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 Was hunderttausende von Fischen mit dem Sprachcamp des Goethe-Instituts zu tun haben 

 Was hunderttausende von Fischen mit dem Sprachcamp des Goethe-Instituts zu tun haben 

Nun ist es so weit, meine letzten Praktikumswochen sind angebrochen und ich werde diese Woche als unterstützende Lehrkraft mit ins Sprachcamp nach Zentralvietnam fahren. Ich freue mich riesig darüber, dass das Camp stattfindet. Denn das ist nicht selbstverständlich. Vor einiger Zeit noch stand dieses nämlich auf der Kippe. Das Sprachcamp wird nicht wie geplant in Lang Co, sondern in Hue stattfinden. Grund dafür sind hunderttausende toter Fische an der Küste Zentralvietnams. Eine riesige Umweltkatastrophe mit noch ungeklärten Gründen, die in Deutschland nach meinen Informationen nur wenig Beachtung fand. (Oder habt ihr davon gehört?)

Laptop zeigt einen Artikel über massives Fischsterben in Vietnam
Massives Fischsterben in Vietnam

Ende April las ich erste Meldungen in HCMS-Expat-Foren über hunderte von toten Fischen an der Küste Zentralvietnams. Ich war von den Bildern geschockt. Massen von toten Fischen wurden an den Strand gespült. Die Nachricht verbreiteten sich in Vietnam, besonders durch soziale Medien, schnell. Genauso wie das Fischsterben. Immer mehr Küstenregionen, insgesamt 200km, sind betroffen. Doch die Ursache bleibt (gewollt?) unklar. Das Stahlwerk „Formosa Ha Tinh Steel Company (FHS)“ steht unter Verdacht, giftige Abwässer ins Meer geleitet zu haben. Doch bestätigt wurde dies nie. Überraschenderweise hat niemand, den ich aus Deutschland kenne, dort was darüber in den Medien gehört.

Obwohl die Katastrophe relativ weit von HCMS entfernt passierte, spüre auch ich die Auswirkungen. Ich versuche zum Beispiel seitdem Fisch auf meinem Teller zu vermeiden. Denn wer kann schon garantieren, dass es sich nicht um einen Fang aus der kontaminierten Region handelt? Außerdem stand schnell fest, dass es zu gefährlich ist, das geplante Sprachcamp in der betroffenen Region auszutragen. Spielen, schwimmen und lernen ist in einer verpesteten Gegend undenkbar.

Kristin, die Leiterin des Camps, hat alles getan, um noch kurzfristig einen alternativen Ort zu finden. Mit Erfolg! Dank ihres Einsatzes geht es nun für uns nach Hue. Die Stadt ist nicht direkt an der Küste gelegen und somit etwas geschützter als Lang Co. Die Standortänderung bedeutete natürlich auch, dass viele Aktivitäten in der Planung geändert werden mussten. Spiele am Strand und ein Besuch im Fischerdorf fallen nun weg. Das hat für ordentlich Stress in den letzten Tagen gesorgt.

Ein Aspekt, der sich nach wie vor – und jetzt erst recht – wie ein roter Faden durch das Camp ziehen wird, ist das Thema Umwelt. Die Schülerinnen und Schüler werden sich ganz viel mit Nachhaltigkeit, Umweltschutz und
-bewusstsein auseinandersetzten. In Spielen, aber auch in Projekten, wie dem Bau eines DIY-Gartens aus recycelten Flaschen, wird ihnen vermittelt, wie wichtig es ist, auf die Natur zu achten. Das Camp und die gegenwärtige Umweltsituation in Vietnam wird ihnen dies hoffentlich nachhaltig näher bringen.

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