studieren weltweit
Mein SCHULWÄRTS!-Praktikum im Rückblick – Fazit (Teil 2)

Mein SCHULWÄRTS!-Praktikum im Rückblick – Fazit (Teil 2)

Heute ziehe ich ein Fazit zu meinem SCHULWÄRTS!-Praktikum am Lyzeum Nr. 176 in Nowosibirsk. Die neun Wochen Praktikum vergingen wie im Flug, weil es viel zu tun gab.

 

 

Während meines Praktikums lebte ich in Akademgorodok, einer sowjetischen Planstadt außerhalb von Nowosibirsk. Akademgorodok gehört als Stadtteil dennoch zu Nowosibirsk, ist aber 25 Kilometer entfernt. 25 Kilometer sind in Deutschland nicht viel. Dort bedeutete es ca. vier Stunden Fahrtzeit täglich. Somit wurde Freizeit zum kostbaren Gut. Meine Mentorin kam mir diesbezüglich sehr entgegen. Montags unterrichte ich gemeinsam mit Rudolf am Gymnasium in Akademgorodok, dafür unterrichtete er dienstags gemeinsam mit mir in der Stadt. Mittwochs und donnerstags arbeitete ich ebenfalls in der Stadt. Freitags hatte ich frei.

Weiterhin erzähle ich euch ein wenig über meine Tätigkeit am Lyzeum in Nowosibirsk. Dienstags arbeitete ich von 10.00 – 14:45 Uhr, mittwochs von 15.55 – 18.25 Uhr und donnerstags von 10.00 – 15.40 Uhr. Das mag nach wenig klingen, rechnet man aber die 4 Stunden Fahrtweg hinzu, handelt es sich um einen normalen Arbeitstag.

Insgesamt unterrichtete ich dreizehn Stunden die Woche in acht verschiedenen Klassen. Das Vorbereiten der Unterrichtsstunden war zu Beginn des Praktikums mit viel Zeitaufwand verbunden. Zudem gab es einige Dinge die einem das Leben an einer russischen Schule erschwerten.

Es gab in meinem Deutschkabinett ein Smartboard, allerdings hatte ich keinerlei Erfahrungen mit diesem. Die Schülerinnen und Schüler waren unglaublich schreibfaul und Vokabeln lernen war ihnen fremd! Die Deutschlehrbücher an meiner Schule kannten eigentlich nur zwei Arten von Übungen: Lesen und Übersetzen oder Einsetzen und Verbinden.

Ein weiteres Problem zu Beginn meines Praktikums war die Disziplin der Schüler. Alle hatten ihre Handys auf dem Tisch, sie spielten, telefonierten, verließen den Unterrichtsraum, redeten ununterbrochen usw. Am Anfang fiel es mir wirklich schwer geregelten Unterricht abzuhalten. Die ersten zwei Wochen war ich vorwiegend damit beschäftigt, den Schülern die Telefone wegzunehmen oder sie aufzufordern diese wegzupacken. Bis sie merkten, dass ich das wirklich ernst meine vergingen drei Wochen. Zum Ende des Praktikums besserte sich die Situation. Im Prinzip hatte niemand mehr sein Telefon auf dem Tisch und auch die Unterhaltungen reduzierten sich auf ein Minimum.

Das mag jetzt vielleicht alles anstrengend klingen, aber ich habe wirklich viel gelernt! Ich würde diese Erfahrung um nichts auf der Welt missen wollen und bin gerade für meine Mentorin, die mir wirklich neun Wochen lang freie Hand ließ, wofür ich sehr, sehr dankbar bin!

Das SCHULWÄRTS!-Projekt des Goethe Institutes kann ich jedem, der Lehramt studiert, empfehlen. Es festigt die eigene Lehrerpersönlichkeit, macht unheimlichen Spaß und fördert die interkulturelle Kompetenz ungemein.

 

Hast du noch Fragen?

Mehr zu #Russland

  • Instagram Post von Natalie

    Das waren die letzten Minuten, die ich an meiner Gastuni in Moskau verbracht…

    Das waren die letzten Minuten, die ich an meiner Gastuni in Moskau verbracht habe @mgimo. Es war klar, dass wegen Corona alles zu gemacht wird und um Mitternacht unsere elektronischen Durchgangspässe deaktiviert werden. Was blieb einem noch übrig?? Tanzen und die letzten Minuten genießen, dankbar sein für die paar Wochen, die ich hier verbringen durfte und für Erfahrungen, die ich sammeln konnte. Es es war ein aufregendes Jahr, welches für mich mit einem Auslandaufenthalt in den USA anfing, direkt nach Russland ging, dort ein jedoch schnelles Ende fand. Eigentlich sollte mein Jahr voller Auslandserfahrungen mit einem Praktikum in der Schweiz enden. Dieses wurde wegen Corona erstmal abgesagt und es ist noch fraglich, ob es nachgeholt werden kann. Bis ich ein Praktikum gefunden habe und dann mein Studium abschießen kann, bleibt mir nur an schönen Erfahrungen zu denken und zu tanzen. Ich wünsche euch allen, dass eure Auslandsaufenthalte klappen, in welcher Form auch immer, und ihr wunderbare Erfahrungen macht. . . #erlebees @studierenweltweit #russland #moskau #abschied . . . #travel #adventuretime #seetheworld

  • Instagram Post von Natalie

    Hinter mir ist das Lenin-Mausoleum. Ich stehe noch auf dem Roten Platz und…

    Hinter mir ist das Lenin-Mausoleum. Ich stehe noch auf dem Roten Platz und hinter dem Mausoleum liegt direkt der Kreml. Seit seinem Tod im Januar 1924 liegt Lenin an der gleichen Stelle. Sogar für Bauarbeiten wurde der Leichnam nicht bewegt. Nur im Zweiten Weltkrieg wurde er in Sicherheit gebracht. Die Besichtigung ist seit Sowjetzeiten kostenlos, damals hieß es, jeder Bürger hat ein Recht, den großen Denker zu sehen. Obwohl die Erhaltung des Körpers jährlich Millionen kostet, ist der Eintritt auch für Touristen frei. Sobald man das Gebäude betritt, darf man nicht stehen bleiben und auch keine Fotos machen. Mitten in einem dunklem Raum in einem gläsernen Sarg liegt der Leichnam Lenins und sieht klein und zierlich aus. Eine zeitlang war Stalin mit in dem Gebäude aufgebahrt, wurde aber später entfernt und beerdigt. . #erlebees #moskau #lenin #gutzuwissen @studierenweltweit #russland . . #travelrussia #travel #travelphotography #seetheworld #adventuretime

Video aktivieren

Zum Aktivieren des Videos klicke bitte auf "Video laden". Wir möchten dich darauf hinweisen, dass nach Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung