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Meine sieben Lieblings Secondhand Läden in Amsterdam

Meine sieben Lieblings Secondhand Läden in Amsterdam

Bevor ich in die Niederlande gezogen bin, war ich erst einmal auf einem Flohmarkt und noch kein einziges Mal in einem Secondhand Laden. Heute ist fast alle meine Kleidung gebraucht. Welche Secondhand Läden ich in Amsterdam empfehlen kann, lest ihr hier.

Seit drei Jahren kaufe ich nur noch Schuhe und Socken neu (Unterwäsche nähe ich seit neuestem selber!). Anfangs habe ich das vor Allem gemacht, da ich gebraucht oft individuellere Kleidung gefunden habe und mich an den „Amsterdamer Style“ angepasst habe. Nach und nach habe ich begonnen mich immer mehr mit der Kleidungsindustrie auseinander zu setzten und wie schädlich Fast-Fashion für die Umwelt ist. Deswegen bin ich darauf umgestiegen kaum mehr neue Kleidung zu kaufen. Da es in Amsterdam so viele Möglichkeiten gibt, gebraucht zu kaufen (und es auch gut in meinen Style passt) ist es mir dieser Schritt gar nicht so schwer gefallen. Ich habe schon Wintermäntel, Hemden, T-Shirts, Tops, sämtliche Hosen, eine Lederjacke, Übergangsjacken, Kaschmirpullover, Kleider, Röcke und ein Halloween Kostüm in Secondhand Läden, dem Flohmarkt, einem Clothing Swap und bei Vintage Events ergattert. Hier ist also eine Liste von meinen Lieblingsorten in Amsterdam zum Secondhand shoppen.

1. Episode – ich schätzte fast meine halbe Garderobe ist von Episode. Es gibt fünf Läden in Amsterdam und noch viele weitere in anderen niederländischen Städten. Ich finde das Konzept der Läden super, da sie immer viel von einem bestimmten Kleidungsstück haben. So gab es zum Beispiel einmal eine ganze Kleiderstange mit Samthosen, ein anderes Mal mit schicken Hosen im 50er Jahre Style, Kaschmirpullover, 90er Jahre Skianzüge oder Jeanslatzhosen. Die einzelnen Kleidungsstücke sind natürlich alle unterschiedlich, aber dadurch, dass es so gut sortiert ist, findet man meistens was Passendes. Am liebsten gehe ich in die Filiale in den „negen straatjes“. Die Gegend ist zentral gelegen mit vielen gemütlichen Cafés und Concept Stores, deswegen treffe ich mich hier oft mit Freunden auf einen Kaffee und danach schauen wir noch bei Episode vorbei.

Ich stehe in einem Laden an der Schlange zur Kasse und habe mehrere Kaschmirpullover über meinem Arm.
So sieht ein erfolgreicher Tag bei Episode aus! Als das Bild im späten Sommer aufgenommen wurde war die Maskenpflicht in Geschäften in den Niederlanden auf Grund von niedrigen Inzidenzen zeitweise wieder abgeschafft.

2. Vintage Department Store (Stadshart – Amstelveen) – Vor kurzem habe ich diesen Secondhand Laden entdeckt, am Rand vom Einkaufzentrum Stadshart in Amstelveen. Der Laden liegt zwar nicht mehr in Amsterdam, aber ist ein echter Geheimtipp! Ich habe noch nie einen so großen, gut sortierten und interessanten Secondhand Laden gesehen. Der Fokus liegt auf Klamotten und Schuhen, es werden aber auch Möbel, Hüte und Rennräder verkauft.

3. Secondhand Sales – Vor Corona gab es circa alle zwei Wochen Secondhand Sales in Amsterdam. Auf Facebook wurden immer Events von den Sales gepostet, die in verschiedenen großen Hallen, Clubs und sogar mal in einer Kirche in der Stadt stattgefunden haben. Man zahlt meisten ein bis zwei Euro Eintritt und kann dann zu einem sehr reduzierten Preis einkaufen. Einmal habe ich zum Beispiel für 5 Euro ein Hemd und eine Hose bekommen, ein anderes Mal meine Lederjacke für 15 Euro. Auch wenn ich manchmal nichts finde, sind die Secondhand-Sales immer coole Events, wo ich auch immer mit (meist begeistertem Besuch) hingehe, wenn zufällig ein Event stattfindet. Nun wo die Pandemielage in den Niederlanden wieder etwas entspannter ist, habe ich schon Termine für die ersten Events auf Facebook gesehen.

4. IJ-hallen – Auf der NDSM-Werft findet circa einmal im Monat der größte Flohmarkt Europas statt. Für 5 Euro Eintritt lässt sich von Möbeln über Kleidung bis hin zu analogen Kameras alles finden. Der industrielle Stil der alten Hafenhallen, die mit Graffiti besprühten Steinblöcke und das Wasser vom IJ (dem Gewässer zwischen dem Zentrum von Amsterdam und Amsterdam-Noord) sorgen für eine entspannte Atmosphäre und bilden einen starken Gegenpol zu den charmanten, schiefen Grachtenhäusern des Stadtkerns

5. Kilostore – Das Konzept ist ganz einfach: Jedes Kleidungsstück hat ein Schild mit einer von vier Farben. Jede Farbe hat einen anderen Preis pro Kilo Kleidung, das man kauft. Der Preis wird bis aufs Gramm genau errechnet. Mein Lieblings Kilostore der Stadt ist am Waterlooplein, viele finden aber auch den Laden am Albert Cuypt Markt super. Noch besser finde ich allerdings die Sale Events vom Kilostore. Dort muss man oft nur 20 Euro oder 15 Euro pro Kilo bezahlen.

6. Gideo Italiaander – So heißt der größte Gebrauchtwarenhändler der Stadt. Gideon hat mehrere Filialen in Amsterdam und auch ein paar außerhalb. In der Nähe vom olympischen Stadion ist die größte Halle von Gideon. Da ich in der Gegend oft spazieren gehe, schaue ich fast alle zwei Wochen einmal bei Gideon vorbei. Meistens kaufe ich nichts, aber es ist immer interessant zu sehen, was er wieder Neues da hat. Auch viele Freunde und Familienmitglieder, die mich besucht haben, gehen immer wieder gerne dort hin. Ich selbst habe dort schon Röcke, sämtliche Töpfe und Kisten für Blumen, Weihnachtsdeko, Scrunchies, Knöpfe, Gemälde und einen kleinen Kühlschrank gekauft. An der Kasse hat man oft das Gefühl das Gideon sich spontan einen Preis ausdenkt, der meistens zwischen 1 Euro und 5 Euro liegt.

Ich bin in einer großen Halle mit vielen Gebrauchtgegebständen zu sehen.
Bei Gideon gibt es immer viel zu stöbern.

7. Clothing Swaps – Kurz bevor die Corona-Pandemie nach Europa gekommen ist, sind Clothing Swaps immer beliebter geworden in Amsterdam. Ähnlich wie bei den Secondhand-Sales sind die Events hierfür auf Facebook zu finden und es gibt häufig einen kleinen Eintrittspreis. Ich war leider nur auf einem dieser Events, welches von einer Freundin von mir, die an der Amfi (Amsterdammer Fashion Institute) studiert hat, organisiert wurde. Pro Kleidungsstück, das man selber mitgebracht hat, gab es Kärtchen, mit denen man für Kleidungsstücke, die andere mitgebracht haben, bezahlen konnte. Alles was nicht getauscht wird, wird dann meistens an einen guten Zweck gegeben. Nebenbei auch noch ein kleiner Geheimtipp: Das Amsterdamer Fashion Institute organisiert ein bis zweimal im Jahr einen eigenen Flohmarkt. Die 5 Euro Eintritt lohnen sich gewaltig. Der Flohmarkt ist zwar klein, aber Modestudent*innen gerecht werdend, kann man hier viele ausgefallene Kleidungsstücke finden.

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