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Signet Rings, Cheddar und Fast Fashion – 5 Kuriositäten, die ich in Großbritannien gelernt habe

Signet Rings, Cheddar und Fast Fashion – 5 Kuriositäten, die ich in Großbritannien gelernt habe

Großbritannien ist, im Vergleich zu uns kulturell nicht besonders anders – denkt man. Dass die Engländer doch etwas anders ticken, sollen meine Top 5 der lustigsten Kuriositäten in Großbritannien zeigen und euch hoffentlich zum schmunzeln bringen. Dies ist eine Hommage an das Land, das ich mein zweites Zuhause nenne.

 

5. Fast Fashion

Kennt man eigentlich aus Deutschland von Primark und Co., dass Menschen Kleidung kaufen, die qualitativ nicht besonders gut ist – und davon besonders viel, um dem neuesten Modetrend zu folgen. Großbritannien ist das Land, was in Europa am meisten Kleidung verbraucht, dabei redet man ja immer davon, dass die Franzosen und Italiener sich sehr modisch anziehen. In Oxford fällt einem das besonders auf, da im Shopping Center schon Kleidercontainer stehen, die alte Kleidung recyceln. Außerdem gibt es unzählige Charity Shops, die „alte“ Kleidung für wenig Geld weiterverkaufen.

4. Wärmeempfinden England VS. Deutschland

Man nehme 12 Engländer und eine Deutsche und fahre im Januar nach Spanien (klingt wie ein schlechter Witz) und was passiert? Richtig – alle 12 springen am Ende des Tages in den eiskalten Pool der Villa oder gehen bei 14°C im Meer baden. Das Wärmeempfinden der Engländer ist wirklich bewundernswert. Während ich bei unter 20°C noch überlege, ob ich meine dicke Jacke anziehe, laufen die meisten schon im T-Shirt und in Shorts herum. Sommer fängt definitiv im Kopf an und die altbewährte „Übergangskleidung“ gibt es hier definitiv nicht. Umso weniger wunderte es mich dann gestern in St. Ives in Cornwall bei starkem Wind und Wolken volle Badestrände zu sehen, an denen die Kinder im Wasser spielten und die Erwachsenen unter Sonnenschirmen lagen.

3. Wetherspoon’s Pubs

Wer eine Weile lang in England gelebt hat oder herumgereist ist, wird definitiv am ein oder anderen Pub vorbeigekommen sein. Was viele aber nicht wissen ist, dass es eine bestimmte Pub-Kette gibt, die es überall in Großbritannien gibt und bei denen sich Essen und Trinken richtig lohnt – nämlich Wetherspoons (von den Locals liebevoll „Spoons“ genannt). Diese Pubs sind nicht nur besonders preiswert sondern haben überall das exakt gleiche Essensmenü, was man bequem an der Bar oder, wenn man besonders schlau ist, per App bestellen kann. Wetherspoons Pubs sind für mich definitiv eine der lustigsten Kuriositäten, da es so etwas bei uns in Deutschland überhaupt nicht gibt. Selbst meine Mutter war dann doch etwas beeindruckt, als ich sie diese Woche in Penzance mit in den lokalen Wetherspoons Pub nahm. Wirklich frisch gekochtes Essen kann man zwar nicht erwarten, die Pubs sind weder stilvoll noch traditionell eingerichtet, aber Preis und Service stimmen.
Danke an dieser Stelle an Aidan, der mich in die großartige Welt von Spoon’s eingeweiht hat (und der ein Buch über die verschiedenen Teppichböden in den Pubs besitzt und inzwischen wahrscheinlich alle Teppiche im Land auswendig kennt).

2. Signet Rings

Nach Rücksprache mit meinen englischen Freunden sind Signet Rings wohl nur eine Kuriosität, die an der Oxford Brookes University Tradition hat, für mich trotzdem erwähnenswert. Hierbei handelt es sich um einen goldenen Ring, den die Studenten (männlich und weiblich) am Finger tragen. Der Ring zeigt das Familienwappen und steht für das Wohlhaben der Familie – wer einen Ring trägt, ist in der Gesellschaft wer. Meine Freunde meinen aber, dass es wohl sehr viele gefälschte Ringe gibt und die Mehrheit findet, dass die Ringe nicht besonders schön aussehen – finde ich auch. Besonders in den Sportteams wie Rugby und Fußball sieht man viele Studenten diese Ringe tragen. Aus meinem Freundeskreis hat keiner solch einen Ring getragen und meiner Meinung nach macht das auch nichts. Interessant ist aber, wie sehr das Klassensystem der Gesellschaft sich auch auf universitärer Ebene zeigt, was ich aus Deutschland so überhaupt nicht kannte.

1. Cheddar

Frag einen Engländer, was sein Lieblingskäse ist – die Antwort wird immer, wirklich immer „Cheddar“ lauten. Cheddar, der Käse, der in 3kg Blocks im Kühlregal der Supermärkte lagern, den es in Scheiben und gerieben gibt, in allen Reifestufen. Cheddar ist der Käse der Engländer und wenn man versucht, einkaufen zu gehen und vorschlägt, Edamer oder Gouda zu kaufen, erntet man nur einen unverständlichen Blick. Während wir „Europäer“ gefühlt 100 Käsesorten mehr essen, gibt es für den Engländer nur den einen Käse. Auf meine Frage, was wir auf unsere Sandwiches auf der Fahrt mit dem Kletterverein machen können, bekam ich die Antwort: Salami, Schinken, Bacon, Wurst und naja…Cheddar.

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