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Zwischen Wallabys und Dingos – Als Lehrerin in Melbourne

Zwischen Wallabys und Dingos – Als Lehrerin in Melbourne

Von Anfang Oktober bis Ende Dezember durfte ich als Praktikantin aktiv am Schulalltag der Deutschen Schule Melbourne (DSM) teilhaben und konnte zum ersten Mal einen Einblick in das Konzept einer bilingualen Schule bekommen.

In den ersten Tagen des Praktikums haben meine vier Mit-Praktikantinnen und ich erst einmal eine Einführung erhalten, um uns einen ersten Überblick über die Schule, deren Policies sowie alle anstehenden Termine des Terms zu verschaffen. Somit wurden wir  gut auf die kommenden Wochen vorbereitet und haben uns von Anfang an herzlich aufgenommen gefühlt.

Kinder werden zu Wallabys und Dingos

Die Klassenstufen der Deutschen Schule in Melbourne reichen vom Foundation-Year (vergleichbar mit der Vorschule) bis zur 6. Klasse. Jede Klasse ist hier nach einem typisch australischen Tier benannt, die mit steigender Klassenstufe immer „größer“ werden. So werden beispielsweise aus den „Wallabys“ der Klasse 3, die „Dingos“ wenn sie in die 4. Klasse kommen.

Jede Praktikantin war in einer anderen Klassenstufe eingeteilt. So durfte ich das Term in der 3. Klasse verbringen, wo ich meine Mentorin (die Klassenlehrerin der „Wallabys“), als Co-Teacher, bei allen alltäglich anfallenden Aufgaben unterstützen und bei der Unterrichtsvorbereitung sowie beim Korrigieren von Tests helfen konnte.

Deutschsprachiger Unterricht in Australien

Von Anfang an hatte ich hier die Möglichkeit, mich aktiv am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen, mich selbst auszuprobieren und Ideen einzubringen. So habe ich bereits am zweiten Tag meine erste eigene Unterrichtsstunde in Kunst gehalten. So ging es dann weiter: Nach kurzer Eingewöhnung habe ich in den folgenden Wochen dann sogar eine komplette Unterrichtseinheit im Sachunterricht (zum Thema „Huhn“) durchgeführt. Ganz wichtig: Das alles natürlich nur auf Deutsch! Denn an der DSM gilt das Konzept „One-Teacher-One-Language“. Die Lehrkräfte sprechen hier zwar alle Deutsch und Englisch, dürfen aber ausschließlich in ihrer Muttersprache mit den Schülerinnen und Schülern kommunizieren bzw. unterrichten.

Im Vergleich zu Deutschland ist die Schule gut mit Technik ausgestattet. Jede Klasse hat ein Smartboard und es steht ein Klassensatz an iPads zur Verfügung. Hier konnte ich viel dazulernen, konnte meinen Umgang mit dem Smartboard verbessern und habe viele Apps kennengelernt, die im Unterricht genutzt werden können.

Anders als in Deutschland sind die Schultage in Australien relativ lang. Der Schultag beginnt um 8:45 Uhr mit der Lernzeit und mit regulärem Unterricht um 9:00 Uhr. Es gibt sechs Unterrichtsstunden, aber mit langen Pausen zwischendurch, weshalb der Schultag erst um 15:30 Uhr endet. Zu unseren Aufgaben als Praktikantinnen zählte auch, die Kinder zur Before- und After School Care zu bringen. Diese ist ca. 10-15 Minuten zu Fuß entfernt.

Feste gefeiert

Das letzte Term des Schuljahres ist von vielen Events geprägt. Ein großes Highlight, das jedes Jahr kurz vor Weihnachten an der DSM stattfindet, ist der Deutsche Weihnachtsmarkt. Hierfür studierten wir bereits Wochen vorher im Unterricht deutsche und englische Weihnachtslieder ein. Die Vorbereitung für den Weihnachtsmarkt war ein wenig stressig, aber hier wurde mir bewusst, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit im Kollegium ist. Am Abend haben die Lehrkräfte sowie Praktikanten der DSM den Crêpestand geleitet. Neben dem Weihnachtsmarkt finden in Term 4 außerdem die Year 6 Graduation statt, sowie die End of Year Celebration. Auch hierfür wurde im Unterricht geprobt, es fanden Bandproben statt und jede Klasse übte einen Tanz ein. Schule bedeutet eben mehr als nur Unterricht.

Fazit

Wer als PraktikantIn an die DSM kommt, kann sich auf eine wunderschöne Zeit freuen. Ich habe mich sowohl im Kollegium, als auch bei den SchülerInnen herzlich aufgenommen gefühlt, konnte einen Einblick in einen bilingualen Schulalltag gewinnen und hatte zahlreiche Möglichkeiten, selbst zu unterrichten und ganze Unterrichtseinheiten zu gestalten. Das Term ging leider viel zu schnell um – ein Abschied ist mir selten so schwer gefallen.

Danke für die tolle Zeit!

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