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DAAD-Stipendien: Deine Chance für einen Auslandsaufenthalt

Du willst ins Ausland, um dort zu studieren oder ein Praktikum zu machen, aber die Finanzierung für dein Vorhaben steht noch in den Sternen? Mit dem passenden DAAD-Stipendium lässt sich dein Vorhaben in die Tat umsetzen. Welche Voraussetzungen es zu erfüllen gilt, welche Fragen dich bei einem persönlichen Gespräch erwarten könnten und warum es sich immer lohnt, sich für ein DAAD-Stipendium zu bewerben – Antworten auf diese und andere Fragen hat Gabriele Knieps, Leiterin des DAAD-Referats Stipendienprogramme Nordamerika/RISE.

Gabriele Knieps, Leiterin des DAAD-Referats Stipendienprogramme Nordamerika/RISE

Welche Stipendien bietet der DAAD für Studierende deutscher Hochschulen an?

Der DAAD bietet Stipendien für alle Studienniveaus vom Bachelor bis zum Postdoc an – auch für Hochschullehrende gibt es Förderungen. Zum Beispiel gibt es Stipendien für Studienaufenthalte für Bachelor- oder Master-Studierende für ein Studienjahr während eines Studiums, das man eigentlich in Deutschland durchführt, um dann bis zu einem Jahr ins Ausland zu gehen. Studierende können sich auch bewerben, wenn sie ein komplettes Masterprogramm im Ausland absolvieren wollen – da fördern wir dann auch bis zu zwei Jahre.

Gibt es Stipendien-Programme, die bei den Studierenden besonders gefragt sind?

In den DAAD-Praktikaprogrammen RISE Weltweit, Lehramt.International, IAESTE, Kurzstipendien für auslandsbezogene Praktika sowie im Programm „Praktika für HAW-Studierende“ bewerben sich jährlich rund 3.500 InteressentInnen. 2019 wurden etwa 2.000 Antragstellerinnen und Antragsteller gefördert.

Wo werden Studierende bei der Suche nach dem passenden DAAD-Stipendium denn fündig?

Das passende Stipendium finden Studierende in der DAAD-Stipendiendatenbank. Hier haben sie die Möglichkeit ihre Suche nach Studienstatus, Fachgebiet und Vorhaben zu verfolgen, und auch die Länderauswahl lässt sich eingrenzen. Vielleicht haben sie ja auch schon Prioritäten – wissen, wo sie hinwollen, und können direkt schauen, was da angeboten wird? Bei Praktikumsplätzen gibt es zum Beispiel im RISE-Programm auch genaue Beschreibungen, welche Arbeiten zum Praktikantenalltag gehören. Zudem wird auch beschrieben, welche Leistungen außerhalb des Praktikums angeboten werden, ob zum Beispiel bei der Suche nach einer Unterkunft geholfen oder vielleicht sogar eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird.

Gibt es bei der Länderwahl Beschränkungen?

Für Erasmus-Programmländer gibt es keine Jahresstipendien. Wer zum Beispiel nach Frankreich möchte, muss sich bis zum Bachelor um ein Erasmus-Stipendium bewerben, dass können Studierende direkt bei der eigenen Hochschule machen. Wer seinen Master in Frankreich machen möchte, kann sich für ein DAAD-Stipendium bewerben.

Wie realistisch ist es, ein DAAD-Stipendium zu erhalten, auch wenn man keine Bestnoten vorweisen kann?

Gute Leistungen sind wichtig, aber sie sind nicht alles.  Im Sinne der Chancengerechtigkeit werden besondere Lebensumstände, die sich z.B. nachteilig auf den Studienverlauf oder auf die Möglichkeit, sich neben dem Studium ehrenamtlich zu engagieren, ausgewirkt haben, berücksichtigt, sofern Sie dies wünschen und hierzu in Ihrer Bewerbung Angaben machen.

Worauf achtet die Auswahlkommission denn besonders?

Auf die Qualität der Bewerbung, des Motivationsschreibens, des Studienplans und auf die Noten. Aber wer nicht so tolle Noten hat, kann das durch Qualität und mit einer plausiblen Erklärung zum Studienvorhaben ausgleichen. Ein weiterer Punkt ist das Potenzial. Also welche Motivation ist zu erkennen? Welche Perspektiven? Ist der Bewerber oder die Bewerberin auch außerfachlich engagiert?

Und wenn das nicht der Fall ist – hat das vielleicht besondere Gründe? Gibt es vielleicht Lebensumstände, die es gar nicht möglich machen, sich außerhalb des Studiums zu engagieren, weil neben dem Studium gearbeitet oder Familienarbeit geleistet werden muss? Das alles fließt zunehmend auch in die Bewertung mit ein. Genauso wie Antworten auf die Frage: Was ist der konkrete Mehrwert des Studienvorhabens im Ausland für die Stipendiumsbewerberin oder den -bewerber?

Die persönliche Vorbereitung und Planung müssen sehr gut dargestellt werden. Daran ist erkennbar, wie gut man sich zum Beispiel über die Wahl der Gasthochschule, die Zulassungschancen und über die geplanten Kurse informiert hat, die man machen will? Auch die eigene Auseinandersetzung mit Blick auf die Durchführbarkeit des Vorhabens ist wichtig und sollte erkennbar sein.

Zudem sollte man sich die Fragen stellen: Wie passt der Auslandsaufenthalt in meinen bisherigen und meinen zukünftigen Lebenslauf? Wie passt es auch zu meinen fachlichen und persönlichen Interessen? Welche Bedeutung hat das für meinen Lebensweg und meine weitere Entwicklung? Antworten auf all diese Fragen lassen sich sehr gut in einem Motivationsschreiben hinterfragen und erklären. In diesem Schreiben sollten Studierende auch durchaus erwähnen, wenn sie während des Studiums von besonderen Lebensumständen begleitet werden.

Welche Inhalte müssen in einem Studienplan dargelegt werden?

Ein Studienplan sollte das angestrebte akademische Ziel des Auslandsaufenthaltes beschreiben und die geplanten Lehrveranstaltungen aufführen. Außerdem sollte er auch kurz den Inhalt, der voraussichtlichen Veranstaltungen bzw. der Module, die man belegen will, wiedergeben. Vielleicht auch sogar, wie viel Creditpoints man erreicht und ob diese in Deutschland anerkannt werden. Natürlich wissen wir auch, dass es sich immer nur um einen vorläufigen Plan handeln kann. Im Prinzip geht es aber darum, dass sich die Kommission wirklich einen Eindruck davon machen kann, wie intensiv sich die Bewerberin oder der Bewerber mit dem Vorhaben ins Ausland zu gehen auseinandergesetzt hat.

Werden die Studierenden zu einem persönlichen Gespräch eingeladen?

Bei den klassischen Individualstipendien, wo es um Jahresstipendien oder sogar ein Masterstipendium geht, ist die persönliche Vorstellung obligatorisch. Es gibt aber vorher immer eine Vorauswahl – ungefähr 50 Prozent der Bewerberinnen und Bewerbern werden anschließend zur persönlichen Vorstellung eingeladen, die bei bestimmten, klar definierten Voraussetzungen, auch online stattfinden kann

Worauf müssen sich die Studierenden beim persönlichen Gespräch einstellen?

Das Gespräch dauert in der Regel so 10 bis 15 Minuten. Es soll keine Prüfung sein, wir wollen einfach nochmal einen Eindruck von der Person bekommen, um zu sehen, ob das, was in der Bewerbung steht, auch passt. Oft ist es auch so, dass Unterlagen Fragen aufwerfen, weil Bewerber und Bewerberinnen von den Noten her hervorragende Kandidatinnen oder Kandidaten sind, aber die Motivation speziell für das Zielland oder die Hochschule irgendwie nicht herausgearbeitet worden ist, sodass man sich fragt, warum sollten wir das jetzt fördern?

Wie viel Zeit sollten Studierende in ihre Bewerbung investieren?

Man muss sich schon einige Monate mit seinem Vorhaben auseinandersetzen. Die Recherchearbeit nimmt viel Zeit in Anspruch: Wo will ich hin, warum will ich dahin? Welche Unterlagen will der DAAD? Es muss zum Beispiel ein Gutachten bzw. ein Referenzschreiben von einem Hochschullehrer und ein Sprachzeugnis eingereicht werden. Welche Unterlagen muss ich für das Austauschprogramm einer Hochschule beibringen? Ein Motivationsschreiben wird für eine Bewerbung um ein DAAD-Stipendium gefordert und in der Regel auch von ausländischen Hochschulen.

Wie hoch sind die finanziellen Förderungen durch ein DAAD-Stipendium?  

Es gibt eine monatliche Rate, die bewegt sich je nach Zielland zwischen ein paar 100 Euro und 1.500 Euro. Und darüber hinaus gibt es dann noch eine zusätzliche Beihilfe, die die Studiengebühren abdeckt. In Nordamerika und Großbritannien zahlen wir z. B. 18.000 Euro pro Jahr. Für viele Hochschulen deckt das die Studiengebühren ab, wenn man damit zum Beispiel an die Columbia University geht, ist das nur etwa ein Drittel der Studiengebühren, die da anfallen. Zudem übernehmen wir natürlich auch Reisekosten, Krankenkasse und eine Unfallversicherung.

Welchen Rat würden Sie Studierenden mit auf den Weg geben, die noch überlegen, ob ein Stipendium für sie infrage kommt?

In Anbetracht der Tatsache, dass das wirklich eine einmalige Erfahrung ist, die man da mitnimmt, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich, würde ich jedem anraten, sich die Mühe zu machen. Und selbst wenn man am Ende des Tages das Stipendium nicht bekommt – allein die Auseinandersetzung mit dem eigenen Vorhaben schärft für einen selbst noch mal den Blick für die nächsten Schritte im eigenen Lebensweg. Die Studierenden sollten sich von einer Absage auch nicht demotivieren lassen, sie sollten es immer noch mal probieren.

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