für meinen Antrag zusammengesammelt hatte. Das war ein Fehler! Irgendeine Information wird am Anfang eh immer fehlen, die dann im Laufe der Zeit vom Amt angefordert wird und von euch nachgereicht werden kann. Die Bewerbung ist aufwändig und die Bearbeitung dauert in jedem Fall immer sehr lange, also kümmert euch rechtzeitig und versucht, so viel wie möglich vor eurer Abreise zu klären. In meinem Fall habe ich die Post vom BAföG-Amt mit der Aufforderung, fehlende Dokumente nachzureichen im Ausland nicht mehr rechtzeitig erhalten und mein Antrag wurde abgelehnt. Das war schon bitter.

Niere verkaufen

Ok, Spaß beiseite. Wenn alle Stricke reißen und man nicht mit dem Unterhalt der Eltern oder den eigenen Mitteln auskommt, dann kann man auch einen Studienkredit beantragen. Später einen Kredit abzahlen zu müssen, ist natürlich nicht so schön. Ich habe im Vorfeld versucht, so viel wie möglich mit einem Nebenjob anzusparen, da mein Visum es nicht erlaubt, in Mexiko zu arbeiten und die Zeit neben dem Studium eh nicht ausreichen würde. Aber wie viel Geld braucht man denn, um in Mexiko als Student zu überleben?

Estudihambre in Mexiko

Der Begriff estudihambre setzt sich zusammen aus den zwei Wörtern estudiante = Student und hambre = Hunger und beschreibt den allgemeinen „hungernden“, armen Studenten 😀 Zum Glück ist es bei mir noch nicht so weit, dass ich hungern muss, denn hat man das Geld für die Flüge erstmal zusammengekratzt, ist hier im Verhältnis zu Deutschland vieles deutlich günstiger. Teurer als in Deutschland sind in der Regel Drogerieartikel, da lohnt es sich, so viel wie das Gepäck zulässt von zu Hause mitzunehmen. Lebensmittel sind am günstigsten vom Markt. Bei den Supermärkten lohnt sich im Vergleich die Kette Bodega Aurrera. Walmart, HEB und vor allem die kleineren Oxxo Läden, die es quasi an jeder Ecke gibt, sind deutlich teurer. Was man sonst so einkalkulieren muss:

  • Miete: WG Zimmer in Uni-Nähe 150€
  • Semestergebühren: für beide Unis zusammen 250€
  • Busfahrt: 40 Cent / mit Studentenausweis 20 Cent
  • Taxi/ Uber: ca. 1,40 – 4€ je nach Entfernung
  • Antojos (sättigende Snacks vom Imbiss): ca. 1€
  • Restaurant (Pizza + Getränk): 10€
  • Kino: 3,20€
  • Eintritt Clubs: 0 – 4,50€
  • Eine Caguama (940 ml Bier) in einer Bar: ca. 2,50€
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