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Minimalismus auf Reisen

Minimalismus auf Reisen

Der minimalistische Lebensstil ist zurzeit im Trend. Beschränkung seiner Besitztümer auf wenige Dinge soll zu einem glücklicheren Leben verhelfen. Ganz gemäß dem Motto „Weniger ist Mehr“. Ähnliches erlebt man, wenn man für ein paar Monate im Ausland lebt – schließlich ist das Gewicht des Koffers begrenzt. Ich habe das Gefühl, der Minimalismus macht wirklich ein Stückchen glücklicher und ist ein wichtiger Bestandteil der Erfahrung „Reisen“.

Wüste Sonnenaufgang


Ein Sonnenaufgang in der Wüste – mehr braucht es nicht zum glücklich sein

Nur 23 kg darf der Koffer wiegen – da muss schon gründlich überlegt werden, was mitdarf und was nicht unbedingt nötig ist. Das Handgepäck war dieses Mal sogar auf nur 7 kg begrenzt – sonst ist das immer meine Taktik: alles Schwere ins Handgepäck, das wird eh nicht gewogen. Doch dieses Mal hielt ich mich an die Begrenzung und siehe da, mein Handgepäck wurde überprüft. Vor allem Kleidung ist immer das größte Thema beim Kofferpacken – zu Hause quillt der Kleiderschrank über, man ist für alle Eventualitäten gerüstet und besitzt sicherlich viele Sachen, die man selten trägt. Auf einer Reise dahingegen ist die Auswahl an Kleidung beschränkt. Ich packe die Klamotten ein, die mir gut gefallen, die vielseitig einsetzbar und kombinierbar sind – ganz im Sinne des Minimalismus‘ – und natürlich den Klimabedingungen in dem entsprechenden Zielort entsprechen. Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich vor meinem überschaubaren Kleiderschrank stehe, der nur aus meinen Lieblingskleidungsstücken besteht. Gleiches gilt für Drogerieartikel: Lieblingsparfüm und die drei liebsten Nagellacke sind dabei, keine ganze Palette an Farbnuance zur Auswahl. Eine, vielleicht zwei Cremes – man braucht doch nicht für jedes Körperteil eine eigene.

Vor Ort geht der Minimalismus dann weiter: man muss auskommen, mit den Möbelstücken, die einem geboten werden, mit den Küchenutensilien, die vorhanden sind. Man wird erfinderisch: leere Saucengläser werden zu Besteckständer, Plastiktüten – die man hier überall im Überfluss bekommt – werden als Müllbeutel weiterverwendet. Man hat kein ganzes Gewürzregal zur Verfügung und auch kein Vorrat an verschiedenen Nudel- und Reissorten – für wenige Monate wird man sich das wohl kaum alles zulegen. Minimalistisches Kochen, was keineswegs heißt, dass dabei nichts Köstliches rumkommt, ist angesagt.

Dieser vorübergehende Minimalismus auf Reisen hat mir gelehrt, dies auch mehr in meinem Alltag in Deutschland einfließen zu lassen. Ich versuche, mich von Klamotten zu trennen, nicht zu viele Vorräte (sei es Essen oder Drogerieartikel) zu horten, sondern erstmal das aufzubrauchen, was ich besitze. So bleibt eine Reizüberflutung aus und meine Leben fühlt sich geordneter und frei von Ballast an und es macht wirklich ein Stückchen glücklicher. Früher bin ich regelmäßig auf Shoppingtour gegangen, jetzt kaufe ich nur noch ab und zu ein Teil, das mir wirklich gefällt. Das Geld gebe ich eher für Flugtickets oder gutes Essen aus.

Gerade im Ausland fällt einem auf, dass es nicht viel braucht zum glücklich sein. Nicht Konsum und Besitztümer machen uns glücklich, sondern es sind die kleinen Dinge im Alltag, die zählen, die Erfahrungen und Gespräche, die man mit anderen Menschen teilt.

Ich hoffe dieser Beitrag regt euch ein wenig zum Nachdenken an!

Eure Laura

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