studieren weltweit
Es hat mich erwischt – Corona bekommen in den USA

Es hat mich erwischt – Corona bekommen in den USA

Ein Auslandssemester ist bekanntlich dafür dar, das Gastland zu entdecken. Dazu gehören auch reisen und neue Leute zu  treffen. In der aktuellen Pandemie-Lage besteht gerade hier die Gefahr, sich mit Corona anzustecken. Trotz aller Schutzmaßnahmen kann es jeden treffen. Leider hat es nun mich auch erwischt.

Corona-Beschränkungen in den USA

Die aktuelle Situation erfordert erhöhte Achtsamkeit und Vorsicht. Da wir immer noch in einer Pandemie leben, sollte man seine Mobilität und sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Zu einem Auslandsaufenthalt gehört aber nun mal auch, neue Erfahrungen zu machen: neue Orte zu entdecken und neue Bekanntschaften zu schließen. In den USA regelt jeder Bundesstaat die Corona-Richtlinien selbst. Gerade hier gibt es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. Manche haben alle Restriktionen aufgehoben, in anderen gilt weiterhin Masken- und Abstandspflicht. Allgemein gibt es in den USA keine Testpflicht für Inlandsflüge.

Symptome, Testen, Testergebnis

Meine Symptome kamen schrittweise, wurden aber innerhalb von ein paar Tagen schlimmer. Es hat Sonntag Abend mit leichten Halsschmerzen und etwas Kopfweh angefangen. Montags kamen dann Husten und Fieber dazu. Am Tag darauf habe ich dann schon deutlich gemerkt, dass ich krank war. Das Fieber nahm zu, der Husten wurde stärker und auch die Kopfschmerzen wurden mehr. Am Mittwoch lag ich dann den ganzen Tag nur im Bett und mir war schon klar, dass ich mich mit Corona angesteckt habe.

Alle Studierenden der California State University Long Beach, die in den Dorms (Wohnheimen) auf dem Campus leben, müssen sich einmal die Woche testen lassen. Dafür wird eine externe Firma beauftragt, die auf dem Campus eine Teststation aufbaut, bei der man sich mittwochs oder donnerstags testen lassen kann. Die Teststation befindet sich glücklicherweise keine zwei Minuten von den Dorms entfernt. Für den Test musste ich online einen Termin ausmachen und zum Termin meine Studentenkarte mitbringen. Danach bekam ich eine kleine Dose mit meinem Namen drauf und ein Stäbchen. Den Test führte ich dann selbst aus: Stäbchen in die Nase, für fünf Sekunden in der Nase drehen, dann das Stäbchen in die Dose und wieder für paar Sekunden drehen. Fertig. Das Ergebnis bekam ich nur einen Tag später und es fiel bei leider positiv aus.

Test-Kit zum Selbsttest
Für den Selbst-Test bekommt man ein Test-Kit. Das beinhaltet zum einen eine Dose mit dem eigenen Namen drauf, wo die Probe rein kommt. Zum Sammeln der Probe gibt es ein Stäbchen, mit welchen man den Abstrich macht.

 Quarantäne in den USA

Donnerstagnachmittag klopfte es und an meiner Tür klebte ein kleiner Zettel auf dem stand: „We’re trying to get in touch with you regarding a move to isolation“. Positiv also. Nun hieß es, das nötigste packen und sich für zehn Tage in Quarantäne zu begeben.

Zettel, wo drauf steht, dass ich in Quarantäne muss.
So erfuhr ich von meinem positiven Testergebnis. Hieß das Nötigste zu packen und mich für zehn Tage isolieren.

Das Leben in Isolation

Zur Isolation von Studierenden hat die Uni einen ihrer drei Wohnkomplexe vorgesehen. Ein Wohnkomplex umfasst auf dem Campus mehrere zusammengehörige Studentenwohnheime und es gibt pro Komplex eine Mensa. Momentan sind alle Studierenden, die auf dem Campus leben, im Parkside-College untergebracht. Zur Isolation zieht man für zehn Tage in das Hillside-College, das keine fünf Minuten von Parkside entfernt ist. Mir wurde ein Raum in einem der Gebäude im Hillside-Komplex zugewiesen und ich durfte diesen nur für medizinische Notfälle verlassen.

Mit Blick auf die Versorgung während der Quarantäne hat die Universität eine Website eingerichtet. Darüber konnte ich mir immer abends anhand einer aktuellen Mensa-Speisekarte Frühstück, Mittagessen und Abendessen zusammenstellen. Das Essen wurde dann von Mitarbeitern des Housing-Offices abgeholt und bis vor meine Tür geliefert. Sobald das Essen vor der Tür abgestellt wurde, bekam ich eine Nachricht per SMS oder Mail, dass die Mahlzeit geliefert wurde. So musste ich mir zumindest keine Gedanken um die Verpflegung während der Isolation machen.

Da ich trotz Corona relativ viel für die Uni machen musste, wurde mir in den zehn Tagen auch nicht wirklich langweilig. Ich konnte etwas Stoff nachholen und war recht produktiv während meiner Quarantäne. Meine Symptome klangen auch relativ schnell ab und wurden Tag für Tag besser. Gegen Ende der Quarantäne war ich dann glücklicherweise auch wieder symptomfrei und meine Quarantäne wurde nach zehn Tagen aufgehoben.

Corona überstanden – und nun?

Da ich eine Corona-Infektion überstanden habe, bin ich jetzt erst mal für eine gewisse Zeit gegen das Virus immun. Heißt das, ich kann jetzt auf Maske und Abstandsregelung verzichten? Nein. Das Virus ist noch nicht komplett erforscht und die Gefahr durch die ganzen Mutationen nimmt immer mehr zu. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, wird eine Wiederansteckung nicht komplett ausgeschlossen. Und eine Maske zu tragen und etwas Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten ist auch nicht allzu viel verlangt. Deswegen: Passt auf euch auf, schützt eure Mitmenschen und gemeinsam überstehen wir die  Pandemie. Stay safe.

Hast du noch Fragen?

Mehr zu #Leben

Video aktivieren

Zum Aktivieren des Videos klicke bitte auf "Video laden". Wir möchten dich darauf hinweisen, dass nach Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung