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Das Klima retten in Tel Aviv? Teil Zwei

Das Klima retten in Tel Aviv? Teil Zwei


In dem ersten Blogpost zum Thema Nachhaltigkeit in Tel Aviv habe ich über die Ernährung und Verkehrsmittel in Tel Aviv berichtet. Die zwei Bereiche spielen eine große Rolle auf der individuellen Ebene. Aber wie sieht es mit dem großen Bereich der Energie-Erzeugung aus? Und: Gibt es irgendwelche vielversprechenden Technologien in dem Bereich?

Energie

In meinem Kurs Understanding the Climate Crisis sprachen wir darüber, welche Bereiche für die meisten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Neben der Landwirtschaft, dem Transport und der Industrie, gehen etwa drei Viertel davon geht auf die Elektrizität zurück, wobei auch die indirekte Nutzung der Elektrizität mit einberechnet wird. Elektrizität kann auf unterschiedlichen Wegen hergestellt werden: Durch Kohleverbrennung, Öl oder Gas, aber auch mithilfe erneuerbarer Energien. Dabei wird beispielsweise die kinetische Energie von Sonne, Wind und Wasser genutzt. Während die fossilen Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas sehr umweltschädlich sind, weil dabei viele Treibhausemissionen entstehen, bilden die erneuerbaren Energien eine saubere Alternative.

Aus welchen Quellen bezieht Israel also seine Energie? Öl bildet immer noch den größten Anteil, mit wenig Abstand steht Gas an zweiter und mit größerem Abstand, Kohle an dritter Stelle. Lediglich 4,20 Prozent stammen aus erneuerbaren Energien, wobei die Solaranlagen den größten Anteil ausmachen. Bis 2050 strebt Israel die Kohlenstoffneutralität (Zero-Net-Emission) an. Aus meinem Kurs habe ich mitgenommen, dass die Nachhaltigkeit in Israel bisher nicht so richtig priorisiert wurde. Kurz vor dem Start der Klimakonferenz in Glasgow im November 2021, erklärte aber der Premierminister Naftali Bennett die Klimakrise zu einem Thema, welches von nationalem Sicherheitsinteresse ist. Und auch Demonstrationen finden hier durchaus statt, auch wenn diese verglichen mit den Fridays For Future Demonstrationen in Deutschland kleiner sind.

Auf dem Bild ist eine Menschenmenge auf einer Demonstration zu sehen. Mittig rechts ist ein großer Ballon mit der Abbildung der Erde zu sehen und ein blauer, leicht bewölkter Himmel.
Hier war ich kurz vor dem Start des COP26 in Glasgow an einer Demonstration, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

Welche Lösungsansätze existieren bereits in Israel?

Die Zahlen sprechen also dafür, dass Israel noch einen weiten Weg hat, bis es ohne fossile Brennstoffe auskommt. Dennoch gibt es hier durchaus spannende Ansätze von einigen Unternehmen, die einen vielversprechenden Weg in eine emissionsfreie Richtung weisen. Diese zwei Beispiele klangen aus meiner Sicht besonders interessant:

Ashalim Power Station

Dieser Turm inmitten der Negev-Wüste in Israel nutzt unter anderem die Solarenergie, indem die 55,000 Spiegel das Sonnenlicht an einen Dampfgenerator an der Spitze des Turms reflektieren. Das Wasser in dem Behälter wird erhitzt und der Dampf wird an eine Turbine zur Energieerzeugung genutzt. Unser Dozent sagte übrigens, dass es wenn man daran vorbeifährt, aussieht wie eine zweite Sonne, weil es genau so leuchtet wie die richtige Sonne.

Electreon

Das Start-Up Electreon spezialisiert sich auf das Laden von elektrischen Fahrzeugen. Dabei werden elektrische Fahrzeuge mithilfe einer Infrastruktur von Kupferspulen unter dem Asphalt automatisch geladen, sodass Ladestationen überflüssig werden. In dem Kurs sprachen wir darüber, dass elektrische Fahrzeuge durchaus einen großen Beitrag zur Klimaneutralität leisten, auch wenn sie nicht sofort emissionsfrei sind, da deren Emissionen für die Herstellung erst ausgeglichen werden müssen.

Insgesamt gibt es also durchaus einige interessante Entwicklungen in dem Bereich der Energie-Herstellung, auch wenn es aus meiner Sicht noch längst nicht genug ist.

Ich bin sehr froh, dass ich den Kurs Understanding the Climate Crisis besucht habe: Der Austausch mit Studierenden aus verschiedenen Ländern wie den USA, Brasilien und Israel über die derzeitige wissenschaftliche Forschung hat mir verdeutlicht, wie dringend die Klimakrise ist und wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist.

 

 

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