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In 4 Schritten zum Auslandspraktikum in Nepal

In 4 Schritten zum Auslandspraktikum in Nepal

Bald ist es soweit: Am 24. September fliege ich nach Kathmandu, wo Anfang Oktober mein Auslandspraktikum beginnt. Wie ich mich darauf vorbereitet habe und was ich euch für die Vorbereitung auf längere Auslandsaufenthalte raten würde, erfahrt ihr hier.

Schritt 1: Gesundheit geht vor

Eure Gesundheit ist – egal ob in Deutschland oder im Ausland – euer wichtigster Besitz. Damit euch diese erhalten bleibt, müsst ihr euch über potenzielle Gesundheitsgefahren in eurem Zielland informieren. Gerade wenn es euch in ferne Länder zieht, begegnet ihr sehr wahrscheinlich Erregern, die euer Körper nicht kennt. Glücklicherweise könnt ihr euch gegen viele Krankheiten vorher impfen lassen. Da Impfungen oft mehrere über Tage oder Wochen verteilte Injektionen benötigen, dauert das länger als man denkt. Ich war für mindestens einen Monat regelmäßig beim Arzt, um meinen Impfschutz für Nepal zu vervollständigen. Also: Plant großzügig und fangt rechtzeitig an.

Informationen über die in eurem Land nötigen Impfungen gibt es bei einem Tropenmediziner oder in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts. Hilfreich sind auch die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut: Hier findet ihr sowohl wichtige Standardimpfungen, die ihr regelmäßig auffrischen solltet, als auch Reiseimpfungen für verschiedene Länder.

Selbst wenn ihr ausreichend geimpft seid, könnt ihr im Ausland krank werden. Egal ob Sommergrippe, ein gebrochener Arm, oder eine ernstere Infektion: Um auch im Ausland ohne Probleme zum Arzt gehen zu können (und dabei nicht komplett pleite zu gehen) braucht ihr eine Krankenversicherung. Einige gesetzliche Krankenkassen bieten innerhalb Europas zumindest teilweise Versicherungsschutz, im außereuropäischen Ausland greifen die meisten jedoch nicht. Hier solltet ihr euch mit einer Auslandskrankenversicherung schützen. Ich selbst habe mich über den DAAD versichert. Auslandskrankenversicherungen gibt es jedoch viele – also recherchiert gründlich, welches Angebot zu eurem Land und Vorhaben passt.

Schritt 2: Visum & Co

Um vier Monate lang in Nepal leben zu können, brauche ich als deutsche Staatsbürgerin ein Visum. Für mein Praktikum mit IAESTE (dazu an anderer Stelle mehr) reicht ein Touristenvisum, dass ich zum Glück ganz einfach beantragen konnte: Bewerbungsformular ausfüllen, Passfoto machen, beides plus Reisepass an die nepalesische Botschaft in Berlin oder an einen der nepalesischen Generalkonsule schicken. Etwa zwei Wochen später hatte ich meinen Pass inklusive Einreiseerlaubnis wieder.

Mein Touristenvisum für Nepal
So sieht es aus: Mein Visum für Nepal

Mein Visum hat mich 115 US Dollar gekostet (ca. 105 Euro) und gilt zunächst für 90 Tage, danach muss ich es verlängern. Das ist – sagt zumindest mein Praktikumsbetreuer – aber kein Problem. Das Bewerbungsformular und alle wichtigen Infos findet ihr zusammengefasst auf der Seite der nepalesischen Botschaft.

Klingt einfach, oder? In meinem Fall war es das, aber das ist nicht immer so. Die Einreisebestimmungen sind je nach Land und Art des Aufenthalts anders. In manchen Fällen ist die Visumsbeantragung schwieriger und beinhaltet ein persönliches Interview. Wie man ein Visum für die USA bekommt, lest ihr zum Beispiel bei Yannic: Lost in Berlin Steglitz – mein langer Weg zum Visum.

Egal wohin und ob Studium oder Praktikum: Ihr braucht einen gültigen Reisepass. In den meisten Ländern muss dieser nach Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Wenn das bei euch nicht der Fall ist, solltet ihr euch vor Abreise um einen neuen bemühen.

Schritt 3: Geld und wie man im Ausland dran kommt

Geld – ein unbeliebtes, aber wichtiges Thema. Mit meiner deutschen Debitkarte komme ich nämlich in Nepal nicht weit. Klar, denkt ihr jetzt wahrscheinlich, dass man im außereuropäischen Ausland eine Kreditkarte braucht ist doch selbstverständlich. Aber das ist noch nicht alles.

Bevor ihr loszieht solltet ihr herausfinden, ob ihr in eurem Land mit einer Kreditkarte Bargeld abheben könnt, denn das ist nicht selbstverständlich. In Nepal zum Beispiel ist das aktuell nur in Kathmandu und Pokhara möglich.  Solche Abhebungen sind oft mit einer sogenannten Auslandseinsatzgebühr  verbunden, die zwischen 1 und 4 Prozent des ausgezahlten Betrags liegt. Nur sehr wenige Banken bieten spezielle Reisekreditkarten an, mit denen ihr kostenlos Geld abheben könnt. Es ist daher sinnvoll, bares Geld mit ins Ausland zu nehmen. Das könnt ihr am Flughafen gegen die Landeswährung tauschen.

Insgesamt empfehle ich, immer mehr als ein Zahlungsmittel dabei zu haben. Während meines letzten Urlaubs in Amerika wurde mir zum Beispiel meine Kreditkarte ohne Vorankündigung gesperrt, sodass ich eine Woche lang ohne Geld dastand. Warum? Weil meine Bank dachte, jemand anderes hätte Zugriff auf mein Konto und würde mein Geld ausgeben. Zum Glück war das Problem schnell gelöst und ich hatte Freunde dabei, die mir halfen, die Zeit zu überbrücken, aber das hätte auch anders enden können. Damit mir so etwas nicht wieder passiert, habe ich meine Bank vorher über mein Auslandspraktikum informiert und mir sogar eine zusätzliche Kreditkarte angeschafft – sicher ist sicher.

Schritt 4: Mentale Vorbereitung

Steine am Strand mit dem Meer im Hintergrund
Am besten entspannt es sich am Meer, oder?

Nach den ersten drei Schritten sind die wichtigsten organisatorischen Aspekte erledigt. Es gibt aber einen weiteren Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: die mentale, oder innere Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt. Bei dem ganzen Vorbereiten und Planen kann man schnell das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Man arbeitet sich durch seine To-Do-Liste, organisiert die Abreise und verabschiedet sich nach und nach von seinen Freunden und der Familie. Meist ist das stressiger als gedacht, und trotz sorgfältiger Vorbereitung fallen einem kurz vor dem Abflug noch tausend Dinge ein, die man vergessen hat. Erst wenn man alleine am Flughafen sitzt, realisiert man was gerade passiert, und dass man wirklich für mehrere Monate in ein fremdes Land aufbricht.

So ähnlich erging es mir bei meinen bisherigen Auslandsaufenthalten. Dieses plötzliche Realisieren fühlte sich fast wie Panik an. Obwohl ich mich über Wochen oder sogar Monate gründlich vorbereitet hatte, war ich innerlich nicht bereit. Damals habe ich mir nicht die Zeit eingeräumt, ganz bewusst über das bevorstehenden Abenteuer nachzudenken, sondern mich in der praktischen Organisation verloren. Das möchte ich dieses Mal anders machen: Bevor ich am 24. September von Amsterdam nach Kathmandu fliege, werde ich eine Nacht in einem kleinen Ferienhäuschen an der niederländischen Küste verbringen. So habe ich Zeit, nach dem Vorbereitungsstress zur Ruhe zu kommen und mich auf die kommenden Monate einzustellen.

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